Investition in Krankenhaus Feierliche Grundsteinlegung für Neubau des Leeraner Klinikums
Vor dem Haupteingang des Klinikums Leer wird schon seit einigen Wochen gearbeitet. Jetzt wurde offiziell die Grundsteinlegung gefeiert. Das sagen die Beteiligten und so geht es jetzt weiter.
Leer - Ein Satz Münzgeld, die Baupläne und eine aktuelle Ausgabe der Ostfriesen-Zeitung: Diese Dinge legte die Geschäftsführerin des Klinikums Leer, Daniela Kamp, am Donnerstag, 20. März 2025, in die Zeitkapsel. Zahlreiche Gäste waren auf die Baustelle des neuen Krankenhausgebäudes an der Augustenstraße gekommen. Sie standen in einem Bereich, der künftig Teil der neuen Eingangshalle werden wird. Doch bis es so weit ist, dauert es noch eine Weile. Jetzt wurde zunächst die offizielle Grundsteinlegung gefeiert – und die Zeitkapsel darin eingemauert.
Das sagten die Anwesenden
„Was hier entsteht, kann sich sehen lassen“, machte Kamp deutlich. Neben einer modernen neuen Eingangshalle wird im ersten Bauabschnitt auch der Zentral-OP erweitert. Im zweiten Bauabschnitt entstehen eine Tiefgarage, eine Normalstation, eine Hotelstation sowie eine tagesklinische Rehabilitation. „Es braucht kluge Köpfe, die aus Ideen Realität werden lassen“, sagte die Geschäftsführerin und bedankte sich bei allen Beteiligten, darunter auch ihrem Vorgänger Holger Glienke, der ebenfalls nach Leer gekommen war.
Diplom-Ingenieur und Architekt Thomas Rettig vom beauftragten Unternehmen agn bezeichnete Glienke in seiner Rede als „Seniorberater“. Der ehemalige Geschäftsführer betreut für das Klinikum weiterhin die Arbeiten am Neubau. „Wir setzen hier nicht nur architektonisch Akzente“, sagte Rettig. Die Idee bestehe darin, einen Platz zu schaffen, der den Patienten dienen solle. „Es geht darum, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.“ Die neue Eingangshalle werde dabei das Herzstück des Hauses.
Auch der Aufsichtsratsvorsitzende, Landrat Matthias Groote, sprach von einem Meilenstein für die Einwohner des Landkreises Leer. Die Überlegungen für den Neubau seien lange gereift. „Der Bau passiert in einer Zeit, wo man das Gefühl hat, das die Krankenhausversorgung zurückgeht.“ Er lobte dabei ausdrücklich die Arbeit des kreiseigenen Krankenhauses.
Bauunternehmer Helmut Hockmann erinnerte daran, dass es die fünfte Grundsteinlegung am Klinikum Leer in den vergangenen 20 Jahren sei. Am 12. Juli 2005 habe man schon einmal am Krankenhaus gestanden. „Damals beim ersten Neubauabschnitt im Kellergeschoss, wo alles begann“, sagte er. „Und man spürte damals schon, die Zeichen stehen auf Expansion.“ Es sei die Geburtsstunde einer Bauära gewesen, die sich in all den Jahren – quasi im Uhrzeigersinn – um das Bestandsgebäude drehte und dabei jede Baulücke geschlossen oder durch Abriss neu erschlossen hat.
Die Vorgeschichte
Das Großprojekt war bereits im Juni 2021 vom damaligen Geschäftsführer des Klinikums Leer, Holger Glienke, vom Aufsichtsratsvorsitzenden und Landrat Matthias Groote sowie dem früheren ärztlichen Direktor Dr. Hans-Jürgen Wietoska der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Wie das Klinikum Ende 2023 mitteilte, war für die Verzögerung die zunächst geplante Ansiedlung der neuen Rettungswache für Leer verantwortlich. „Durch die zwischenzeitliche Umplanung der Baumaßnahme unter Berücksichtigung der Aufnahme der zentralen Rettungswache für Leer ist der ursprüngliche Bauzeitenplan rund 1,5 Jahre nach hinten gerückt“, teilte ein Sprecher mit.
Gestartet ist das Projekt schließlich im September 2023 mit notwendigen Vorbereitungen wie der Verlegung von Versorgungsleitungen im zukünftigen Baufeld. Ab Juni 2024 wurde dann mit der Erstellung des Übergangsparkplatzes für Besucher und Patienten auf der gegenüberliegenden Straßenseite an der Augustenstraße begonnen. Das Gelände für den ersten Bauabschnitt wurde im September/Oktober 2024 auf Kampfmittel untersucht – ohne Befund.
Parallel zu den Sondierungsarbeiten begannen die Abbrucharbeiten im Bereich der ehemaligen Läden links vom derzeitigen Haupteingang. Es erfolgte eine Komplettentkernung des Bereiches sowie der Einbau neuer Grundleitungen. Die Rohbauarbeiten, die zum nun sichtbaren ersten Teil des Untergeschosses gehören, begannen im November 2024. „In diesem Untergeschossteil werden im späteren Verlauf Zentralen zur technischen Versorgung eingebaut“, erläutert das Klinikum. Derzeit erfolgen Gründungsarbeiten zwischen dem Keller des Neubaus sowie den bestehenden Gebäuden.
So geht es jetzt weiter
Nach der Grundsteinlegung werde nun in diesem Bereich die Stahlbetonkonstruktion der einzelnen Geschosse bis zum vierten Obergeschoss erstellt. Nachdem der Bereich bis zur Stahlbetondecke über dem Erdgeschoss fertig gestellt wurde, werde das Erdgeschoss in diesem Teil provisorisch ausgebaut. Im weiteren Verlauf werde der Haupteingang vom Klinikum verlegt und durch den neuen Gebäudeteil geführt. Die jetzt noch bestehende Parkplatzfläche vor dem Haupteingang wird laut Geschäftsführerin Kamp in den kommenden Wochen aufgelöst, um mit dem zweiten Bauabschnitt zu beginnen.
Die Dauer der Arbeiten und die Kosten
Die Fertigstellung des Neubaus ist für Sommer 2027 geplant. Das Klinikum Leer investiert mehr als 60 Millionen Euro aus eigenen Mitteln in das Bauprojekt.