Hamburg April, April! Das sind die wahrscheinlichsten Ursprünge des Aprilscherzes
Der 1. April ist der Tag der Narren, mit ihren kleinen Streichen und Scherzen. Dieser Brauch reicht weit in die Geschichte zurück. Doch welchen Ursprung hat eigentlich der Aprilscherz?
„April, April, der macht, was er will!“ Dieses alte Sprichwort kennen viele Menschen — und es trifft nicht nur auf das launische Wetter des Monats zu. Der 1. April ist der Tag der Narren, der Schwindler und der gutmütigen Täuschungen. Doch woher kommt dieser Brauch eigentlich?
Woher der Ursprung des Aprilscherzes rührt, kann zwar nicht definitiv gesagt werden, doch es gibt verschiedene Theorien rund um die Entstehung. Die wohl populärste Erklärung führt zurück in das 16. Jahrhundert. Genauer gesagt in das Jahr 1582. In dem Jahr führte Papst Gregor XIII abschließend die Kalenderreform durch, die den julianischen Kalender durch den gregorianischen Kalender ersetzte.
Der julianische Kalender hatte die Feierlichkeiten für den Jahresbeginn auf den 1. April festgelegt. Mit der Einführung des gregorianischen Kalenders wurde der Jahresbeginn jedoch auf den 1. Januar verlegt. Es wird vermutet, dass Menschen, die sich der neuen Zeitrechnung widersetzten oder sie nicht sofort akzeptierten, weiterhin am alten Jahresende feierten. Diese „Traditionalisten“ wurden dann möglicherweise zum Gespött gemacht und mit Scherzen bedacht – so die Theorie.
Neben der Kalenderreform gibt es noch weitere mögliche Erklärungen für den Ursprung des Aprilscherzes. Eine davon geht auf das wechselhafte Wetter im April zurück. Die Idee, dass das unbeständige Aprilwetter als Vorlage für das „Narrenspiel“ diente, ist recht weit verbreitet. Die plötzlichen Wetterumschwünge könnten demnach symbolisch für die Unberechenbarkeit und Täuschung stehen, die mit dem 1. April verbunden werden.
Ein weiterer Ansatz geht auf heidnische Frühlingsbräuche zurück. Bei denen soll die Freude über das Ende des Winters und den Neubeginn des Frühlings durch ausgelassene Spiele und Späße Ausdruck gefunden haben. Durch die Parallelen sehen einige diese Feiern als Ursprung des Aprilscherzes.
Doch nicht nur in Deutschland gibt es Bräuche zum 1. April. In Frankreich beispielsweise ist der Tag als „Poisson d‘avril“ (Aprilfisch) bekannt. Hier spielen vor allem Kinder eine zentrale Rolle, indem sie versuchen, unbemerkt Papierfische auf den Rücken anderer Leute zu kleben. Gelingt der Streich, rufen sie freudig „Poisson d‘avril!“. Diese Tradition ist ein spielerischer Ausdruck des Aprilscherzes.
In Großbritannien wird der 1. April als „April Fools‘ Day“ bezeichnet. Eine Besonderheit hier ist, dass die Streiche traditionell nur bis zum Mittag gespielt werden. Wer nach 12 Uhr mittags noch versucht, jemanden in den April zu schicken, wird selbst zum Narren. Neben klassischen Streichen wie Scherzartikel in Zeitungen sind es oft harmlose Täuschungen im Alltag, die diesen Tag prägen.
Auch in Spanien und einigen lateinamerikanischen Ländern wird gescherzt, allerdings nicht am 1. April, sondern am 28. Dezember statt, dem „Día de los Santos Inocentes“ (Tag der unschuldigen Kinder). Dieser Tag erinnert an den biblischen Kindermord von Bethlehem. Obwohl der Ursprung dieses Tages einen traurigen Hintergrund hat, wird er heute mit harmlosen Streichen und Scherzen begangen.