Osnabrück  Neues Führungsduo für Grüne in Niedersachsen gesucht: Wer hat die besten Chancen?

Stefan Idel
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Von Stefan Idel
| 21.03.2025 08:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Seit April 2023 bildeten Alaa Alhamwi und Greta Garlichs die Doopelspitze des Grünen-Landesverbandes. Alhamwi tritt nicht erneut an. Foto: dpa/Michael Matthey
Seit April 2023 bildeten Alaa Alhamwi und Greta Garlichs die Doopelspitze des Grünen-Landesverbandes. Alhamwi tritt nicht erneut an. Foto: dpa/Michael Matthey
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Am Wochenende läuft der Landesparteitag der Grünen in Celle. Es wird nicht nur nach der verlorenen Bundestagswahl Bilanz gezogen, es muss auch eine neue Doppelspitze her. Fünf Kandidaten stehen bereit. Wer macht das Rennen?

Niedersachsens Grüne stellen sich an der Spitze neu auf. Der Oldenburger Alaa Alhamwi (40), im Februar in den Deutschen Bundestag gewählt, bewirbt sich bei der Landesdelegiertenkonferenz an diesem Wochenende in Celle nicht erneut für den Landesvorsitz. Gleich fünf Kandidaten stehen für die Doppelspitze parat; darunter zwei aus dem Nordwesten.

Alhamwi stand seit April 2023 gemeinsam mit Greta Garlichs aus Hannover an der Spitze des Grünen-Landesverbandes. Die 28-Jährige, die sich auch in der hannoverschen Kommunalpolitik engagiert, tritt erneut an. Für den männlichen Part des Co-Vorsitzenden liegen drei Bewerbungen vor:

In der Grünen-Doppelspitze ist ein Platz für eine Frau reserviert. Neben Amtsinhaberin Garlichs will Cornelia Kuck (61) aus Wiefelstede (Kreis Ammerland) ihren Hut in den Ring werfen. Ihr sei es wichtig, dass die Grünen ihre Kernkompetenzen – Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und eine gerechte Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik – klarer herausstellen. Auch Kuck hatte für den Landtag kandidiert. Die unterlegene Kandidatin könnte sich noch auf den anderen Vorsitzendenposten bewerben, erläuterte Garlichs.

Die Delegierten des Celler Parteitags wollen den Leitantrag des Vorstands „Grüne Politik für Ländliche Räume“ verabschieden. Die Grünen setzen sich für die Förderung der klein- und mittelständischen Handwerksbetriebe ein, fordern einen Ausbau der Mobilitätsangebote im ländlichen Raum und wollen Verbesserungen bei der öffentlichen Daseinsvorsorge. Im Gegensatz zur öffentlichen Wahrnehmung seien die Grünen „die Partei des ländlichen Raums“, sagte Garlichs am Dienstag in Hannover. Ein Großteil der mehr als 17.000 Mitglieder lebe nicht in Städten. Auch für Grüne gelte das Motto „Raus aus dem Büro, rein in den Schützenverein“. Vor Ort sollte mehr Bündnis-Offenheit gepflegt werden.

In Celle will die Partei eine Halbzeitbilanz der rot-grünen Koalition in Niedersachsen ziehen. Man regiere „sehr gut“ mit der SPD zusammen, so Garlichs. Es gebe aber auch regelmäßig Gespräche mit der CDU. Wenn in Berlin künftig eine schwarz-rote Koalition regiere, müsse Niedersachsen über den Bundesrat mehr Möglichkeiten der Mitsprache suchen. Die Debatte des Konvents in Celle zur Bundespolitik will die Bundesvorsitzende Franziska Brantner eröffnen.

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