Hamburg 40 Tage ohne Smartphone: Wie digitales Fasten den Alltag bereichern kann
Digitales Fasten ist eine Chance, die Kontrolle über unseren Online-Konsum zurückzugewinnen und die Schönheit des analogen Lebens neu zu entdecken. Mit diesen fünf Schritten klappt es.
Jedes Jahr nach dem Ende der Karnevalszeit – genauer am Aschermittwoch – beginnt die Fastenzeit. Traditionell eine Zeit der Besinnung und des Verzichts, wird sie heutzutage auch von vielen Menschen ohne kirchlichen Hintergrund genutzt. Einige von ihnen entscheiden sich dabei ganz bewusst in dieser Zeit nicht auf Süßigkeiten oder Alkohol zu verzichten, sondern lieber ihren digitalen Konsum zu reduzieren.
Denn mittlerweile findet bei vielen der Großteil des Lebens nur noch in der digitalen Welt statt. Ständig erreichbar sein, News checken, durch Social Media scrollen – das Smartphone ist unser ständiger Begleiter. Doch was passiert, wenn wir diese ständige Verbindung kappen? Wenn wir bewusst offline gehen und uns auf die analoge Welt konzentrieren? Die Fastenzeit bietet die ideale Gelegenheit dafür.
Damit es mit dem „Digitalen Fasten“ klappt, ist es wichtig, feste Zeiten am Tag zu definieren, in denen das Smartphone ausgeschaltet wird. Das könnte zum Beispiel eine Stunde vor dem zu Bett gehen oder 30 Minuten während der Frühstücks- und Mittagspause sein.
Zudem sind auch „Smartphone-freie-Zonen“ eine gute Möglichkeit, um bewusst auf die digitale Welt zu verzichten. Dazu sollten Orte gewählt werden, an denen man sich zwar häufig aufhält, das Handy aber nicht unbedingt benötigt. Das kann das Schlaf- oder Badezimmer, oder auch einfach das Sofa sein.
Einmal im Handy versunken ist es schwer, ein Ende zu finden. Doch auch dafür gibt es Lösungen. Zum Beispiel Zeitlimits für bestimmte Apps. So kann ganz einfach festgelegt werden, dass Instagram und Co. nur für eine bestimmte Zeit pro Tag genutzt werden können.
Für die Regulierung gibt es auch verschiedene Anwendungen – wie Forest oder QualityTime -, die dabei helfen, den Konsum zu kontrollieren und zu reduzieren. Bei den Betriebssystemen von iOS und Android gibt es zudem auch vorinstallierte Apps, die bei der Steuerung helfen können.
Auch das Deaktivieren der Benachrichtigungen kann sinnvoll sein, um ständige Ablenkungen zu vermeiden. So fällt das Fasten leichter.
Doch woher weiß man, ob der Verzicht wirklich Früchte trägt? Viele Smartphones haben eine Funktion zu Überwachung der eigenen Bildschirmzeit. Über die Einstellung kann diese ganz einfach abgerufen werden. So hält man die Zeit immer genau im Blick.
Eine zusätzliche Möglichkeit ist, den Kollegen oder Freunden von dem Fastenziel zu berichten. Diese können einen dann bei Bedarf an die eigenen Vorsätze erinnern. Auch ein Timer, den man vor der Nutzung bestimmter Apps startet, hilft, die Zeit im Auge zu behalten.
Um gar nicht erst in Versuchung zu kommen, helfen „Offline-Hobbys“ – wie Lesen, Sport, Kochen oder Gartenarbeit. Wichtig ist dabei, das Handy bewusst in der Tasche oder noch besser direkt zu Hause zu lassen.
Eine weitere Möglichkeit ist, seine sozialen Kontakte wieder mehr zu pflegen. Eine „Offline-Verabredung“ ist dafür genau richtig: Das ist ein ganz normales Treffen mit der Familie oder den Freunden, nur dass dabei mit allen vereinbart wird, dass die Handys ausgeschaltet in den Taschen bleiben.
In unserer vernetzten Welt ist die Angst, etwas aus der digitalen Welt zu verpassen, allgegenwärtig. Gerade zu Beginn des digitalen Fastens können zudem Entzugserscheinungen auftreten, die an den Abbau einer Sucht erinnern. Unruhe, Nervosität und das ständige Verlangen, das Smartphone zu checken, sind typische Symptome.
Diese Gefühle sollte man zunächst anerkennen und anschließend hinterfragen, ob die Sorge, etwas zu verpassen, wirklich berechtigt ist. Bewusstes ablenken durch Spaziergänge, Lesen, oder Unternehmungen mit Freunden können da helfen. Nicht zuletzt sollte man sich immer wieder klarmachen, aus welchem Grund man das digitale Fasten macht. Die Entzugserscheinungen werden mit der Zeit nachlassen und durch ein Gefühl der inneren Ruhe ersetzt.