Einsatz in Norden Gas ausgetreten – Einkaufscenter Norder Tor evakuiert
Die Feuerwehr ist am Freitagabend zu einem größeren Einsatz gerufen worden. Im Einkaufszentrum Norder Tor war ein Gasleck festgestellt worden. Die Ursache war auch für die Feuerwehr überraschend.
Norden - Das Einkaufszentrum Norder Tor ist am Freitagabend wegen eines Gasaustritts vollständig evakuiert worden. Mitarbeiter eines dort ansässigen Supermarktes hatten gegen 19.30 Uhr den Geruch von Gas im Lager festgestellt und den Notruf gewählt. Die Mitarbeiter begannen umgehend ihren Markt zu räumen. Zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Energieversorgern waren anschließend bis Mitternacht im Einsatz. Der Grund für den Gasgeruch hat selbst die Freiwillige Feuerwehr Norden überrascht, sagte deren Sprecher Thomas Weege.
Die ersteintreffenden Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Norden bestätigten den Geruch bei ihrer Ankunft. Bei der Erkundung bekamen die Feuerwehrleute Unterstützung von den Energieversorgern EWE und Stadtwerke Norden. Mit mehreren Messgeräten konnte sie eine geringe Gaskonzentration nachweisen. Eine Ursache war jedoch zunächst nicht ausfindig zu machen. Aufgrund der unklaren Gefahrenlage entschied der Einsatzleiter der Feuerwehr, das gesamte Einkaufszentrum evakuieren zulassen und den Geschäftsbetrieb einzustellen. Um die Evakuierung schnellstmöglich einzuleiten, lösten die Feuerwehrleute die Brandmeldeanlage des Gebäudes manuell aus. Alle Kunden und Mitarbeiter wurden so per Bandansage aufgefordert, dass Gebäude sofort zu verlassen. Feuerwehr, Sicherheitsdienst und Polizei kontrollierten die Ladenlokale und sperrten alle Zugänge des Einkaufszentrums ab. Auch die Straßen um das Center wurden gesperrt. Auch der Rettungsdienst stand für mögliche Verletzte bereit. Zu Schaden kam jedoch niemand
Rund 60 Personen waren noch im Gebäude
Währenddessen liefen die Erkundungsmaßnahmen im und um das Gebäude weiter. Anhand von verschiedenen Plänen konnte eine Leckage an einer Erdgasleitung ausgeschlossen werden. Nach Messungen in der Kanalisation schied auch ein Eintrag von außen ins Gebäudeinnere aus. Einige Räume wurden von der Feuerwehr belüftet. „Unser erster Verdacht war, dass es sich um eine Querempfindlichkeit auf Kältemittel handelt“, sagte Weege, weil in dem gesamten betroffenen Bereich kein Erdgas vorhanden sei. „Wenn dann die Geräte ausschlagen, muss es etwas anderes sein“, sagte Weege. Und das haben sie getan. Ein Leck von Kältemittel war demnach die erste Idee, weil im betroffenen Teil des Lagers die Kälteleitungen der Kälteanlagen verlaufen.
Dann habe ein Mitarbeiter des Marktes aber die tatsächliche Ursache gefunden. Und die war laut Weege „ganz banal“. Eine defekte Kartusche mit Feuerzeuggas hatte den Alarm ausgelöst. Die Kartusche sei entweder defekt geliefert oder beim Transport beschädigt worden.
Nach ersten Schätzungen der Polizei in Norden befanden sich noch mindestens 60 Personen in dem Gebäude. Der Bereich vor dem Einkaufszentrum sei weiträumig abgesperrt worden. Die Polizei wurde gegen 19.30 Uhr alarmiert. Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie Mitarbeiter der EWE waren ebenfalls vor Ort.