Zwei Chancen zum Aufstieg 0:21-Team verhindert Auricher Direktaufstieg
Aurich kämpft am Juni gegen den SV Hastenbeck um Niedersachsentitel und Aufstieg. Der Gegner darf nur aufsteigen, weil er ein B-Mädchenteam gemeldet hat, obwohl es nicht wettbewerbsfähig ist.
Aurich - 0:21, 0:13, 1:5 und wieder 0:13. Das sind die jüngsten vier Resultate jener Mädchen-Fußballerinnen, die einem Direktaufstieg des Frauen-Oberligameisters (Staffel West) SpVg Aurich in die Regionalliga im Wege stehen. Denn nur weil der Ostmeister SV Hastenbeck (bei Hameln) in der B-Mädchen-Kreisliga eine – nicht wettbewerbsfähige – Mannschaft gemeldet hat, die in 14 Spielen 156 Gegentore kassierte, erfüllt der SVH die Aufstiegskriterien. So wird am 14. Juni im Duell zwischen Aurich und Hastenbeck nicht nur der Niedersachsenmeister, sondern auch der Aufsteiger in die Regionalliga ausgespielt.
„Der Verlierer erhält diesmal aber noch eine zweite Chance“, sagt der Auricher Teammanager Hendrik Poppinga. „Denn in der Regionalliga gibt es in diesem Jahr drei Plätze für die Aufsteiger.“ Neben dem Niedersachsenmeister spielen die Vertreter aus Hamburg (Victoria Hamburg), Bremen (Union 60 Bremen) und Schleswig-Holstein (SSC Hagen-Ahrensburg) in einer Dreier-Runde einen zweiten Aufsteiger aus. Um den dritten Regionalliga-Platz sollen dann der Zweite dieser Aufstiegsrunde und der Niedersachsen-Vizemeister spielen.
2023 verlor Aurich das Finale
Lieber würden die Auricherinnen den Aufstieg natürlich im ersten Versuch klarmachen. „Für uns wäre die Regionalliga schon sehr wichtig. Dann bleiben auch die jungen Spielerinnen aus der Ferne, die sich unseren B-Mädchen angeschlossen haben, eher in Aurich.“ In den vergangenen Jahren aber zog der West-Meister stets den Kürzeren.
So verlor die Sportvereinigung Aurich das Niedersachsenfinale 2023 gegen Eintracht Braunschweig mit 1:4. Ein Jahr zuvor war der SV TiMoNo gegen den SV Barmke gar mit 0:4 unterlegen. Und im Vorjahr siegte der SV Hastenbeck gegen den West-Meister TSG Burg Gretesch mit 5:2 nach Verlängerung. Weil die Hastenbecker aber mangels Mädchenmannschaft nicht aufsteigen durften, meldeten sie flugs zur neuen Saison ein 11er-Team, das gegen Klubs wie Elze, Förste oder Kaspel regelmäßig fußballerische Prügel bezieht. Der Auftritt der Hastenbecker B-Mädchen ist zwar sportlich eher eine Farce, aber so erfüllt der Klub die Normen für die Regionalliga und träumt vom Aufstieg der Frauenmannschaft in die 3. Liga.
Zuletzt siegte immer der „Ostmeister“
Die Auricher hoffen natürlich, dass am 14. Juni die Siegesserie des Ostmeisters im Niedersachsenfinale endlich einmal zu Ende geht. „Wir betreiben gerade fleißig Videoanalyseund schauen uns den Gegner an“, sagt Hendrik Poppinga. Und er lässt ein gewisses Selbstbewusstsein durchblicken. „Normalerweise sollte ich vielleicht die Favoritenrolle an den Gegner abgeben“, sagt er. „Aber ich würde wirklich sagen, die Chancen stehen 50:50.“
Auf jeden Fall haben die Ostfriesinnen ihre Liga noch deutlicher dominiert als der Gegner. Die Sportvereinigung blieb ohne jede Niederlage und kam in bislang 19 Partien nur zweimal über ein Remis nicht hinaus. Für die Souveränität spricht auch das Torverhältnis von 72:9. Der SV Hastenbeck hingegen verlor sogar zwei Partien, spielte einmal unentschieden und liegt auch beim Torverhältnis (55:15) hinter den Auricherinnen zurück. Die permanenten Final-Sieger aus „dem Osten“ scheinen diesmal also nicht so übermächtig wie in den vergangenen Jahren.
Und sollten die Auricherinnen das Endspiel in Barsinghausen dennoch verlieren, gibt es ja diesmal noch die zweite Chance.