TuS siegt 3:2 Viermal Auricher Rot bei Dämpfer in Pewsum
In einer am Ende sehr hitzigen Partie in der Fußball-Bezirksliga bleiben die Punkte am Ende in Pewsum. Der TuS schlägt die SpVg Aurich mit 3:2, die Gemüter beruhigten auch nach Spielschluss nur langsam.
Pewsum - Normal können diese beiden Mannschaften wohl nicht. Im Hinspiel hieß es 3:3, nach einer spektakulären und auch hitzigen Partie verpasste der TuS Pewsum diesmal den Aufstiegshoffnungen der SpVg Aurich beim 3:2 (2:0)-Heimsieg einen starken Dämpfer. Während die Krummhörner nach Spielschluss vor 250 Zuschauern jubelnd den Sieg feierten, diskutierte Aurichs Trainer Claudia Casto mit Schiedsrichter Kai Prikker intensiv auf dem Feld weiter und handelte sich noch nach Spielschluss die Rote Karte ein.
Wenige Minuten vorher gab es in der vierten Minute der Nachspielzeit noch einige unschöne und sehr hitzige Szenen. Nach einem harten Foul vom eingewechselten Pawel Antoniuk an Jannis Hempelmann an der Seitenlinie und unmittelbar vor der Pewsumer Bank folgte eine Rudelbildung mit fast den kompletten Mannschaften inklusive der Bank. Neben der Roten Karte für den Auslöser Pawel Antoniuk musste auch noch Aurichs Keno Buß das Feld verlassen, was Casto nach der Partie auf die Palme brachte. „Der Schiedsrichter war heute der entscheidende Mann auf dem Platz, er hat das komplette Spiel verpfiffen“, so sein Kommentar.
TuS Pewsum: Groenewold, Gwosdenko, Poppenga, Lübbers (71. Müller), Hempelmann, Visser, Ringena (78. Langheim), Diekmann (64. Beer), Hinrichs, Bamezon, Asprilla (83. Piazza).
SpVg Aurich: Bucakli, Geis, Smit (46. Camara), Faqiryar, Schulz (68. Ahrens), Steinheuser (46. Antoniuk), Folkerts, Frerichs, Bamezon (46. Konda), Buß, Sabath
Tore: 1:0 Asprilla (31.), 2:0 Hempelmann (42.), 3:0 Asprilla (66.), 3:1 Frerichs (80.), 3:2 Ahrens (86.). Gelb-Rote Karte: Faqiryar (50./Aurich). Rote Karten für Aurich: Antoniuk (90.+4), Buß (90.+4), Claudio Casto (nach Spielschluss).
So lief die erste Halbzeit
Auch er war der Meinung, dass die erste Halbzeit klar an Pewsum ging. Die Gastgeber hatten das Geschehen im Griff, hätten sogar noch höher führen können. Nach einem schnellen Angriff lief Brayan Hernandez Asprilla alleine auf Aurichs Keeper Mert Bucakli zu und tunnelte ihn zur 1:0-Führung ein. Einen traumhaften Angriff, eingeleitet vom starken Marek Hinrichs, vollendete Jannis Hempelmann (41.) nach Vorlage von Jean-Paul Bamezon zum 2:0. Schon nach dieser Szene gab es wütende Proteste der Auricher, die eine Abseitsstellung von Brayan Asprilla ausgemacht haben wollten. Der Schiedsrichter beließ es aber nach einer kurzen Rücksprache mit seinem Linienrichter bei seiner Entscheidung.
Claudio Casto wollte in der Halbzeit dem Spiel noch einmal eine Wendung geben und brachte gleich drei frische Spieler. Doch Routinier Milad Faqiryar durchkreuzte zunächst das Bemühen und musste nach einem ungestümen Einsteigen gegen den wieselflinken Asprilla mit Gelb-Rot vom Platz. Als der kolumbianische Angreifer mit seinem zweiten Treffer dann in der 66. Minute auf 3:0 erhöhte, schien die Vorentscheidung eigentlich gefallen zu sein.
Aurich kam mit zehn Spielern zurück
Doch mit nur noch zehn Spielern kämpfte sich Aurich noch einmal zurück in die Partie. Dirk Frerichs (80.) mit einem traumhaften Freistoß und Luca Ahrens (86.) mit einem sehenswerten Kopfball ließen die Gäste noch von einem Remis träumen, aber es blieb beim 3:2. „Es war ein Spektakel, wir führen 3:0, haben das Spiel dann im Griff. Es war unnötig, dass wir das Spiel am Ende hinten raus noch spannend machen. Emotionen gehören dazu, jetzt haben sich aber glaube ich alle wieder unter Kontrolle. Insgesamt war es ein verdienter Sieg“, freute sich Pewsums Trainer Jonas Petersen über den starken Auftritt seiner Mannschaft.
Dagegen ging Claudio Casto tief enttäuscht in Richtung Kabine. „Ich verstehe es nicht, wie nur Keno Buß nach der Rudelbildung die Rote Karte sehen konnte. Zehn Pewsumer gehen auf unseren Spieler los. Vier Rote Karten in einem eigentlich fairen Spiel, die Partie wurde unnötig aufgeheizt“, meinte Casto. Im Aufstiegskampf liegen die Auricher nun schon sieben Punkte hinter dem TuS Esens.