Ungewöhnlicher Lebensweg  Junge Kanadierin eröffnet im Emsland ein Tattoo-Studio

Daniel Gonzalez-Tepper
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Von Daniel Gonzalez-Tepper
| 03.05.2025 17:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Von ihrer Mutter Christin, die in Hanover in Kanada ein Tattoo-Studio betreibt, hat Sarah Terhardt die Kunst des Tätowierens erlernt. Nun hat sich die 30-Jährige mit einem eigenen Studio an der Neustadtstraße 18 in Haselünne selbständig gemacht. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper
Von ihrer Mutter Christin, die in Hanover in Kanada ein Tattoo-Studio betreibt, hat Sarah Terhardt die Kunst des Tätowierens erlernt. Nun hat sich die 30-Jährige mit einem eigenen Studio an der Neustadtstraße 18 in Haselünne selbständig gemacht. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper
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„Solene Tattoo“ heißt das Tattoo-Studio, das jetzt im emsländischen Haselünne eröffnet hat. Betrieben wird es von Sarah Terhardt, die in Kanada aufgewachsen ist. Wir stellen die 30-Jährige vor.

Haselünne - Nicht lange leer stand das Ladenlokal an der Neustadtstraße 18 in Haselünne, in dem sich bis Mitte Dezember 2024 die Modeboutique Herzstück von Sonja Lübken befand. Sarah Terhardt hat es im Januar gemietet und mit viel Eigenleistung zu einem Tattoo-Studio umgestaltet. „Solene Tattoo“ hat sie ihr Studio genannt. Solene sei ein französischer Vorname, der ihr sehr gefallen hat und übersetzt „feierlich“ bedeutet.

„Ich wollte immer einen Arbeitsplatz haben, der ruhig, hell und einladend ist. Nicht nur für mich, sondern auch meine Kunden“, sagt die Tätowiererin. Im Warte- und Beratungsbereich stehen zum Beispiel gemütliche Ledersofas, es gibt Wohnzimmer-Möbel, an den Wänden hängen Dekorations- und Blumenelemente.

Nach mehreren Jahren als Untermieterin in Tattoo-Studios in Oldenburg und Lingen sei es an der Zeit gewesen, etwas Eigenes aufzubauen, sagt Sarah Terhardt. Seit acht Jahren lebt sie in Andrup, daher sei Haselünne die erste Option gewesen. Zwar gebe es in der Korn- und Hansestadt bereits ein Tattoo-Studio an der Osterstraße, doch die Stadt wachse, ebenso wie die Beliebtheit von Tattoos, nennt die 30-Jährige den Grund für die Ortswahl.

Tätowiererin ist in Hanover in Kanada aufgewachsen

Aufgewachsen ist die Nadelkünstlerin mit ihrem Geburtsnamen Sarah Stead in Hanover in Kanada, einer Stadt in der Provinz Ontario im Südosten des Landes. Dort jobbte sie als Kellnerin in einem Restaurant und lernte Hendrik Terhardt kennen. Der Landwirt aus Haselünne verbrachte damals ein Auslandsjahr in Kanada. Da dessen Eltern in Andrup einen Schweinemastbetrieb betreiben, den er übernehmen sollte, war eine Rückkehr ins Emsland unausweichlich. Sarah Stead zog mit - und heißt nach der Heirat Sarah Terhardt.

Beide haben inzwischen drei Kinder im Alter von drei, fünf und sechs Jahren. Weil deren Betreuung im Kindergarten und bald in der Grundschule gesichert ist, wagt die 30-Jährige nun den Schritt in die Selbständigkeit.

Schon als Kind im Tattoo-Studio der Mutter herumgewuselt

Gelernt hat sie das Tätowieren von ihrer Mutter Christine, in deren Studio in Kanada sie schon als kleines Kind herumwuselte. Im Alter von 13 Jahren erhielt sie von ihr auch das erste Tattoo. Inzwischen ist fast der gesamte Körper der jungen Kanadierin mit bunten Motiven versehen.

Eine Vorliebe hat sie für Fineline-Tattoos, eine Technik, die sich durch sehr feine, präzise Linien auszeichnet. Sie werden mit speziellen, dünnen Nadeln gestochen. Auch den Stil Realistic mag sie sehr gern. Auf ihrem Arm hat ein Tätowier-Kollege mit dieser Technik die Sänger David Bowie und Chappell Roan verewigt. Um die neue Techniken zu erlernen, ist die 30-Jährige sogar zu einem Tätowierer in Essen im Ruhrgebiet gefahren. Ende März erhielt Sarah Terhardt die behördliche Genehmigung für die Eröffnung.

Feste Öffnungszeiten gibt es nicht, Termine können per Telefon/Whatsapp (0178/8273390) oder E-Mail (sjttattoo@gmail.com) vereinbart werden. Wer sich Werke der 30-Jährigen ansehen möchte, findet bei Instagram zahlreiche Bilder (instagram.com/solene_tattoo).

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