Tierschutz gGmbH soll Zukunft des Tierheims Stapelmoor sichern
Die Zukunft des Tierheims in Stapelmoor soll gesichert werden. Vier Kommunen machen dabei gemeinsame Sache. Wie genau geht es weiter?
Stapelmoor - Die Zukunft des Tierheims Stapelmoor ist gesichert. Die Stadt Papenburg und die Rheiderland-Kommunen Weener und Bunde haben die Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung bereits beschlossen. Aus Jemgum fehlt das offizielle Go noch, die Entscheidung gilt aber als Formsache.
Die Tierheim Stapelmoor gGmbH soll den Verein Tierschutz Rheiderland ablösen, der die Einrichtung betrieben hatte. Der Verein befindet sich in der Auflösung. Spätestens bis zum Jahresende muss die Liquidation abgeschlossen sein. Im Mai 2025 soll die Gründung der Gesellschaft besiegelt und anschließend ein Geschäftsführer bestimmt werden. „Das Finanzamt hat die Gemeinnützigkeit in Aussicht gestellt“, sagte Liquidatorin Xenia Nording in der Sitzung des Rates der Stadt Weener.
Tierheim nimmt keine Abgabetiere auf
Hintergrund: Nach jahrelangen Querelen war Ende August 2024 die Auflösung des Vereins beschlossen worden. Zu Liquidatoren wurden damals Xenia Nording von der Stadt Weener und Matthias Heyen von der Stadt Papenburg bestellt, damit der Tierheimbetrieb gesichert war. Aktuell werden in Stapelmoor allerdings nur Fundtiere der Städte Weener und Papenburg sowie der Gemeinden Bunde und Jemgum versorgt.
Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte die damals neue Tierheimleiterin Mara Schwartz die Notbremse gezogen und einen Aufnahmestopp für Katzen verhängt. Aufgenommen werden nur Katzen, die vorher von den Gemeinden als Fundtier anerkannt wurden. Aktuell werden in der Einrichtung keine Abgabetiere, sondern nur Fundtiere aufgenommen. Diese Regelung habe man „aus Kapazitätsgründen“ ergriffen, wie Matthias Heyen auf Nachfrage erklärte.
Kommunen zahlen Zuschüsse
Das Stammkapital der Tierheim-Gesellschaft soll insgesamt 25.000 Euro betragen. Die Stadt Papenburg als größte der beteiligten Kommunen übernimmt die Hälfte der Anteile (12.500 Euro), die Stadt Weener 30 Prozent (7500 Euro). Auf die Gemeinde Bunde entfallen 12,5 Prozent (3125 Euro) und auf die Gemeinde Jemgum 7,5 Prozent (1875 Euro).
Die vier Kommunen hatten bisher über finanzielle Zuschüsse – insgesamt eine Summe von 170.000 Euro pro Jahr – an den Tierschutzverein Rheiderland dessen Arbeit maßgeblich mitfinanziert. Für die Aufteilung der laufenden Kosten sowie für Investitionen wird ein entsprechender Verteilschlüssel angewendet. Was die laufenden Unterhaltungskosten der Einrichtung für die Stadt Papenburg betrifft, soll sich indes wenig ändern. Hier sind weiterhin mit rund 80.000 Euro pro Jahr veranschlagt.
Reparaturstau im Tierheim
Die Gemeinde Bunde plant dafür jährlich etwa 35.000 Euro ein. Für das Jahr 2025 wurde allerdings eine höhere Summe eingeplant. In diesem Jahr wurden dort rund 75.000 Euro Kosten für das Tierheim eingeplant. Im Haushalt der Stadt Weener sind aufgrund der aktuellen Situation 89.800 Euro vorgesehen. Allerdings sind im Tierheim nach den Worten von Matthias Heyen etliche bauliche Maßnahmen nötig. „Es gibt einen Reparaturstau, der abgebaut werden muss“, sagte er, ohne weiter ins Detail zu gehen. Die konkrete Planung zähle zu den Aufgaben der künftigen Geschäftsführung.
Neben der gGmbh soll ein Verein für die ehrenamtlichen Helfer gegründet werden, die beispielsweise in ihrer Freizeit mit den Hunden Gassi gehen oder bei der Versorgung und Pflege der Katzen helfen oder einfach nur Streicheleinheiten verteilen. Gesucht werden aber auch handwerklich geschickte Menschen oder solche, die Spaß an der Gartenpflege haben. „Dabei geht es in erster Linie darum, das ehrenamtliche Engagement auszubauen und weiter zu pflegen“, sagte Matthias Heyen. Ziel sei, unter dem Dach der gGmbH „ein gutes Tierheim mit ausreichenden Kapazitäten“ zu schaffen, so Heyen.