Lebensmittel Warum der Nachmittagsmarkt in Remels so beliebt ist
Seit einem Jahr gibt es den Nachmittagsmarkt in Remels auf dem Schützenplatz. Er sei ein Treffpunkt geworden und nicht nur zum Einkaufen gut, finden die Betreiber.
Remels - Selbstverständlich sei es nicht gewesen, dass der Nachmittagsmarkt in Remels bei den Menschen gut ankommt. Aber der Mut habe sich bezahlt gemacht, sagt Bürgermeister Heinz Trauernicht: „Alle Beschicker haben mit viel Herzblut dazu beigetragen, dass der Markt gut angelaufen ist.“ Man werde nun „darum kämpfen“, das Angebot im Zwei-Wochen-Rhythmus aufrechtzuerhalten. Geht es nach der Gemeinde und den Beschickern, ist der Markt ein Erfolg.
Seit dem 29. September gibt es alle zwei Wochen donnerstags von 14 bis 18 Uhr das Angebot von rund 15 Anbietern aus der Region. „Darauf haben wir Wert gelegt, dass der Kunde vor allem Waren aus der Umgebung findet. Man lernt dann gleich die Menschen kennen, die hinter den Produkten stehen“, sagt Torsten Stephan von der Gemeinde Uplengen. Außerdem soll es die Sortimente der Geschäfte in Remels ergänzen, anstatt ihnen Konkurrenz zu machen.
Anstoß kam von Marktbeschickern
Der Nachmittagsmarkt sei immer gut besucht, so Stephan. Die Stände stehen auf dem Schützenplatz, der liege zwar etwas abseits, aber dennoch ideal. Zum einen, weil dort direkt Parkplätze zur Verfügung stehen, zum anderen weil viele Besucher mit dem Fahrrad kommen und der Platz für alle gut erreichbar sei. Lange Jahre hatte Remels gar keinen Wochenmarkt gehabt. Das neue Format sei gleich gut angenommen worden, sagt Trauernicht.
Den Anstoß dazu hatte Andreas Linnemeier von De Hund Schüür gegeben. Der Schwerinsdorfer verkauft natürliche Kauartikel für Hunde. Linnemeier hatte bei der Gemeinde angefragt, ob Interesse an einem Nachmittagsangebot besteht und selbst weitere Beschicker geworben. Eine gute Zusammenarbeit, ebenso mit dem Schützenverein, der den Platz für die Anbieter ohne Standgebühr zur Verfügung stellt, wie Torsten Stephan bestätigt. Für Linnemeier ist es keine Überraschung, dass der Markt am Nachmittag für viele Kunden interessant ist.
Viele Stammkunden gefunden
„Das ist die Zukunft für Wochenmärkte“, ist er überzeugt. Denn wer berufstätig sei, habe am Vormittag meist keine Gelegenheit, auf einem Wochenmarkt einzukaufen. Außerdem habe der Nachmittagsmarkt eine andere Atmosphäre, er ziehe deshalb auch Touristen an, sagt der Händler. Nach Feierabend kämen ganze Familien vorbei. Er habe in Remels schon viele Stammkunden gefunden. „Nachmittagsmarkt – das ist der Trend der nächsten Jahre“, prophezeit Linnemeier, der mit seinem Stand auch in Weener steht.
Dort gibt es das Nachmittagsformat noch etwas länger als in Remels und auch dort hat es sich positiv entwickelt. Beide Märkte waren sogar während der Wintermonate geöffnet und fanden selbst bei kühlen Temperaturen ihre Kundschaft.
Es gibt schon Stammkunden in Remels
Wie in Weener sind auch in Remels einzelne Anbieter wieder abgesprungen. „Zum Glück konnten wir die Lücken wieder schließen“, sagt Stephan. Er freut sich, dass er mit Obst & Gemüse Gerdes einen treuen Beschicker gefunden hat. „Frisches Gemüse gehört einfach zu einem Wochenmarkt dazu“, findet Stephan. Auf dem Platz können sich außerdem Vereine vorstellen. An diesem Nachmittag hat sich der Imkerverein Uplengen-Hesel beim Schützenhaus positioniert. Die Mitglieder informieren darüber, auf was es bei einem guten Honig ankommt und was jeder im Garten für Bienen und andere Bestäuber tun kann. Die Ehrenamtsagentur des Landkreises ist ebenfalls da und stellt sich vor.
Bürgermeister Trauernicht holt eine Runde Kaffee. „Bald soll es auch Eis geben“, kündigt er an, außerdem werde die Hüpfburg bald wieder aufgebaut. Der Markt als Treffpunkt, das sei ein weiterer Grund, warum das Projekt so gut angekommen sei, glaubt Trauernicht. Es sei ein Treffpunkt für alle Generationen, gerade wegen der für einen Markt ungewöhnlichen Öffnungszeit.