Unternehmen Trotz Insolvenz – Remarc lädt Öffentlichkeit ein
Remarc, Produzent von Maschinen und Geräten für die Garten- und Landschaftspflege aus Jübberde, ist in wirtschaftliche Schieflage geraten. Dennoch soll es weitergehen. Das will man den Bürgern zeigen.
Leer - Vor gut einem Monat hat Traditionsunternehmen Remarc mit Sitz in Jübberde einen Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Dr. Immo Hamer von Valtier aus Leer bestellt. Es sei keine Insolvenz in Eigenverwaltung, sondern ein reguläres Verfahren, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Zum 1. Juni werde das Insolvenzverfahren vermutlich offiziell eröffnet.
Trotz dieser großen wirtschaftlichen Probleme lädt das Unternehmen nun die Öffentlichkeit in den neuen Standort in Jübberde ein. Der Betriebe laufe ungehindert weiter, betont Geschäftsführer Andreas Bruns gegenüber dieser Zeitung. „Wir möchten mit dem Tag der offenen Tür zeigen, dass wir noch da sind.“
Stattfinden soll das ganze am Sonnabend, 12. April 2025. Das Werk in der Robert-Bosch-Straße 8 ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet, teilt Bruns mit. Es gebe unter anderem Führungen durch die Hallen des Unternehmens, Vorführungen sowie Verkaufsstände.
Der Hintergrund der Insolvenz
Rund 40 Personen seien derzeit im Unternehmen, das sich auf die Produktion von Maschinen und Geräten für die Garten- und Landschaftspflege spezialisiert hat, beschäftigt, hatte der vorläufige Insolvenzverwalter dieser Zeitung mitgeteilt. Innerhalb kurzer Zeit habe man sich auf eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes geeinigt. Alle Beteiligten wie Arbeitsagentur, Geschäftsführung und Banken hätten „super mitgearbeitet“, so Hamer von Valtier. „Wir konnten den Beschäftigten innerhalb weniger Tage den offenen Lohn aus dem Februar bezahlen.“ Der allgemeine Geschäftsbetrieb laufe vollumfänglich weiter.
Als Ursache für den Insolvenzantrag sieht der Rechtsanwalt die allgemeine wirtschaftliche Lage. „In den vergangenen Jahren ist der Umsatz im privaten Bereich vor allem in Deutschland bei den hochwertigen Geräten rückläufig gewesen“, erklärte Hamer von Valtier.
Kaufzurückhaltung führte zu Umsatzeinbußen
„Als Remarc waren wir bereits im Herbst des vergangenen Jahres aufgrund von Auftragsrückgängen mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert“, erklärte auch Geschäftsführer Andreas Bruns. „In der gesamten Branche beobachten wir eine anhaltende Kaufzurückhaltung, die zu Umsatzeinbußen führt.“ Die Lage habe sich bis Anfang März weiter verschärft, aufgrund „unserer entstandenen Liquiditätsschwäche“ sei der Schritt in das Insolvenzverfahren unumgänglich gewesen.
Der vorläufige Insolvenzverwalter erklärte, dass die Nachfrage aus dem Ausland nach wie vor da sei. „Das Unternehmen ist eigentlich gut aufgestellt. Es ist auch kein Missmanagement, das muss man ganz klar sagen.“ Geschäftsführer Andreas Bruns habe gekämpft bis zum Schluss.
Investorenprozess ist Teil des Verfahrens
Wie lange das Insolvenzverfahren dann fortgeführt werde, konnte er aber noch nicht sagen. „Ziel des Verfahrens ist es, die Remarc GmbH zu restrukturieren und den Geschäftsbetrieb wirtschaftlich tragfähig aufzustellen. Hierzu führen wir sowohl Gespräche mit Gläubigern, Lieferanten und anderen Handels- und Geschäftspartnern als auch mit Kreditgebern und potenziellen Investoren.“ Dabei werde auch ein „verfahrensüblicher und rechtlich vorgeschriebener Investorenprozess“ durchgeführt.
Dieser habe das Ziel, eine für den Fortbestand des Unternehmens, den Erhalt der Arbeitsplätze und die Befriedigung der Gläubiger bestmögliche Lösung zu finden, so Hamer von Valtier. „Ob es in diesem Rahmen zu einem neuen Träger oder einer strategischen Partnerschaft kommt, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausmachen, dafür ist das Verfahren noch nicht weit genug fortgeschritten.“ Geplant sei, eine Lösung zu finden, die auf den Erhalt der Arbeitsplätze gerichtet ist.