Fußballerinnen in neuer Liga  Auricher U17 spielt bald wieder gegen Werder, HSV und Co.

| | 06.05.2025 15:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In der Bundesliga traf die SpVg Aurich (Mitte Janne Buck) fast jede Woche auf namhafte Gegner wie Werder Bremen. Diese Saison war dies nur noch im DFB-Pokal der Fall. Foto: Aylin Rewohl/Archiv
In der Bundesliga traf die SpVg Aurich (Mitte Janne Buck) fast jede Woche auf namhafte Gegner wie Werder Bremen. Diese Saison war dies nur noch im DFB-Pokal der Fall. Foto: Aylin Rewohl/Archiv
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Die Bundesliga kehrt bei den B-Mädchen zwar nicht zurück. Doch der Unmut vieler führt nun zu einer halben Rolle rückwärts. Auf wen trifft Aurich alles? Und spielt die SpVg weiter auch bei den Jungs?

Aurich - Nur eine Saison nach der großen Reform bei den B-Juniorinnen gibt es für interessierte Vereine aus Nord- und Nordostdeutschland zumindest eine halbe Rolle rückwärts. Zwar wird die im Sommer 2024 abgeschaffte Bundesliga für die ältesten Jugend-Fußballerinnen vom DFB nicht wieder eingeführt. Doch der Norddeutsche Fußball-Verband und der Nordostdeutsche Fußball-Verband erfüllen den Wunsch einiger Vereine und gründen für die kommende Saison eine Regionalliga Nord/Nordost. „In der wollen wir auch mitspielen“, sagt Stefan Wilts von der SpVg Aurich.

Die Abschaffung der Bundesliga hatte auch bei den Auricher Spielerinnen nicht für Begeisterung gesorgt. Foto: Aylin Rewohl/Archiv
Die Abschaffung der Bundesliga hatte auch bei den Auricher Spielerinnen nicht für Begeisterung gesorgt. Foto: Aylin Rewohl/Archiv

Die dreigleisige Bundesliga mit sogar dem Ausspielen eines Deutschen Meisters war für viele Vereine ein Erfolgsmodell, auch und besonders für die SpVg Aurich. Der ostfriesische Verein machte sich deutschlandweit einen Namen, lotste Talente aus der ganzen Republik nach Aurich und integrierte sie auf und neben dem Platz mit einem halbprofessionellen Internatssystem. Sportlich erreichte Aurich zweimal das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft, wurde dabei sogar einmal Vizemeister. Das Ende der Bundesliga sorgte daher auch am Ellernfeld nicht gerade für Jubelstürme.

18 Siege und 123 Tore

Seit dieser Saison spielen die Ostfriesinnen nun – wie vom DFB erwünscht – im Jungen-Spielbetrieb mit. Die Auricher U17 spielt in der C-Jugend-Bezirksliga, hält dort gegen die ein bis zwei Jahre jüngeren Jungs mit. Parallel tritt das Team noch in der Niedersachsenliga der B-Juniorinnen an. Dort haben weder die Auricherinnen noch die Gegner große Freude: 18 Spiele, 18 Siege und 123:6 Tore lautet die Bilanz.

Stefan Wilts ist seit vielen Jahren der Trainer der Auricher U17. Foto: Jens Doden/Emden
Stefan Wilts ist seit vielen Jahren der Trainer der Auricher U17. Foto: Jens Doden/Emden

„Das ist für alle nicht schön“, sagt Wilts. „Auch einige Gegner haben sich schon beim Verband beschwert.“ Die Ostfriesinnen müssen dort aus finanziellen Gründen den Titel einfahren, um sich wiederum für den im letzten Sommer eingeführten DFB-Pokal zu qualifizieren – die Teilnahme dort ist mit nicht unerheblichen Einnahmen vom DFB für die Talentförderung verbunden.

Diese neun Vereine sind dabei

Nach einigen Gesprächen im Hintergrund, drei Meetings und einer Abfrage soll die Regionalliga Nord laut Stefan Wilts zur neuen Saison nun eingeführt werden. „Wir warten eigentlich nur noch auf die Ausschreibung“, so der Auricher Trainer der U17 und der Oberliga-Frauen.

Der DFB-Pokal ist der einzige Wettbewerb, in dem die Auricherinnen auf Teams aus der ganzen Republik treffen können. Im Dezember schied die SpVg im Achtelfinale in Leverkusen aus. Foto: Aylin Rewohl/Archiv
Der DFB-Pokal ist der einzige Wettbewerb, in dem die Auricherinnen auf Teams aus der ganzen Republik treffen können. Im Dezember schied die SpVg im Achtelfinale in Leverkusen aus. Foto: Aylin Rewohl/Archiv

Laut Informationen der SpVg Aurich haben sich folgende neun Mannschaften für die Teilnahme an der Regionalliga entschieden: SpVg Aurich, Hamburger SV, Hannover 96, Holstein Kiel, Werder Bremen, Hertha BSC Berlin, SV Meppen, Eimsbütteler TV und Osnabrücker SC. Die neun Mannschaften würden eine normale Saison mit Hin- und Rückspiel absolvieren, jedes Team hätte 16 Partien – und bei Qualifikation noch zusätzliche im DFB-Pokal. „Es gibt aber auch Vereine wie Carl-Zeiss Jena, RB Leipzig, 1. FFC Magdeburg oder VfL Wolfsburg, die nicht mitmachen möchten“, so Wilts. Die Vereine aus dem Westen und Südwesten waren nach der Abschaffung der Bundesliga schon vergangenen Sommer „weicher“ gefallen, spielen schon in dieser Spielzeit in einer Regionalliga West und Südwest.

Abschied von den Jungs

Damit werden die Auricher U17-Juniorinnen laut Stefan Wilts nach der Saison auch wieder die U15-Bezirksliga der Jungen verlassen. „Es war eine Erfahrung und okay für uns. Mit der Möglichkeit der Teilnahme an einer U17-Regionalliga haben wir nun eine andere Variante, die wir nutzen möchten.“ Für sportliche Vergleiche will man gelegentlich auch gegen Jungen-Mannschaften spielen. Der Fokus liegt aber klar auf dem Spielbetrieb mit gleichaltrigen und ambitionierten U17-Juniorinnen.

Offen ist dagegen noch, wie künftig die Qualifikation zum DFB-Pokal für Nicht-Lizenz-Vereine wie die SpVg Aurich vonstatten gehen soll. „Das ist noch ein Thema, das geklärt werden muss.“ Die SpVg Aurich wird aber auf jeden Fall – wie schon zu Bundesliga-Zeiten – mit der U16 dann in der Niedersachsenliga spielen.

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