Radfahren in Moormerland Morgens und mittags wird’s eng
Derzeit fließt wegen einer Umleitung viel Verkehr durch die Friedrich-Ebert-Straße in Warsingsfehn. Nicht ungefährlich, meint ein Einwohner. Eine Kreuzung wurde bereits vorher als Problemzone erkannt.
Warsingsfehn - Die laufenden Sanierungsarbeiten an gleich zwei Brücken im Zentrum von Warsingsfehn bringen es mit sich, dass momentan mehr Verkehr als sonst durch die Friedrich-Ebert-Straße fließt. Gerade für Kinder und Jugendliche, die mit dem Rad zur Schule wollen, berge das Gefahren. Mit dieser Kritik hat sich Kai Saathoff an unsere Zeitung gewandt. Gerade die Einmündung Rudolf-Eucken-Straße hat er dabei im Blick.
Diese Stelle war bereits den Fachleuten beim Fußverkehrscheck negativ aufgefallen, an dem die Gemeinde Moormerland im vergangenen Jahr teilgenommen hatte. In der Präsentation des Abschluss-Workshops wurde dazu festgehalten, dass ein weiter Kurvenradius von 16 Metern den Kfz-Verkehr dazu ermuntere, „ungebremst“ hineinzufahren. Außerdem sei die Einmündung nicht ausreichend barrierefrei ausgerüstet, was es insbesondere Sehbehinderten erschwert, die Kreuzung zu überqueren.
Ideen für die Kreuzung in Warsingsfehn
Damals war als langfristige Verbesserung vorgeschlagen worden, die Einmündung zu verengen und somit die Distanz für Fußgänger zu verringern. Damit könnte der Gehweg auf der südlichen Seite ausgebaut werden. Bis es dazu kommt, wird aber noch einige Zeit vergehen. Der Fußverkehrscheck wie auch das Radverkehrskonzept seien langfristig angelegte Konzepte, sagt der Erste Gemeinderat Jörg Lorenz: „Diese werden nach Möglichkeiten geprüft und umgesetzt, dazu werden auch Fördergelder beantragt.“
An der momentanen Situation können solche Ideen nichts ändern. Der Warsingsfehntjer Kai Saathoff hat in jüngster Zeit beobachtet, dass vor allem zu Schulanfang morgens und Schulschluss nachmittags sehr viele Schüler dort langkommen. „Das liegt sicherlich daran, dass gleichzeitig mit der Brücke an der Königsstraße auch die Fußgänger- und Radfahrerbrücke Ilmenaustraße saniert wird“, vermutet er. Denn Kinder und Jugendliche aus den Wohngebieten südlich des Sauteler Kanals nutzten diesen Weg, um zur IGS zum Unterricht zu kommen.
Die Situation zum Schulschluss im Zentrum
Jetzt fahren sie durch die Mühlenstraße und die Friedrich-Ebert-Straße – vor allem morgens seien sie dabei auf der linken Straßenseite unterwegs. „Verständlich“, meint Saathoff, auch wenn das gegen die Verkehrsregeln verstößt. Denn wer aus der Leinestraße herauskommt, wird nicht für die Strecke bis zur Theodor-Heuß-Straße die Straßenseite wechseln – erst recht nicht, wenn der „gewohnte Weg“ über den Fußweg im Zentrum eingeschlagen wird. Dann sind es nur wenige Meter bis zur Rudolf-Eucken-Straße.
Beim Ortstermin um die Mittagszeit konnten wir ähnliche Szenen beobachten. Eine Frau auf einem E-Bike steuerte auf dem Gehweg an der linken (westlichen) Seite der Friedrich-Ebert-Straße auf einen Pulk aus Jugendlichen auf Fahrrädern sowie auf eine Frau mit einem kleinen Kind auf einem eigenen Fahrrad zu. Auf dem schmalen Weg konnten sich alle Beteiligten ausweichen, aber kaum ohne zu schlingern. Saathoff hatte bereits eine Szene gesehen, bei der ein Mädchen auf die Straße geriet und beinahe mit einem Auto zusammengestoßen wäre. „Es ist gerade noch gutgegangen“, sagt er.
Können Piktogramme helfen?
Die Wege rechts und links der Straße sind als Gehwege ausgeschildert mit dem Zusatz „Radfahrer frei“. Das heißt zwar, dass dort Radfahren erlaubt ist, jedoch nur in Schrittgeschwindigkeit. Die Realität sieht anders aus. Die Gehwege werden durchweg als Radweg benutzt, auf der Straße fährt so gut wie kein Radfahrer bei unserem Ortstermin. Ließe sich mit Piktogrammen auf der Fahrbahn kurzfristig eine Verbesserung erzielen?
Tatsächlich hat die Gemeinde eine solche Kennzeichnung bereits geprüft, wie Jörg Lorenz mitteilt. „Grundsätzlich lassen sich solche Piktogramme innerhalb weniger Tage auf den Asphalt aufbringen“, heißt es in seiner Antwort. An dieser Stelle, das habe eine Prüfung ergeben, sei es auch möglich. Die dafür notwendigen Schablonen würden kurzfristig beschafft. Diese Symbole können Radfahrende ermuntern, die Straße statt des Gehweges zu benutzen und Autofahrern signalisieren, dass sie hier mit Zweirädern rechnen müssen.
„Das wäre eine schnelle Lösung“, glaubt Kai Saathoff. Bei der Gemeinde wurde laut Lorenz bereits überlegt, mit „Geisterfahrer“-Piktogrammen die Radfahrenden darauf aufmerksam zu machen, dass sie auf der falschen Seite fahren. Dies werde jedoch noch geprüft.
Probleme mit Schleichweg-Fahrern
Die Situation zwischen Zentrum und den Wohngebieten südlich des Sauteler Kanals wird durch die gleichzeitigen Baustellen an der Königsstraße und an der Fußgängerbrücke Ilmenaustraße nicht einfacher. Zu Beginn der Arbeiten hatten sich Anwohner der Siedlungen über zunehmenden Verkehr beschwert. Insbesondere große Lieferwagen und Lastwagen hatten statt der ausgeschilderten Umleitung eine „Abkürzung“ durch Ems- und Dollartstraße gewählt.
Daraufhin hatte die Gemeinde die Emsstraße komplett gesperrt, um die Situation für die Anlieger erträglicher zu machen. Bürgermeister Hendrik Schulz macht deutlich, dass es nach wie vor eine Sperrung der Emsstraße gibt, Anwohner aber freie Zufahrt zu ihren Grundstücken haben. Neben der Belastung für die Anlieger sollte mit der Sperrung die Sicherheit auf der Straße gewährleistet werden, die für schwere Lastwagen nicht ausgelegt ist.