Osnabrück  Flexible Hilfe bei Kita-Ausfall: So funktioniert die Notfallbetreuung in und um Osnabrück

Sandra Dorn
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Von Sandra Dorn
| 20.03.2025 05:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wenn die Kita ausfällt, können einige Familien in Stadt und Landkreis Osnabrück die Kindernotfallbetreuung des Familienbündnisses in Anspruch nehmen – vorausgesetzt, ihr Arbeitgeber macht mit. Foto: dpa/Franziska Kraufmann
Wenn die Kita ausfällt, können einige Familien in Stadt und Landkreis Osnabrück die Kindernotfallbetreuung des Familienbündnisses in Anspruch nehmen – vorausgesetzt, ihr Arbeitgeber macht mit. Foto: dpa/Franziska Kraufmann
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Dass in Osnabrück die Kita ausfällt, ist keine Seltenheit, erst recht in der momentanen Erkältungszeit. Das Familienbündnis der Region Osnabrück bietet für solche Fälle eine Kindernotfallbetreuung an. Lesen Sie hier, wie das funktioniert – und was die Voraussetzungen sind.

Der Krankenstand in Osnabrücker Kitas ist hoch. Durchschnittlich 30,6 Ausfalltage haben die Fachkräfte an den städtischen Kitas pro Jahr. Deshalb sind kurzfristige Betreuungsausfälle keine Seltenheit, und Eltern müssen sich jetzt auf gleich umorganisieren – oft morgens, wenn sie schon halb auf dem Weg in die Kita sind.

Für manche berufstätigen und studierenden Eltern gibt es seit 2013 die Möglichkeit, in solchen Fällen die Kindernotfallbetreuung des Familienbündnisses der Region Osnabrück zu nutzen. Eine Betreuungskraft kommt dann zu ihnen nach Hause. Dafür gibt es eine Hotline. Voraussetzung ist, dass die Eltern in einem der momentan 42 Unternehmen in Stadt und Landkreis arbeiten, die an dem Projekt teilnehmen.

Die Koordination liegt bei der evangelischen Familienbildungsstätte in Osnabrück (Fabi). Vier Betreuungskräfte sind dort nach Angaben von Fabi-Leiterin Melanie Arndt beschäftigt. Sie haben mindestens die Qualifikation als Tagespflegeperson.

Eine klassische Eingewöhnung gebe es nicht, so Arndt. Die sei aber auch nicht nötig, da die Kinder ja in ihrem gewohnten Umfeld zu Hause blieben. Berührungsängste nehme sie eher bei den Eltern wahr, die seien aber unbegründet.

„Unsere Betreuungskräfte sind sehr geschult und erfahren“, sagt Arndt. „Sie haben wirklich das Kind im Blick und schauen nicht darauf, ob es zu Hause vielleicht etwas chaotisch aussieht.“ In manchen Fällen könne ein Elternteil sogar im Homeoffice arbeiten, während nebenan das Kind betreut werde.

Finanziert wird das Angebot über Jahreszuschüsse, die die teilnehmenden Unternehmen zahlen. Die Höhe des Beitrags ist nach Größe gestaffelt:

Für die Familien ist das Angebot kostenlos. Sie müssten sich nur in ihrer Personalabteilung melden und registrieren lassen, erklärt Arndt. Wichtig für studierende Eltern: Unter den Teilnehmern sind auch die Astas von Universität und Hochschule. Einzugsbereich sind Stadt und Landkreis Osnabrück sowie ein Radius von 30 Kilometer um Osnabrück.

Einzelne Privatpersonen, die nicht in einem der 42 Unternehmen beschäftigt sind, können die Notfallbetreuung nicht in Anspruch nehmen.

Nicht nur Kita-Ausfälle sind Einsatzgelegenheiten. Das Angebot gilt für Kinder bis einschließlich 13 Jahre. Auch wenn das Kind nach einer Erkrankung schon wieder halbwegs fit ist, aber noch zu krank für Kita oder Schule, könne die Notfallbetreuung in Anspruch genommen werden, so Arndt. Ideal seien zwei, drei Tage Vorlaufzeit für die Planung. Bei einem kurzfristigen Einsatz müssten die Eltern das Glück haben, dass eine Betreuungskraft gerade frei sei.

775 Betreuungsstunden beziehungsweise 161 Einsätze seien 2024 in Stadt und Landkreis Osnabrück geleistet worden, sagt Melanie Arndt. Einen Anstieg verzeichnet sie übrigens nicht, obwohl die Zahl der Kita-Ausfälle gestiegen ist. Arndt erklärt sich das damit, dass die Arbeitgeber flexibler geworden seien.

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