Berlin Spotify startet Hörbuchangebot in Deutschland: Was Nutzer und Verlage erwartet
Hörbücher boomen – und der Musik-Streamingdienst Spotify mischt jetzt mit. Für Nutzer gibt es ein neues Hörbuchangebot, für Verlage eine bessere Bezahlung als bei Musikstreams. Welche Vorteile und Tücken das neue Angebot hat, zeigt unsere Übersicht.
Nach dem Rollout in den USA, Großbritannien, Frankreich und den Benelux-Staaten bringt der schwedische Musik-Streamingdienst Spotify sein Hörbuchangebot nun auch nach Deutschland. Damit ergänzt das Unternehmen sein bisheriges Portfolio aus Musik und Podcasts um ein weiteres wachsendes Audio-Format. Das neue Sortiment soll sowohl zahlreiche fremdsprachige Hörbücher als auch Angebote deutscher Verlagshäuser bereitstellen.
Premium-Abonnenten erhalten mit der neuen Funktion ein monatliches Kontingent von zwölf Hörstunden ohne zusätzliche Kosten, wie Spotify auf seiner Homepage bekannt gibt. Wer darüber hinaus hören möchte, muss zusätzliche Stunden kaufen.
Spotify bietet dafür kostenpflichtige Erweiterungen an: In Deutschland kosten zehn weitere Hörstunden zehn Euro, in Österreich elf Euro. Die dazugekaufte Hörzeit kann flexibel verwendet werden – etwa zum Weiterhören eines begonnenen Buches. Nutzer ohne Premium-Abo können Hörbücher laut Spotify weiterhin einzeln kaufen. Inzwischen umfasst die Bibliothek mehr als 350.000 englischsprachige Titel sowie jeweils rund 15.000 Werke in französischer, niederländischer und flämischer Sprache, wie die Nachrichtenwebsite „heise online“ mitteilt.
Bisher war das Hörbuchangebot bei Spotify in Deutschland relativ überschaubar. Die neu eingeführte Vergütungsstruktur soll Abhilfe schaffen, denn sie unterscheidet sich deutlich vom bisherigen klassischen Musikstreaming. Laut einem „Spiegel“-Bericht erhalten Verlagshäuser für jede Hörstunde zwischen 20 und 40 Cent. Beim Musikstreaming liegt der Betrag im Vergleich pro Song bei deutlich weniger als einem Cent.
Der weltweite Hörbuchmarkt wächst, so der „Spiegel“, jährlich um rund 25 Prozent und könnte bis 2030 ein Volumen von bis zu 35 Milliarden US-Dollar erreichen. Zahlreiche deutsche Verlagshäuser würden sich daher inzwischen offen für eine Zusammenarbeit zeigen, wenngleich es weiterhin Vorbehalte gegenüber Spotify gäbe – insbesondere in Hinblick auf die Auswirkungen auf den klassischen Buchverkauf.