Jugendparlament  Hat Barßel bald einen zweiten Bürgermeister?

Hans Passmann
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Von Hans Passmann
| 05.03.2025 12:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Ideengeber des ersten Barßeler Jugendparlament auf der Barßel Skatebahn (von links) Bürgermeister Nils Anhuth, Gemeindejugendpfleger Hartmut Börchers, und dessen Kollege Michael Bohnen. Foto: Passmann
Die Ideengeber des ersten Barßeler Jugendparlament auf der Barßel Skatebahn (von links) Bürgermeister Nils Anhuth, Gemeindejugendpfleger Hartmut Börchers, und dessen Kollege Michael Bohnen. Foto: Passmann
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Barßels Bürgermeister Nils Anhuth möchte gern ein Jugendparlament in seiner Gemeinde etablieren. Das neue Gremium für die rund 1400 jungen Leute im Gemeindegebiet soll einen Vorsitzenden bekommen.

Barßel – Die Gemeinde Barßel soll ein Jugendparlament bekommen. Zumindest, wenn es nach dem Willen von Bürgermeister Nils Anhuth (parteilos) sowie Gemeindejugendpfleger Hartmut Börchers und seinem Kollegen Michael Bohnen vom Jugend- und Begegnungszentrum (JuBZ) geht. Gemeinsam hatte man die Idee, ein Jugendparlament einzurichten. „Ob es dazu kommt, entscheidet letztlich der Rat der Gemeinde Barßel auf seiner Sitzung Anfang April“, sagt Bürgermeister Anhuth.

Über alle Ebenen soll in Deutschland sichergestellt sein, dass der Wille des Volkes sich in den Entscheidungen der Politik widerspiegelt. Doch wahlberechtigt sind lediglich Bürger ab 16 beziehungsweise 18 Jahren – Kindern und einem Teil der Heranwachsenden ist somit, zumindest zu großen Teilen, die Partizipation an politischen Entscheidungen erschwert, so die Ideengeber.

Jugendliche sollen erfahren, wie Politik funktioniert

„Wir möchten daher nun der Jugend unserer Gemeinde eine Stimme verleihen und dem Vorbild anderer Kommunen folgen“, sagt das Dreigestirn. „Mit den im Rat vertretenen Fraktion und Gruppen haben ich schon gesprochen. Die stehen dem Jugendparlament positiv gegenüber“, so Barßels Bürgermeister.

Das erarbeitete Konzept „soll die Grundlagen eines Jugendparlaments festlegen. Hierzu zählen die Größe des Parlaments, das aktive und passive Wahlrecht sowie die Einbindung in die Arbeit des Gemeinderates. Und so ein Parlament wird sich auch Richtlinien geben. Des Weiteren soll dem Jugendparlament ein gewisser finanzieller Etat für die Verwirklichung eigener Projekte zur Verfügung gestellt werden. Die Jugendlichen sollen mit dem Parlament erfahren und erleben, wie Politik funktioniert“, erläutert Anhuth.

Bewerbungen ausschließlich online

Zunächst wird sich der Jugendausschuss Ende März mit dem Thema befassen, dann soll der Ratsbeschluss folgen. Der Bürgermeister sieht Offenheit für das Thema im Rat. Sollte der Ratsbeschluss, wie erwartet, positiv ausfallen, „machen wir uns bis etwa Mitte Mai auf der Suche nach Kandidaten, bis dann im Sommer das erste Jugendparlament der Gemeinde Barßel aus der Taufe gehoben ist“, so Anhuth.

Das Barßeler Jugendparlament wird aus neun Mitgliedern im Alter zwischen 12 und 21 Jahren bestehen und auf drei Jahre gewählt. Es gibt in der Gemeinde rund 1400 Jugendliche mit aktiven und passiven Wahlrecht. Bewerben kann man sich, wenn es soweit ist ausschließlich online. Es werde, anders als bei einer Kommunalwahl, keine Wahllisten geben, betont Barßels Bürgermeister.

Bürgermeister rechnet mit regem Interesse

Aufgerufen, in so einem Parlament mitzuwirken, sind alle Jugendlichen aus der Gemeinde Barßel. Doch was, wenn das Interesse an einem Jugendparlament nicht wie erwartet hoch ist? „Dann wird es natürlich ein solches Parlament nicht geben“, so Anhuth. „Ich rechne aber mit regem Interesse. Die Jugendlichen sollen ja eine Chance bekommen, ihre Themen auch kommunal auf die Agenda zu setzen. Das ist doch durchaus reizvoll“, meint der Bürgermeister.

„Letztlich ist die Mitarbeit beziehungsweise das Mandat in einem Jugendparlament auch eine Art Ehrenamt. Die Jugendlichen sollen ihre Ideen und Themen auch an den Rat herantragen und dadurch auch Einfluss auf die Ratsarbeit nehmen.

Vorsitzender kriegt den Titel Jugendbürgermeister

„Ich denke, das Interesse bei den Jugendlichen ist da. Wir haben schon einmal bei den Jugendlichen nachgefragt“, sagt dazu Michael Bohnen. Bohnen, ehemaliger CDU-Ratsherr hat guten Kontakt zum Nachwuchs. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass es im Sport- und Schulzentrum einen Skaterpark gibt, der im Mai offiziell eingeweiht wird. „Ich sehe auch durchaus großes Potenzial unter den Jugendlichen“, ergänzt Gemeindejugendpfleger Hartmut Börchers . „Beim Barßeler Jugendparlament wird es eine Besonderheit geben. Es wird ein Vorsitzender gewählt, der dann den Titel „Jugendbürgermeister“ erhält“, erklärt Bürgermeister Anhuth.

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