Kolumne „Bi Karkens“  Was Inseln und Kirchen gemein haben

Ingo Brookmann
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Eine Kolumne von Ingo Brookmann
| 30.05.2025 08:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ingo Brookmann
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Eine Insel kann wie eine andere Welt sein – ohne den Stress des Alltags. So ergeht es unserem Kolumnisten auch, wenn er eine Kirche betritt.

Ich liebe die Ostfriesischen Inseln. Als unsere Kinder noch klein waren, haben wir fast jeden Sommerurlaub auf Borkum verbracht. Urlaub im Landkreis – echt öko. Jetzt im Frühjahr war dann mal Juist dran. Wunderbar. Du fährst ein kleines Stück, steigst auf die Fähre und der Urlaub beginnt. Ein paar Kilometer weg von zu Haus – und doch eine andere Welt.

Ich liebe unsere reformierte Kirche in Loga. Du gehst ein kurzes Stück, trittst ein und bist in einer anderen Welt. Ein ähnliches Gefühl wie die Fährfahrt und die Zeit auf der Insel. Ein kurzer Weg in eine andere Welt. Woran liegt das?

Zur Person

Ingo Brookmann ist Pastor der Evangelisch-reformierten Gemeinde Loga und Präses des Synodalverbands Südliches Ostfriesland. Geboren in der Grafschaft Bentheim lebt er schon seit rund 35 Jahren in Ostfriesland.

Wer auf die Insel fährt oder in die Kirche geht, bringt seinen Alltag mit. Der ist nicht einfach weg. Aber das Umfeld ist anders. Und das macht etwas aus. Etwas Gutes. Du spürst sofort: Inselleben ist anders als das Leben auf dem Festland. Und wer in eine Kirche geht, ahnt jedenfalls, dass es noch etwas Anderes gibt als Arbeit und Stress und Ärger und...

Zur Vorbereitung von Gottesdiensten gehe ich häufiger auch mal in die Kirche hinein, wenn da sonst niemand ist. Der weite Kirchraum wirkt wohltuend und du atmest gleich anders, tief aus und ein.

Wer in eine Kirche geht und einen Gottesdienst mitfeiert, lässt den Raum auf sich wirken und lässt sich darauf ein, dass Jesus Christus selbst in der versammelten Gemeinde gegenwärtig ist. Das ist dann deutlich eine andere Welt als unser Alltag. Ich weiß nicht, ob Sie diese Nähe Gottes – außer vielleicht bei einem Stoßgebet – im Alltag spüren. Da beschäftigen wir uns doch zumeist mit uns selbst und mit den Menschen um uns herum, ohne an Gott zu denken.

Da Gott sich nicht aufdrängt, ist es hilfreich und wohltuend, bewusst seine Nähe zu suchen. Und: Der Weg dahin ist nicht weit. Und: Auch wenn wir diese andere Welt auf uns wirken lassen, werden wir schnell merken, dass sie ganz viel mit unserer Alltagswelt zu tun hat.

Fahren Sie in diesem Sommer auf die Insel? Zur Kirche ist es nicht weit – dort nicht und auf dem Festland auch nicht. Gönnen Sie sich das!

Kontakt: kolumne@zgo.de

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