Training und Gemeinschaft Ostrhauderfehner Hundeschule gibt Tipps für gutes Miteinander
Ein gut erzogener Hund ist für viele eine Bereicherung. Ein Hundetrainer-Team klärt auf, was Besitzer über die Erziehung und das Verhalten ihres Vierbeiners im Alltag wissen sollten.
Ostrhauderfehn - Eine gute Erziehung ist für Hunde wichtig, damit sie sich sicher und rücksichtsvoll in ihrer Umgebung bewegen können. Die Hundeschule des IRJGV (Internationaler Rasse-, Jagd- und Gebrauchshundeverband) in Ostrhauderfehn bietet Haltern die Möglichkeit, ihre Hunde zu trainieren und alltägliche Herausforderungen zu meistern.
Der IRJGV Ostrhauderfehn ist eine ehrenamtlich geführte Hundeschule und gehört zur Landesgruppe Ems/Ostfriesland, die mit weiteren Ortsgruppen in Meppen, Emden und Norden organisiert ist. Das Ziel der Hundeschule ist es, Haltern zu helfen, ihre Hunde sicher und sozialverträglich zu erziehen, sodass sie gelassen auf Menschen und andere Tiere reagieren und Konflikte vermieden werden.
Hundetraining mit viel Spaß und guter Laune
Das Gruppentraining findet wöchentlich im Wechsel dienstags oder mittwochs um 18 Uhr sowie samstags um 14 Uhr statt. Während dieser Einheiten trainieren sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Hunde gemeinsam. Meistens kommen dabei etwa zehn Hunde zusammen. Zusätzlich gibt es Agility-Training, das individuell abgesprochen wird.
Die Übungsstunden dauern in der Regel 60 Minuten, für Welpen 45 Minuten. Zu Beginn wird immer mit einer lockeren freien Spielrunde für die Hunde gestartet. Zum Training gehören Grundkommandos wie „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“, aber auch das Üben von Leinenführigkeit, Ruheübungen und der Umgang mit anderen Hunden kommt nicht zu kurz. Besonders wichtig ist dem Verein eine entspannte Atmosphäre: „Der Spaß steht immer im Vordergrund – oft sitzen wir nach dem Training noch zusammen, trinken Kaffee und tauschen uns aus“, erzählt Hundetrainerin Andrea Wiese vom IRJGV.
Typische Probleme beim Training
Die häufigsten Probleme, mit denen Hundebesitzer in die Hundeschule kommen, betreffen die Leinenführigkeit und den Rückruf. Viele Hunde ziehen an der Leine oder lassen sich nur schwer abrufen, insbesondere wenn sie einen ausgeprägten Jagdtrieb haben.
Gelegentlich gibt es auch Probleme mit Aggressionen gegenüber Artgenossen oder Menschen. „Ein großer Fehler ist, die Welpenschule zu unterschätzen“, erklärt Trainerin Andrea Groen. „Viele Halter kommen erst, wenn es bereits Schwierigkeiten gibt. Dabei ist es gerade in den ersten Monaten entscheidend, eine gute Sozialisierung zu ermöglichen, die Beißhemmung zu erlernen und erste Grundkommandos zu festigen.“
Alltagstraining mit Stadtgängen
Alltagtauglichkeit spielt im Training eine große Rolle. Das Trainerteam legt Wert darauf, dass die Hunde nicht nur auf dem Übungsplatz funktionieren, sondern auch im echten Leben.
Deshalb bietet die Hundeschule regelmäßig Stadtgänge an, bei denen die Hunde an verschiedene Umgebungen gewöhnt werden – sei es in Einkaufsbereichen, Baumärkten oder an einem See. Die Hunde lernen, sich in wechselnden Umgebungen zu orientieren. Auch das richtige Verhalten von Hund und Halter in Begegnungssituationen wird hierbei trainiert.
Verhalten bei Hundebegegnungen
Grundsätzlich gilt immer: Ein Hund sollte nur dann von der Leine gelassen werden, wenn er zuverlässig abrufbar ist und keine Aggressionen gegenüber Artgenossen oder Menschen zeigt. Sobald sich ein anderer Hund oder eine Person nähert, sollte der Hund zurückgerufen werden und sich auf Kommando setzen oder „bei Fuß“ laufen, so das Trainerteam.
Aber nicht nur Hundebesitzer sollten wissen, wie sie sich verhalten. Auch Menschen ohne Hund können dazu beitragen, dass Begegnungen entspannt verlaufen. Wer einem freilaufenden Hund begegnet, solle ruhig bleiben, Blickkontakt vermeiden und keine hektischen Bewegungen machen. Sollte ein Hund aggressiv wirken, hilft es, sich klein zu machen, auf den Boden zu gehen und den Kopf zu schützen. Meist verliert der Hund so das Interesse. Wer als Fußgänger oder Radfahrer von hinten kommt, sollte sich frühzeitig bemerkbar machen, etwa durch Klingeln oder ein kurzes Rufen.
Gemeinschaft und Aktionen
Neben dem klassischen Training organisiert die Hundeschule verschiedene Aktivitäten. Regelmäßige Spaziergänge an unterschiedlichen Orten, Spielenachmittage und Ferienpass-Aktionen für Kinder gehören dazu. Die Hunde lernen, sich in wechselnden Umgebungen zu orientieren, und die Kinder haben die Möglichkeit, den richtigen Umgang mit Hunden spielerisch zu erlernen.
Die Gemeinschaft innerhalb der Hundeschule wird großgeschrieben – viele Hundebesitzer freuen sich über den Austausch mit Gleichgesinnten und genießen die gesellige Atmosphäre.
Informationen zur Leinenpflicht
Generell gilt ab dem ersten April eine allgemeine Anleinpflicht für Hunde, da die Brut-und Setzzeit beginnt und so Wildtiere geschützt werden sollen.
Darüber hinaus können Gemeinden und Kommunen für bestimmte Bereiche, wie Spielplätze, Fußgängerzonen, Naturschutzgebiete usw. auch eine Leinenpflicht aussprechen.
Ein gut erzogener Hund als Bereicherung
„Ein gut erzogener Hund ist eine Bereicherung für alle – für seinen Besitzer, für seine Umwelt und für sich selbst“, so Andrea Groen. Mit Konsequenz, Geduld und der richtigen Anleitung könne jeder Hund lernen, sich sicher und sozial zu verhalten. „Unsere Arbeit ist unsere Leidenschaft“, sagt Andrea Wiese stolz. „Es ist ein tolles Gefühl, zu sehen, wie Hund und Halter gemeinsam Fortschritte machen und zusammenwachsen.“
Interessierte Hundebesitzer seien jederzeit willkommen, sich für ein Schnuppertraining bei der Hundeschule in Ostrhauderfehn unter irjgv.ostrhauderfehn@gmail.com anzumelden.