Was steckt hinter kleinem Kasten? Nach Unfällen gibt es eine Messstation an der Langholter Straße
An der Langholter Straße sorgte ein unscheinbares Kästchen für Fragen. Was hat der Landkreis Leer damit gemessen?
Langholt - Das kleine Kästchen an dem Vorfahrtsschild mag dem ein oder anderen entlang der Langholter Straße aufgefallen sein. Was hat es damit auf sich? „Der Landkreis Leer hat entlang der Landesstraße 30 in der Gemeinde Rhauderfehn Verkehrsmessungen durchgeführt. Das war eine Reaktion auf die jüngsten schweren Unfälle und geschah sowohl auf Wunsch der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich als auch auf eigene Initiative des Landkreises“, schreibt Philipp Koenen. Er ist Pressesprecher des Landkreises Leer.
Unfälle auf der Langholter Straße fordern Opfer
Die Straße war nahe des Buchweizenkamp in diesem Jahr Schauplatz mehrerer schlimmer Unfälle. Ein 21-jähriger Motorradfahrer verlor Ende Januar in Fahrtrichtung Dorfstraße die Kontrolle über seine Maschine, kam von der Straße ab und rutschte in eine Leitplanke. Er erlitt schwere Beinverletzungen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Ein 21-jähriger Autofahrer aus Barßel kam am Ostersonntag in der Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn ab, prallte mit seinem Wagen gegen zwei Bäume. Zwei Mitfahrer, eine 20-jährige Frau und ein 23-jähriger Mann aus dem Saterland, starben noch an der Unfallstelle. Der Fahrer wurde schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Am 9. Mai kam ein 16-jähriger Motorradfahrer alleinbeteiligt von der Fahrbahn ab. Er zog sich schwere, aber nicht lebensgefährliche, Verletzungen zu und wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein überregionales Krankenhaus gebracht.
Messgeräte an Unfallstellen liefern Daten
Koenen erläutert: „Für die Messung wurden zwei Geräte in Höhe von Unfallstellen angebracht: eins in Höhe Buchweizenkamp in Langholt, das andere in Höhe Bergstraße zwischen Burlage und Altburlage. Der Messzeitraum betrug eine Woche, von Freitag, 16. Mai, bis Freitag, 23. Mai. Erfasst wurden die Zahl der Fahrzeuge und die gefahrenen Geschwindigkeiten.“
Radverkehr und Zählstellen in Ostrhauderfehn
Da zeitgleich in der Gemeinde Ostrhauderfehn auch für andere Zwecke die Zahl der Radfahrer gemessen wird, könnten Passanten die Vorrichtung auch dafür gehalten haben. Das Verkehrsministerium Niedersachsen unterhält 39 Fahrrad-Zählstellen. Dadurch sollen Veränderungen bei der Nutzung von Radwegen erfasst und belastbare Prognosen für den Radverkehr erstellt werden. Die Daten sollen in die künftige Verkehrsplanung des Landes einfließen. In Ostrhauderfehn hängt der Zählkasten an der Brücke im Verlauf der Hauptstraße (B438). Auch dort herrscht werktags viel mehr Verkehr als sonntags: 577 Radfahrer kamen am 18. Mai dort vorbei, aber 1323 am Freitag, 16. Mai. Am stark verregneten Sonntag, 25. Mai, waren dort nur 71 Radfahrer. Das bisherige Maximum wurde am Maifeiertag mit 2111 erreicht. Unter www.vmz-niedersachsen.de/niedersachsen/radzaehler gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich die Daten sortieren und neu zusammenstellen zu lassen, um eigene Schlüsse zu ziehen.
Über die Ergebnisse der Verkehrszählung an der Langholter Straße will der Landkreis in Kürze informieren, so Koenen.