Berlin  Herr Liechtenstein, welches Ihrer Organe können Sie empfehlen?

Daniel Benedict
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Von Daniel Benedict
| 29.05.2025 16:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Interview zum Tod: Friedrich Liechtenstein spielt in seinem neuen Film - eine Leiche. Foto: dpa/Jens Kalaene
Interview zum Tod: Friedrich Liechtenstein spielt in seinem neuen Film - eine Leiche. Foto: dpa/Jens Kalaene
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In seinem neuen Film stirbt Friedrich Liechtenstein schon ganz am Anfang. Wir haben dem 69-Jährigen Fragen zum Tod gestellt – zum fiktiven und auch zum realen.

Unter dem Titel „Keine Scheidung ohne Leiche“ wagt das ZDF sich an eine schwarze Komödie. Die Hauptrolle – nämlich die Leiche – spielt dabei der quicklebendige Friedrich Liechtenstein. Wir nutzen den Anlass für einen Fragebogen, der weder Tod noch Teufel fürchtet.

Frage: Herr Liechtenstein, wie stiehlt man den Kollegen die Szene, wenn man in einen Teppich eingerollt ist?

Antwort: Wenn man Angst vor dem Staub, der Enge und der Dunkelheit hat, können die Kollegen nur an mich denken, sie haben ja Mitgefühl und die Zuschauer können ja sehen, was die Schauspieler denken. Es ist also ganz einfach. Es hat geklappt, glaube ich.

Frage: Was macht gerade Sie zu einer guten TV-Leiche?

Antwort: Meine Rampensau-Qualitäten sind da sehr wichtig. Das Publikum spürt das und ist immer, immer in Erwartung: Vielleicht lebt er ja doch noch, hat er gerade geatmet, spricht er endlich wieder? Spannend, oder?

Frage: Sie haben gewiss einen Organspendeausweis. Welches Ihrer Organe können Sie empfehlen?

Antwort: Mein Herz.

Frage: Der Vatikan hat – trotz jahrhundertelanger Erfahrung im Reliquiengeschäft – Selfies mit dem toten Papst verboten. Hätten Sie trotzdem eins gemacht?

Antwort: Ich habe ja kein Handy.

Frage: Welcher Tod in Film oder Fernsehen hat Sie berührt?

Antwort: Tod von Tieren geht mir immer sehr nahe …

Frage: Der Schriftsteller Elias Canetti hat den Tod als Zumutung beschrieben und sich (erfolglos) geweigert zu sterben. Hatte er trotzdem recht?

Antwort: Den Tod gibt es nicht. Wir verwandeln uns und können uns nicht daran erinnern. An die Zeit im Bauch unserer Mutter können wir uns ja auch nicht erinnern und waren dennoch am Leben.

Frage: Falls Sie schon mal einen Menschen beim Sterben begleitet haben: Was hat diese Erfahrung in Ihnen verändert?

Antwort: Es gibt eine Seele.

Frage: Wie stellen Sie sich den Tod vor?

Antwort: Kurz, knackig, dunkel.

Frage: Falls Sie vorhaben, sich nach Ihrem Ableben die Totenmaske abnehmen zu lassen: Wie wäre dabei Ihr Gesichtsausdruck? (Bitte mit einem Selfie antworten.)

Frage: Sie tragen auffallend schöne Anzüge. Was werden Sie dereinst zu Ihrer eigenen Bestattung anziehen?

Antwort: Sag ich wenn es soweit ist. Die Mode ist ja immer in Bewegung.

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