Mit 0:4 noch gut bedient Firrel erlebt zum Start ins Punktspieljahr ein Heimdebakel
Der TV Dinklage hatte zuvor erst 15 Tore in 16 Spielen geschossen und betrieb nun Chancenwucher. Torwart Jan Rohe verriet das Geheimnis der Super-Defensive. Ein Firreler wurde ein- und ausgewechselt.
Firrel - Grün-Weiß Firrel erlebte einen rabenschwarzen Sonntag und katastrophalen Start ins Punktspieljahr 2025. Die Ostfriesen unterlagen in der Fußball-Landesliga dem Tabellennachbarn TV Dinklage mit 0:4. Die Gäste hatten zuvor in 16 Spielen erst 15 Treffer erzielt – nun hatten sie in 90 Minuten Chancen für fast ein Dutzend Tore. „Die zweite Halbzeit war bodenlos von uns“, sagte dann auch ein schwer enttäuschter GW-Trainer Bernd Grotlüschen.
Als in den Schlussminuten aus einem Firreler Garten plötzlich zwei Silvesterraketen gezündet wurden, passte das bildlich nur zum Spiel der Gäste. „So ein Spiel von uns habe ich noch nicht gesehen. Wir sind ja eher ein 0:0 gewöhnt“, sagte Dinklage-Fan und Spieler-Vater Rainer Kohorst mit einem Lächeln. Er spielte dabei auf fünf Dinklager 0:0 im ersten Saisondrittel an. Eines davon gab es auch im Hinspiel gegen die Ostfriesen, die im August in der 95. Minute noch einen Elfmeter verschossen. Winter-Abgang David Goguadze schoss den Ball damals über das Tor.
Gebrauchter Tag für Suda
Auch diesmal vergab Grün-Weiß wieder einen Strafstoß. Dem zur Pause eingewechselten Manuel Suda bot sich in der 50. Minute die Chance, auf das kurz zuvor durch Tom Behrendt gefallene 0:2 (47.) direkt zu antworten. Julian Bennert war gefoult worden. Doch der Titan der Landesliga ahnte die Ecke und hielt den Ball sogar fest: Jan Rohe. Der Mann im weißen Trikot und der meist weißen Weste hat diese Saison nämlich erst 14 Gegentreffer kassiert. „In der Abwehr spielen auch Jungs vor mir, die seit, zwei, drei Jahren so zusammenspielen. Das merkt man einfach“, so der Chef der besten Liga-Defensive, deren Bilanz noch beeindruckender ist, wenn man bedenkt, dass es eine 0:4- und eine 0:5-Pleite im Herbst gab. Somit gab es in den anderen 15 Partien nur fünf Gegentreffer.
Ob die Partie bei einem 1:2 einen anderen Verlauf genommen hätte, ist hypothetisch. Die Fakten waren diese: In den Minuten nach dem Elfer-Fehlschuss notierten die Chronisten fünf klare Chancen der Gäste. „Wir waren gar nicht auf dem Platz. Das war ein wildes Spiel“, monierte Bernd Grotlüschen. Die sechste in der 64. Minute führte dann zum vorentscheidenden und längst überfälligen 0:3. Dabei half Manuel Suda kräftig mit. Seinen verunglückten Rückpass von der Mittelinie erlief der sehr agile Lorenz Lagemann, der Firrels besten Mann und Torwart Jann Hellmers noch austanzte und den Ball ins leere Tor schob. In der 83. Minute wurde der zur Pause erst eingewechselte Suda wieder ausgewechselt – aus Leistungsgründen.
Dinklager mit Tätlichkeit
Aber auch andere standen neben sich. Anders ist die Chancenflut der Gäste nicht zu erklären, die auch nach dem 0:3 nicht endete. Dinklage war dabei in allen Belangen überlegen. Bezeichnend eine Szene, in der Dirk Averdam den Ball 25 Meter vor dem Tor erkämpfte und vier (!) Firrel Spieler austanzte und nur von Hellmers mit einer starken Parade am 0:4 gehindert wurde.
Spieldaten
Firrel: Hellmers; Schönfelder (46. Suda/ 83. Ra. Grotlüschen), Gerecke, Röbke, Dierks, Schouwer, Olbrys, Marmouk (22. Busemann), Janßen (62. Lange), Bennert, Darsow.
Tore: 0:1 Dötdmann (11.), 0:2 Behrendt (47.), 0:3 Lagemann (64.), 0:4 Mitkov (80.).
Das erzielte dann in der 80. Minute mit Rivaldo Mitkov ein Spieler, der zu diesem Zeitpunkt nicht mehr hätte auf dem Platz stehen dürfen. Der Stürmer wurde zehn Minuten vorher eingewechselt und trat dann wenige Minuten später nach einem Zweikampf gegen Fynn Dierks nach. Selbst die Dinklager Bank wunderte sich, dass ihr Spieler keine Rote Karte für die Tätlichkeit sah.
Abpfiff als Erlösung
Der Abpfiff um 16.55 Uhr war dann eine Erlösung für alle Firreler. „Das Spiel endet mit 0:4“, verkündete Martin Saathoff per Mikrofon. Der Fußballobmann vertrat „Mister Firrel“ Johannes Poppen, der aus gesundheitlichen Gründen fehlte, als Stadionsprecher. Saathoff tat dies schon mal das ein oder andere Mal, musste aber noch nie ein solches Debakel erleben.
Das hatte sich ganz zu Beginn noch nicht abgezeichnet, auch wenn Bastian Dötdmann nach neun Minuten nach einem Freistoß das 0:1 erzielt hatte. Mit zunehmender Spielzeit wurde der Gast auch schon vor der Pause immer überlegener und verpasste viermal das 0:2. Das hätte sich vor der Pause bei einer kleinen Firreler Druckphase fast gerächt. Aber Michael Olbrys vergab ebenso wie Julian Bennert, der nach einem Fehler von Jan Rohe auch an dem Torwart scheiterte.