Ordnungsamt eingeschaltet Spielplatz in Leer voller Hundekot – Anwohnerin genervt
Immer wieder landen Hundehaufen auf dem Spielplatz Diekelweg im Leeraner Stadtteil Loga. Anwohner Anja und Jörg von Lintel haben deswegen schon die Stadt kontaktiert. Doch das Problem bleibt bestehen.
Leer - Wenn Anja von Lintel mit ihrem Hund Harvey unterwegs ist, dann geht sie oft am Spielplatz direkt am Diekelweg entlang. Dieser liegt an einem Wanderweg im Leeraner Stadtteil Loga – etwa 500 Meter nördlich vom Julianenpark. Dass ihr Irischer Wolfshund auch mal einen Haufen macht, gehört zu den täglichen Gassirunden dazu. Genauso selbstverständlich ist es für die Hundehalterin, die Hinterlassenschaften auch im Anschluss per Kotbeutel aufzusammeln und zu entsorgen. Doch am Diekelweg scheint das nicht bei jedem Herrchen und Frauchen so zu sein. Wie Tretminen sind die Haufen auf dem Spielplatz verteilt, ist auch ihr Mann Jörg von Lintel der Meinung.
Am Montag, 3. März 2025, reichte es den beiden. „Unsere Enkelkinder konnten schon nicht mehr auf den Spielplatz gehen. Deswegen habe ich mich bei der Stadt Leer beschwert“, sagt die 58-Jährige. Ein Video von den Haufen veröffentlichte sie auch auf Facebook. Einen Tag später rückte schon der zuständige Baubetriebshof der Leeraner Stadtwerke an und beseitigte alle Hundehaufen. Immerhin: Für einen Tag war der Spielplatz blitzblank. Am Mittwoch, 5. März 2025, liegen dort aber schon wieder drei Haufen im Eingangsbereich. „Eine Frechheit“, wie Anja und Jörg von Lintel finden.
Hundebesitzer fühlen sich unbeobachtet
Seit vergangenem Herbst beobachten die beiden, dass die Haufen auf dem Spielplatz Diekelweg immer mehr werden. Einen Verursacher gesehen haben sie aber noch nicht. Die Augen werden aber offen gehalten. „Wir wollen keinen Krach“, sagt Jörg von Lintel. Und weiter: „Wir wollen nur, dass der Spielplatz wieder für Kinder nutzbar ist.“ Daher werden die Haufen auch weiterhin bei der Stadt Leer gemeldet. Diese Zeitung hat dort ebenfalls nachgefragt, wie es mit Hundekot-Sündern aussieht.
Für das Ordnungsamt und den zuständigen Baubetriebshof hat Edgar Behrendt geantwortet. Er ist Pressesprecher der Stadt Leer und der Stadtwerke. Eins steht fest: Im Fall Diekelweg handelt es sich um Hundekot – das habe eine optische Beurteilung ergeben, heißt es. „Leider ist Hundekot auf öffentlichen und sicherlich auch privaten Grundstücksflächen ein andauerndes Thema“, so der Sprecher. Auch im Diekelweg würden bei den wöchentlichen Kontrollen immer wieder Hinterlassenschaften vorgefunden. Besonders in der dunklen Jahreszeit komme dies häufiger vor, „wenn sich der/die Hundebesitzer unbeobachtet fühlen“, teilt Behrendt mit.
Hundekot liegenlassen – das kann teuer werden
Jede Hundehalterin und jeder Hundehalter ist auf öffentlichen Verkehrsflächen und Anlagen dazu verpflichtet, den Kot ihres Vierbeiners zu entfernen. Dies besagt die Leeraner Gefahrenabwehrverordnung. „Ein Verstoß stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro geahndet werden kann“, so Behrendt. Einen Verantwortlichen für die Haufen auf dem Spielplatz Diekelweg konnte das Ordnungsamt der Stadt Leer noch nicht ausfindig machen. Wer aber etwas sieht, könne dort Meldung machen, heißt es vom Pressesprecher.
Wie man das Problem am Diekelweg lösen kann, haben sich auch Anja und Jörg von Lintel gefragt. Mehr Kontrollen? Mehr Mülleimer oder sogar einen Kotbeutelspender vor Ort? Edgar Behrendt dazu: „Das Ordnungsamt behält sich die Durchführung von Kontrollen vor. Unabhängig davon stellen wir auf Spielplätzen grundsätzlich keine Hundekotbeutelspender auf, da das Betreten von Spielplätzen mit Hunden untersagt ist. Darauf wird auf den Spielplatzschildern mit Piktogrammen hingewiesen. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Falls wir dort Spender aufstellen würden, könnte dies suggerieren, dass Hunde auf Spielplätzen erlaubt sind. Müllbehälter stehen auf allen Plätzen oder in unmittelbarer Nähe zur Verfügung.“
Was soll der Scheiß?
Ein Kommentar von Lars Löschen
Nicht nur am Diekelweg in Loga, sondern auch überall in der Stadt Leer sind herumliegende Hundehaufen ein Problem. Das bestätigen Anwohner und die Stadt selbst. Und dabei sitzen immer wieder eigentlich unbeteiligte Menschen mit dem „Scheiß“. Denn wenn Hundekot liegenbleibt, ist es nur eine Frage der Zeit bis irgendjemand reintritt. Die Hinterlassenschaften vom eigenen Vierbeiner zu entsorgen ist Pflicht. Und diese Verantwortung kann und sollte man nicht auf andere Menschen abwälzen. Das ist in Leer per Verordnung festgelegt, sollte bei allen Hundehaltern allerdings selbstverständlich sein. Bequemlichkeit ist keine Ausrede. Doch das ist – wie beispielweise der Spielplatz Diekelweg zeigt – nicht bei allen angekommen. Unverständlich. Denn bei den verantwortlichen Hundebesitzern handelt es sich wahrscheinlich um Anwohner, die in der direkten Umgebung leben. Und wir alle wollen doch, dass es in unserer Wohngegend sauber ist. Dazu gehört auch die Nachbarschaft und alles, was anliegt. In dem Sinne: Macht euren „Scheiß“ und den eures Hundes weg! Den Autor erreichen Sie unter: l.loeschen@zgo.de
Hundekotbeutel hat Anja von Lintel grundsätzlich bei jeder Gassirunde dabei. Für ihren 85-Kilo-schweren Hund braucht sie die größeren Tüten. Diese kann man online oder in jedem Markt kaufen. Die 58-Jährige merkt dazu an, dass es in der Stadt Leer auch einige Kotbeutelspender gibt. Hier kriegt man die Tüten kostenlos. Ihr fallen in unmittelbarer Nähe direkt zwei ein – im Philippsburger Park und in nördlicher Richtung am Diekeldammschloot. Die Stadt Leer schreibt auf ihrer Internetseite, dass sich auch ein Spender im Julianenpark befindet. Dazu gibt es noch einen in der Fußgängerzone, kurz hinter der Querung der Ledastraße. Hundekottüten können auch kostenlos im Bürgerbüro abgeholt werden, heißt es.