Osnabrück Einsame Jugend: Wenn Merz nicht handelt, sind junge Faschisten und Linksextreme nur der Anfang!
Nicht erst seit der Corona-Pandemie fühlen sich junge Menschen oft einsam und von der Politik im Stich gelassen. Besonders im Osten profitieren davon Extremisten. Merz muss handeln, bevor rechtsextreme und linke Spinner das Vakuum füllen.
Bundeskanzler Friedrich Merz sieht sich selbst als starken Anführer und will Probleme schnell angehen und lösen. Jetzt steht er vor einer Herausforderung, die im Zweifelsfall kaum weniger dringlich ist als die Wirtschafts- oder die Verteidigungspolitik und weitreichende Folgen für unsere Demokratie haben kann: die Einsamkeit junger Menschen.
Die Bertelsmann-Stiftung präsentiert alarmierende Zahlen: Fast die Hälfte der 16- bis 30-Jährigen in Deutschland fühlt sich einsam. Und fast zwei Drittel der stark Einsamen sind unzufrieden mit der Demokratie. Dieses Misstrauen bildet den Nährboden für politische Entfremdung und Radikalisierung – ein Problem, das die Politik auch angesichts der Ergebnisse der Bundestagswahl bei den unter 30-Jährigen nicht ignorieren darf.
Besonders im Osten Deutschlands, wo soziale Strukturen oft bröckeln, stoßen rechtsextreme Jugendgruppen auf Zustimmung. Davor warnte jüngst sogar der BKA-Präsident. Wo die freiwillige Feuerwehr leider oft der einzige soziale Kitt ist, locken Rattenfänger mit Gemeinschaftsgefühl und radikalen Ideologien auf beiden Seiten des politischen Spektrums. Doch ob rechts oder links – die Wurzel ist oft dieselbe: das Gefühl, nicht gehört zu werden, gepaart mit sozialer Isolation.
Merz, selbst stolze 69 Jahre alt, und sein Kabinett strahlen trotz einiger neuer Gesichter nicht gerade jugendliche Dynamik aus. Das macht es schwer, die Lebenswelt derer zu verstehen, die sich von der Politik ignoriert fühlen. 76 Prozent der stark einsamen Jugendlichen glauben, Politiker nähmen ihre Sorgen nicht ernst. Und das mag stimmen, denn für Jugendliche ist auch unter der „Fortschritts-Koalition“ der Ampel nicht besonders viel passiert.
Dieses Vakuum füllen am Ende zu oft die Extremisten. Das Gebot der Stunde muss deswegen sein: junge Menschen aus der Einsamkeit holen und ihnen echte Mitgestaltung ermöglichen. Dazu gehören eine kritische Auseinandersetzung mit sozialen Medien, die oft alles andere sind als sozial, genauso wie niedrigschwellige Angebote für Jugendliche, sich zu vernetzen. Sonst werden gewaltbereite Neonazi-Jugendbanden und linksextreme Brandstifter irgendwann zur traurigen Normalität.