Landesweiter Polizeieinsatz  Sexuelle Gewalt gegen Kinder - Durchsuchungen in Ostfriesland

| | 28.03.2025 13:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Auf fast 800 sichergestellten Datenträgern vermuten die Ermittler pornografische Darstellungen von Kindern und Jugendlichen. DPA-Symbolbild: Dedert
Auf fast 800 sichergestellten Datenträgern vermuten die Ermittler pornografische Darstellungen von Kindern und Jugendlichen. DPA-Symbolbild: Dedert
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In Niedersachsen führte die Polizei eine groß angelegte Aktion gegen mutmaßliche Sexualstraftäter durch – auch in Ostfriesland und dem Oldenburger Land fanden Durchsuchungen statt.

Ostfriesland/Niedersachsen - Mit einer groß angelegten Aktion ist die Polizei in Niedersachsen in den vergangenen Tagen gegen mutmaßliche Sexualstraftäter vorgegangen – auch in Ostfriesland und dem Oldenburger Land gab es Einsätze. Landesweit waren mehr als 280 Einsatzkräfte mit den Durchsuchungen beschäftigt.

Landesweit beschlagnahmten die Beamten 755 Datenträger bei 187 Tatverdächtigen. Auf den sichergestellten Laptops, PCs und Smartphones werden „Missbrauchsdarstellungen von Kindern oder Jugendlichen vermutet“, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Durchsuchungen in Ostfriesland und dem Emsland

Auch die Polizeidirektion Osnabrück, zu der die Polizeiinspektionen und Ostfriesland und dem Emsland gehören, hat an der landesweiten Polizeiaktion teilgenommen. „In der Direktion fanden 22 Durchsuchungen statt – auch in Ostfriesland, im Emsland und in der Region Osnabrück“, so die Polizei auf Nachfrage. Insgesamt seien im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion „mehr als 80 Beweisgegenstände sichergestellt, darunter zahlreiche technische Geräte wie Laptops, PC, Handys und Datenträger“. Festnahmen habe es nicht gegeben.

Bei den Verfahren spielten laut Polizei auch für die Taten genutzte Plattformen wie WhatsApp, YouTube und Snapchat eine Rolle. Unter anderem sei es auch um das „Verbreiten von pornografischen Inhalten“ gegangen – ein Dauerthema, auch durch Jugendliche. „Auch Schüler sollten wissen, dass es sich hier um Straftaten handelt, die gravierende Folgen haben können. Das ist alles andere als ein Spaß. Sexualisierte Gewalt ist schlimm und wird konsequent verfolgt“, so Marco Ellermann, Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück.

Weitere Durchsuchungen zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven

Auch im Bereich der benachbarten Polizeidirektion Oldenburg kam es zu Durchsuchungen. Wie die Polizei auf Nachfrage mitteilt, wurden Datenträger im höheren zweistelligen Bereich sichergestellt. Insgesamt gab es 19 Durchsuchungen. Die mit Abstand meisten Durchsuchungen, elf Stück insgesamt, gab es im Bereich Cloppenburg-Vechta. Allein hier wurden 28 Datenträger sichergestellt.

Auswertung der sichergestellten Datenträger dauert an

Aktuell dauert die Auswertung der sichergestellten Gegenstände landesweit an. Nach Angaben des Landeskriminalamtes Niedersachsen (LKA) fand der Einsatz zwischen dem 24. und 27. März statt.

LKA-Präsident Friedo de Vries betonte die gesellschaftliche Verantwortung im Kampf gegen sexualisierte Gewalt an Kindern: „Sexualisierte Gewalt ist eine der traumatischsten und verabscheuungswürdigsten Formen der Kindeswohlgefährdung.“ Auch Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) fordert eine effektivere Strafverfolgung – unter anderem durch eine neue gesetzliche Regelung zur Speicherung von IP-Adressen auf Bundesebene.

Mit Material der DPA.

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