Nahe der Grenze Schwarzgeld und Drogen – Polizeikontrolle auf Rastplatz
Der Rastplatz Rheiderland ist regelmäßig Ort groß angelegter Polizeikontrollen. Denn hier kommt aus den Niederlanden oft ins Land, was man nicht haben möchte: Schwarzgeld, Drogen, Kriminalität.
Rheiderland - Freitagmittag auf der A 31: Kurz vor dem Emstunnel in Fahrtrichtung Oldenburg staut sich der Verkehr. Der Grund ist eine groß angelegte Verkehrskontrolle auf dem Rastplatz Rheiderland. Frühzeitig wird die Autobahn auf eine Fahrspur verengt, um gezielt Fahrzeuge auf den Parkplatz zu lotsen. Hier warten bereits rund 50 Kräfte verschiedener Behörden, darunter die Landes- und Bundespolizei, der Zoll, die Steuerfahndung sowie das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM). Technische Unterstützung leistet das Technische Hilfswerk (THW). Planung und Durchführung obliegt der Autobahnpolizei Leer. Außerdem sind Kollegen der niederländischen Polizei involviert.
Mehr als 500 Personen kontrolliert
Acht Stunden lang muss der Verkehr durch das künstliche Nadelöhr. Am Ende des Tages werden etwa 300 Fahrzeuge und mehr als 500 Personen überprüft worden sein. Der Fokus der Routinekontrolle liegt dieses Mal auf der Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität sowie der Überprüfung der Fahrtüchtigkeit der Verkehrsteilnehmer, erklärt Polizeikommissar Jann-Marten Swyter. Der junge Polizist hat die Aktion zusammen mit seinem Kollegen, dem Polizeikommissar Timo Aggen, über die Dauer eines halben Jahres vorbereitet. Jetzt begleiten sie aufmerksam die Abläufe, justieren hier und dort ein wenig nach.
Die Beamten werden eine Vielzahl von Vergehen feststellen: Sechs Personen stehen unter dem Einfluss berauschender Mittel wie Kokain, THC oder Amphetamin, es werden Blutentnahmen angeordnet. Sechs weitere Fahrer sind ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs. Insgesamt 19 Fahrzeugen wird die Weiterfahrt untersagt aufgrund technischer Mängel, Überladung oder auch weil die Fahrer berauscht sind. Aufgeflogene Verstöße gegen das Waffengesetz, das Betäubungsmittelgesetz oder das Konsumcannabisgesetz führen, soweit die Personen fahrtüchtig sind, zu Ermittlungs- und Strafverfahren.
Besonders brisant: Bei einem niederländischen Autofahrer finden die Beamten 155.000 Euro Bargeld. Da der Mann widersprüchliche Angaben zur Herkunft des Geldes und zu seinen Geschäftsverhältnissen machte, leiten die zuständigen Stellen ein Prüfverfahren ein.
Moderne Technik im Einsatz
Um mögliche Vergehen effizient aufdecken zu können, setzt die Polizei unter anderem auf ein Röntgenmobil des Hauptzollamtes in Bremerhaven. Auf dem Bildschirm im Fahrzeug sind die Inhalte der durchleuchteten Koffer und Taschen für die trainierten Augen der Zollbeamten bereits gut erkennbar. Bei entsprechendem Verdacht wird das Gepäckstück vom Besitzer geöffnet, damit die Beamten ihre Vermutungen überprüfen können. Die Bremerhavener greifen selten ein, aber wenn, dann mit Erfolg.
In einem mobilen Container-Büro werden spezialisierte Dokumentenprüfverfahren angewendet. Bereits mit bloßem Blick können die Fachleute manche gut gemachte Fälschung entlarven – bei Zweifeln helfen Vergrößerungsgläser und die Technik. Auch hier werden die Fachleute im Tagesverlauf nicht allzu oft tätig werden, dann aber mit hoher Erfolgsquote.
Polizei zieht positive Bilanz
Gegen 21 Uhr beenden die Behörden ihre konzertierte Aktion. „Einsätze wie dieser zeigen, wie wichtig polizeiliche Präsenz und gezielte Kontrollen sind“, sagt Polizeikommissar Jann-Marten Swyter und ihm ist anzumerken, wie die Anspannung nachlässt. Denn trotz der Vielzahl an Feststellungen sei der Einsatz planmäßig und ohne unvorhergesehene Zwischenfälle verlaufen. Die lange Vorbereitungszeit hat sich also ausgezahlt.