Ausschuss der Gemeinde Barßel  CDU/FDP-Fraktion zunächst gegen die Einrichtung eines Jugendparlaments

Hans Passmann
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Von Hans Passmann
| 03.04.2025 12:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf der Ausschusssitzung waren (v.li.) Bürgermeister Nils Anhuth, Gemeindejugendpfleger Hartmut Börchers und Michael Bohnen für die Einrichtung des Jugendparlaments. Foto: Passmann
Auf der Ausschusssitzung waren (v.li.) Bürgermeister Nils Anhuth, Gemeindejugendpfleger Hartmut Börchers und Michael Bohnen für die Einrichtung des Jugendparlaments. Foto: Passmann
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Bürgermeister Nils Anhuth hat die Einrichtung eines Jugendparlaments in der Gemeinde Barßel gegen die CDU/FDP-Fraktion verteidigt. Im Juni können sich die Jugendlichen bewerben.

Elisabethfehn - In der Gemeinde Barßel soll ein Jugendparlament, JuPa, das mit neun Jugendlichen im Alter von 12 bis 21 Jahren besetzt sein wird, ins Leben gerufen werden. Die Idee zur Einrichtung eines JuPa hatten Gemeindejugendpfleger Hartmut Börchers und sein Kollege Michael Bohnern vom Jugend- und Begegnungszentrum (JuBZ) zusammen mit Bürgermeister Nils Anhuth (parteilos). Doch die Einrichtung war in der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Familie, Senioren und Soziales am vergangenen Mittwochabend im Gemeindezentrum der Baptisten in Elisabethfehn nicht ganz unumstritten.

Insbesondere die CDU/FDP-Fraktion hatte zunächst Bedenken, um später dann im Laufe der anschließenden Diskussion eine Kehrtwende zu machen. „Da die Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 30 Jahren sowohl im Gemeinderat als auch in den Beiräten kaum oder gar nicht vertreten ist, soll das Jugendparlament künftig für die Ideen und Belange dieser wichtigen Gruppe entstehen“, warb Bürgermeister Anhuth für die Einrichtung. Das JuPa soll als Pendant zum Seniorenbeirat und zum Beirat für Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen eingeführt werden. „Bevor wird das Jugendparlament einrichten, sollten wir erst einmal abklären, wie die Resonanz bei den Jugendlichen ist.

„Barßel for You“ war gescheitert

Vor zwei Jahren ist schon einmal die Aktion „Barßel for You“ gestartet – und das Interesse war gleich Null“, gab Ratsherr Johannes Geesen (CDU) zu bedenken. Gleichwohl stehe die CDU/FDP Fraktion grundsätzlich der Einrichtung positiv gegenüber. Aber jetzt einen „Blindflug“ zu starten halte die Fraktion für bedenklich: „Sollten die Jugendlichen Interesse zeigen, dann könne das JuPa eingerichtet werden. Wie sollen wir dann die Resonanz bei den Jugendlichen feststellen oder testen“, so Geesen. „Es wurde mit Jugendlichen gesprochen und die waren davon überzeugt“, erwiderte Bürgermeister Anhuth. Es sei wichtig, den jungen Menschen zuzuhören.

„Die Jugend ist nicht nur Zukunft, sie ist auch die Gegenwart. Die Kinder und Jugendlichen in der Gemeinde Barßel haben eine Stimme, die gehört werden muss. Und gerade ein Jugendparlament bietet die Möglichkeit, sich aktiv an politischen Prozessen zu beteiligen“, meinte Ratsfrau Judith Vey-Höwener (SPD). Es sei eine Plattform, auf der sie ihre Ideen, Wünsche und Sorgen äußern könnten. Es sei die Chance, ihre Perspektiven einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Ein Jugendparlament fördere nicht nur das politische Engagement, sondern auch die persönliche Entwicklung der Jugendlichen. „Die SPD stimmt der Einrichtung zu“, so die SPD-Ratsfrau.

Drei Jugendliche äußerten Interesse

„Wenn man jetzt noch eine Umfrage bei den Jugendlichen fordert, geht die Ernsthaftigkeit der Einrichtung verloren“, befand Ratsfrau Annegret Meyer von der Bürgerfraktion. Das Jugendparlament könnte sich gut entwickeln und daher jetzt starten. Zur Frage des Alters der Jugendlichen meinte als hinzugewähltes Mitglied Pastor Thomas Perzul: „Gerade die Mischung von Jugendlichen zwischen 12 und 21 Jahren macht es“. Nachdem drei Jugendliche während der Sitzung schon einmal ihr Interesse am Jugendparlament bekundeten, änderte auch die CDU/FDP Fraktion ihre Meinung und stimmte der Einrichtung zu. Dazu die Bemerkung von Ratsherr Jan Block (CDU): „Jugendliche, belehrt uns jetzt eines Besseren“.

Der Ablauf sieht vor, dass im April die Kandidatenfindung beginnt und dafür wie Werbetrommel gerührt wird. Bis 11. Mai können die Kandidaturen eingereicht werden. Rund 1450 Personen dürfen dann online in der Zeit vom 10. bis zum 17 Juni wählen. Anfang Juli soll dann die erste Sitzung des Jugendparlaments sein. Hier wird dann auch der Jugendbürgermeister gewählt. Die Kosten für Werbekampagne, Online-Plattform und einiges mehr belaufen sich auf circa 13.000 Euro. Außerdem erhält das Parlament ein Budget von 800 Euro jährlich.

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