Neue Grabstellen Friedhof Neermoor kann vergrößert werden
Seit Jahren arbeitet die Gemeinde Moormerland an der Erweiterung des Friedhofs in Neermoor. Unter anderem hatte hoher Grundwasserstand Probleme bereitet. Jetzt gibt es einen neuen Beschluss.
Neermoor - Mit dem neuen Beschluss des Gemeinderates Moormerland ist man der Erweiterung des Friedhofs in Neermoor wieder einen Schritt näher gekommen. „Das ist seit zehn Jahren in Arbeit“, merkte Bürgermeister Hendrik Schulz (SPD) in der Sitzung am Donnerstag (13. März 2025) dazu an. Einstimmig fiel die Zustimmung zur Änderung des Bebauungsplans und des Flächennutzungsplans für das Gebiet.
Zwischen dem Teil, der als neuer Friedhof bezeichnet wird, und der Bahnlinie zwischen Leer und Emden sollen neue Flächen als Erweiterung des Friedhofs reserviert werden. Um das Grundwasserproblem auf dem neuen Friedhof – der allerdings schon seit rund 60 Jahren in Gebrauch ist – in den Griff zu bekommen, soll die Fläche eine bessere Drainage bekommen und aufgefüllt werden.
Sargbeisetzung wurde begrenzt
Seit gut einem Jahr sind auf dem neuen Friedhof keine Sargbestattungen mehr möglich. Der Grund dafür ist Nässe. Als die Kirchengemeinde den neuen Friedhof vor mehr als 60 Jahren angelegt hatte, wurde dort Aushub aus dem Emder Hafen verwendet. Aufgrund der Beschaffenheit dieses Aushubs sickerte Grundwasser dort nicht vollständig ab, sondern sammelte sich. Das führe dazu, dass sich Särge und die darin liegenden Toten nicht in der üblichen Zeit zersetzen, hatte die Gemeinde vor einem Jahr mitgeteilt.
Seither waren auf diesem Teil des Friedhofs lediglich noch Urnenbeisetzungen möglich. Eine Ausnahme gibt es: In Familiengrabstätten auf dem „neuen Friedhof“, bei denen nur eine Seite belegt ist, können Verstorbene in der noch freien Hälfte weiterhin im Sarg beigesetzt werden. Freiwerdende Grabstellen auf dem historischen Friedhof, der auf einer Warft ruht, können ebenfalls wieder genutzt werden. Dort besteht die Grundwasserproblematik nicht.
Bei der Erweiterung wird aufgefüllt
Das Bodenniveau soll bei der Erweiterung angehoben werden. Spezieller Sand und eine Drainage sollen dafür sorgen, dass Gräber nicht länger im Wasser liegen. Für die Planung und Genehmigung musste die Gemeinde nachweisen, dass keine Schadstoffe ins Grundwasser gelangen können. Die aufwändigen Untersuchungen und Gutachten waren ein Grund, warum es mit der Erweiterung seine Zeit dauert. Die zusätzlichen Grabstellen werden jedoch nicht allein wegen der Nässe benötigt.
Eine wachsende Zahl von Einwohnern ist ein weiterer Grund dafür. Das Ensemble mit dem historischen Friedhof und der Lindenallee stehen unter Denkmalschutz. Dort wurde vor rund zehn Jahren die umgebende Mauer gesichert. Auf der Warft stand bis zum Jahr 1794 die alte Kirche. Dort, wo sich der Chorraum befand, ist heute das Denkmal für den letzten Prediger der alten Kirche, Pastor Clinge, sowie die Grabplatten weiterer früher Pastoren.