Kurztrip oder Borkumreise Kontrollen verschärft – was bedeutet das für Niederlande-Trips?
Die Urlaubssaison steht an. Kürzlich wurden die Grenzkontrollen verschärft. Was das für die Rückreise aus den Niederlanden oder die Fähre nach Borkum aus Eemshaven bedeutet, fassen wir zusammen.
Landkreis Leer/Niederlande - Am 1. Mai ist eine Fahrt in die Niederlande für viele Menschen aus dem Grenzgebiet ein Klassiker. Ausflüge, Shoppingtrips und Reisen ins Nachbarland nehmen aber naturgemäß auch zum Start der Ferien regelmäßig zu. Dabei gilt es aber einen Umstand zu beachten: Bei der Rückfahrt in heimische Gefilde warten an manchen Grenzübergängen Kontrollen. Kürzlich sind diese verschärft worden. Wir fassen zusammen, was das für Reisende oder Ausflügler bedeuten mag.
Was wurde denn an den Kontrollen verschärft?
Neu sind die Kontrollen nicht. An der deutsch-niederländischen Grenze gibt es seit Mitternacht des 16. Septembers 2024 feste Kontrollstellen. Dabei gehe es unter anderem um die weitere Begrenzung der irregulären Migration, teilte die Bundespolizeidirektion Hannover seinerzeit mit. Eine solche feste Kontrollstelle gibt es auch Autobahn 280 bei Bunde. Der Verkehr wird dort über einen Rastplatz gelenkt. Jedes Fahrzeug rollt dann langsam an Polizeibeamten vorbei. Manche werden eingehender kontrolliert.
Die Kontrollen gibt es auf Anordnung des Bundesministeriums des Innern seit September „an allen landseitigen Schengenbinnengrenzen“ und werden weiter fortgesetzt, erklärt Ralf Löning, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Bad Bentheim. Der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CDU) habe nun am 7. Mai 2025 angewiesen, dass bei den Kontrollen eine weitere Regelung aus dem Asylgesetz anzuwenden ist, erklärt Löning.
Was bedeutet die Verschärfung generell?
Wenn man die Regelung anwende, führe das dazu, dass die Grenzbehörde gegenüber Schutzsuchenden bei der Einreise aus einem sicheren Drittstaat eine Einreiseverweigerung verfügen könne, so Löning. Außerdem könne man Schutzsuchende in den sicheren Drittstaat zurückschicken. „In Deutschland gelten derzeit unter anderem alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union als sichere Drittstaaten“, so der Sprecher. „Erkennbar vulnerable Personen, wie zum Beispiel Frauen mit Kleinkindern, hochschwangere Frauen oder sichtbar Schwererkrankte, können weiterhin an die zuständigen Stellen oder Erstaufnahmeeinrichtungen weitergeleitet werden.“
Die Verschärfung bedeutet auch, dass, wenn nötig, mehr Einsatzkräfte in Bunde am Start sein werden. „Sofern einsatztaktisch erforderlich, werden die einsatzführenden Dienststellen der Bundespolizei auch weiterhin von Unterstützungskräften, insbesondere der Direktion Bundesbereitschaftspolizei, personell verstärkt. Das gilt auch für die im Bereich des Rheiderlandes zuständige Bundespolizeiinspektion Bad Bentheim“, erklärt dazu Löning. Er bittet allerdings um Verständnis, dass sich die Bundespolizei „aus einsatztaktischen Erwägungen heraus“ nach wie vor nicht zu konkreten Einsatzstärken oder Details zur taktischen Schwerpunktsetzung äußern werde.
Was bedeutet die Verschärfung für Reisende?
Wie beschrieben läuft der Verkehr beim Kontrollpunkt Bunde von der Autobahn langsam über einen Rastplatz. Das bringt natürlich eine gewisse Verzögerung mit sich. Derzeit hält diese sich allerdings in Grenzen, da nicht so viele Fahrzeuge unterwegs sind. Das mag sich in Hauptreisezeiten ändern. Die Bundespolizei gewährleiste „im größtmöglichen Umfang“ die Leichtigkeit des grenzüberschreitenden Reise- und Warenverkehrs, so Löning.
Man prüfe durchgehend, wie man mögliche Beeinträchtigungen so gering wie möglich halten könne, sagt er. Hierzu könnten die Reisenden auch einen wesentlichen Beitrag leisten, sagt er. „Indem Sie den Personalausweis oder Reisepass sowie, falls erforderlich, den Aufenthaltstitel beim Grenzübertritt griffbereit haben.“ Diese Dokumente müsse man bei aber auch unabhängig von den Kontrollen bei jedem Grenzübertritt dabei haben und aushändigen, wenn man darum gebeten werde.
Was ist mit den Reisenden per Fähre von Eemshaven nach Borkum?
Haben die schärferen Grenzkontrollen auch Auswirkungen auf die Borkum-Anreise per Fähre über das niederländische Eemshaven? Dies wollte kürzlich ein Anrufer von dieser Zeitung wissen, der im Sommer einen Inselurlaub plant und wegen der neuen Dobrindt-Marschroute verunsichert ist. „Wir raten anreisenden Gästen generell, die Verkehrslage im Blick zu behalten und gegebenenfalls bei starker Anreise an Feiertagswochenenden oder Ferienanreise mehr Zeit einzuplanen“, sagt Corina Habben, Sprecherin der Reederei AG Ems, auf Anfrage.
Und weiter: „In Sachen Grenzkontrollen gibt es aktuell jedoch keine Auffälligkeiten bei der Anreise.“ Bei der Ausreise aus Deutschland, so Habben, werde nicht kontrolliert „und die Niederländer beschränken sich nach unseren Erkenntnissen auf die Beobachtung des einreisenden Verkehrs“. Auf der Fähre selbst seien im Zusammenhang mit verstärkten Grenzkontrollen bisher keine Kontrollen durchgeführt worden.