Nach überraschender Kündigung Emder Kunsthalle hat zwei neue Chefinnen
Überraschend hatte Lisa Felicitas Mattheis im Dezember als Direktorin der Kunsthalle gekündigt. Jetzt gibt es zwei neue Leiterinnen. Beide sind aus Ostfriesland.
Emden - Gute Nachrichten für die Emder Kunsthalle: Nachdem Lisa Felicitas Mattheis als wissenschaftliche Direktorin im Dezember 2024 überraschend gekündigt hatte, ist jetzt ihre Nachfolge geklärt. Die Kunsthistorikerinnen Ina Grätz (41) und Silke Oldenburg (48) werden das Museum zukünftig gemeinsam mit dem kaufmännischen Direktor Christian Rose (48) leiten. Das teilt die Kunsthalle jetzt mit. Grätz und Oldenburg werden allerdings erst am 1. September 2025 ihre neuen Stellen antreten.
Die beiden hätten sich „gegen eine Reihe starker Bewerbungen durchgesetzt“ und brächten „großartige Kompetenzen, Fachwissen und ein internationales Netzwerk mit“, wird Eske Nannen, Vorsitzende des Aufsichtsrats, in der Mitteilung zitiert. In dem neuen Vorstands-Trio sehe sie einen „wegweisenden Generationswechsel für die Kunsthalle, die im kommenden Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert“. Die beiden zukünftigen Direktorinnen seien persönlich auch Ostfriesland verbunden, beide seien hier geboren, heißt es weiter. Durch die Kunsthalle Emden seien sie früh mit Kunst in Berührung gekommen, werden Grätz und Oldenburg in dem Schreiben zitiert.
Wer sind die neuen Direktorinnen?
Ina Grätz ist in Aurich geboren, studierte Kunstgeschichte, Evangelische Theologie und Kulturantrophologie an der Universität Hamburg. Nach einem wissenschaftlichen Volontariat am Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg leitete sie die Villa Schöningen in Potsdam.
Silke Oldenburg stammt gebürtig aus Leer und hat in Marburg, Wien und Hamburg Kunstgeschichte und Betriebswirtschaftslehre studiert. Sie war an der Klassik Stiftung Weimar tätig, seit 2011 in Hamburg am Museum für Kunst und Gewerbe. Dort haben sich beide kennengelernt. Gemeinsam haben sie den Verein Ostfriesland Biennale gegründet, dessen Kunstschau in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindet.
Ihre Vorgängerin Lisa Felicitas Mattheis ist seit Mai 2025 kunst- und kulturwissenschaftliche Vorständin der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz in Saarbrücken. Im Dezember war durch einen Bericht des Evangelischen Pressedienst (epd) bekannt geworden, dass sie von Emden ins Saarland wechseln würde. Das kam überraschend: Schon einen Tag, nachdem Mattheis von ihrer neuen Stelle erfahren hat, war im Saarland direkt eine Pressekonferenz anberaumt worden. Die Kunsthalle Emden schickte erst ein paar Tage später eine Pressemitteilung zur Kündigung Mattheis. Seit 2022 war sie in Emden Direktorin.