Polizei ermittelt Ist ein Brandstifter in Rhaudermoor unterwegs?
In Rhaudermoor gab es in der vergangenen Zeit gerade am späten Abend mehrere Brände. Möglicherweise ist im Bereich des Wanderweges/Wichtelweges ein Brandstifter unterwegs. Die Polizei ermittelt.
Rhaudermoor/Westrhauderfehn - Treibt ein Brandstifter im Bereich Rhaudermoor sein Unwesen? Diese Frage stellen sich Bürger, Mitglieder der Feuerwehren und auch die Polizei. Die Polizei ermittelt aktuell gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Sachbeschädigung. Das teilte Ina Reuwsaat, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden, auf Anfrage mit.
Nach Auskunft von Hauke Bohlen, Ortsbrandmeister von Rhaudermoor, und Ludger Böning, Ortsbrandmeister von Westrhauderfehn, sind die Häufung und die Uhrzeiten der Brände schon sehr auffällig. „Um 22.35 Uhr oder um 23.35 Uhr ist doch niemand am Unkraut abflammen“, sagte Böning. Das sieht auch Hauke Bohlen so. Und die beiden Ortsbrandmeister können sich auch nicht vorstellen, dass weggeschnippte Zigaretten die Brände ausgelöst haben könnten. Das wäre bei mindestens fünf Bränden in der vergangenen Zeit schon sehr ungewöhnlich, zumal es in den vergangenen Tagen geregnet hat, sagten die beiden Feuerwehrleute.
Mehrere Brände in wenigen Tagen
Der jüngste Einsatz, zu dem die Feuerwehren aus Rhaudermoor und Westrhauderfehn ausrücken mussten, war am Dientagabend, 27. Mai 2025, gegen 20.40 Uhr. Im Bereich des Ostfriesland-Wanderweges/Bahndamm brannte nach Auskunft der Feuerwehr Laub in einem Busch. Die Feuerwehr konnte das Feuer schnell löschen. Bereits am Montag, 26. Mai 2025, waren die Feuerwehren aus Rhaudermoor und Westrhauderfehn gegen 21.05 Uhr zum Ostfriesland-Wanderweg/Höhe Bahndamm ausgerückt. Dort brannte auf einer Länge von etwa drei Metern eine Hecke. Laut Ortsbrandmeister Bohlen hatten Anwohner bereits damit begonnen, mit Wasser aus Gartenschläuchen das Feuer zu löschen. Am Samstag, 24. Mai 2025, ging gegen 22.35 Uhr der Alarm bei den Feuerwehren ein. Im Bereich des Wanderweges/Alrich-Ibelings-Weg brannte wieder eine Hecke. In dem Fall hatte ein Anwohner mit dem Löschen begonnen, die Feuerwehr kümmerte sich noch um das Ablöschen von Glutnestern. Das Merkwürdige: Ein Teil dieser Hecke hatte am Vortag, Freitag, 23. Mai 2025, um 23.25 Uhr schon gebrannt und war von der Feuerwehr Rhaudermoor gelöscht worden. Bereits am 22. Mai 2025 waren die Feuerwehren aus Rhaude und Westrhauderfehn zu einem Buschbrand in Rhaude ausgerückt. In diesem Fall erfolgte die Alarmierung allerdings nicht spät abends, sondern gegen 14.40 Uhr. Einen größeren Einsatz der Feuerwehren aus Rhaudermoor und Westrhauderfehn gab es am Samstag, 17. Mai 2025, gegen 2.40 Uhr. Gemeldet worden war laut Feuerwehr ein Dachstuhlbrand. Vor Ort brannte allerdings ein Holzstapel. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindert werden. Denn durch das Feuer war bereits eine Scheibe des angrenzenden Wohnhauses geplatzt und Rauch drang ins Gebäude ein. Nach Angaben der beiden Ortsbrandmeister Bohlen und Böning gingen Feuerwehrleute unter Atemschutz ins Haus und kontrollierten die Zimmer. Mit einem Lüfter wurde der Rauch aus dem Haus entfernt.
„Die räumliche Nähe und die Tatsache, dass die meisten Brände am späten Abend gemeldet wurden, sind schon sehr auffällig. Deshalb prüfen wir, ob es Zusammenhänge gibt. Allerdings haben wir bislang keine konkreten Hinweise auf Brandstiftung“, sagte Polizeisprecherin Ina Reuwsaat. Die Pressesprecherin bittet Zeugen, die etwas Auffälliges beobachtet haben, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.
Bänder über Wanderweg gespannt
Ob eine weitere Aktion mit den Bränden in Zusammenhang stehen kann, ist offen. Am 20. Mai hatte eine Frau auf Facebook in der Gruppe „Wir sind Rhauderfehn“ gepostet, dass ein Unbekannter an der Ecke Ostfriesland-Wanderweg/Batzenweg Bänder über den Wanderweg gespannt hatte. Laut der Frau hätte ihr Sohn deshalb fast einen Unfall mit dem Fahrrad gebaut. Die Polizei, die über den Vorfall informiert worden war, war laut Reuwsaat vor Ort. Die Beamten konnten jedoch kein gespanntes Band feststellen. Allerdings, so die Pressesprecherin, fanden die Polizisten in einem Mülleimer Spielzeugabsperrband. Da keine Strafanzeige gestellt wurde und vor Ort kein Band über den Wanderweg gespannt war, ermittelt die Polizei nicht weiter.