Osnabrück  Ehrenamt im Scheinwerferlicht: Diese Leute halten unsere Gesellschaft am Laufen

Louisa Riepe
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Von Louisa Riepe
| 03.03.2025 09:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Ausgabe von Essen für Obdachlose am Hauptbahnhof Oberhausen. Foto: IMAGO/Funke Foto Services
Die Ausgabe von Essen für Obdachlose am Hauptbahnhof Oberhausen. Foto: IMAGO/Funke Foto Services
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Ehrenamt ist der Kitt unserer Gesellschaft. Lokale Helden stiften Zusammenhalt – durch Einkaufsfahrten, Hospizarbeit oder Trostbänke. Das ist unverzichtbar in Zeiten politischer Umwälzungen.

In den letzten Wochen ist viel über Politik diskutiert worden und über die Bedeutung der Bundestagswahl für unsere Gesellschaft. Ich will gar nicht widersprechen, aber mit dieser Kolumne das Scheinwerferlicht auf Menschen richten, die mir mindestens genauso wichtig zu sein scheinen: diejenigen, die in unserer Region jeden Tag ehrenamtliche Arbeit leisten.

Wir hatten in der vergangenen Woche knapp 30 von ihnen bei der NOZ zu Gast. Im Rahmen unserer Aktion „Herzensdienste“ haben wir sie in den letzten Wochen online und in der Zeitung vorgestellt und uns zum Abschluss mit einem festlichen Empfang bei ihnen bedankt.

Jeder einzelne von ihnen hat mich beeindruckt, und es wäre nur fair, sie hier alle nochmal vorzustellen. Im Sinne der Kürze greife ich für Sie aber nur drei Beispiele heraus:

Etwa Peter Joachim aus Haselünne, der Einkaufsfahrten für Senioren anbietet. Wobei er sagt: Es geht viel weniger um den Weg zum Supermarkt und die Hilfe beim Transport der Lebensmittel, als um das Kaffeetrinken und das Gespräch danach. Einsamkeit zu bekämpfen, ist sein Ziel.

Als eine der besten Entscheidungen ihres Lebens bezeichnet es Anne-Marie von Koss, ihr Ehrenamt dem Osnabrücker Hospiz angeboten zu haben. Mit vielen anderen Freiwilligen begleitet sie Menschen in den letzten Tagen ihres Lebens – und erlebt dabei viele berührende und bereichernde Momente.

Grit Beimdieck und ihre Mitstreiter haben in Bramsche vier „Trostbänke“ aufgestellt. Dort kann sich niederlassen, wer in Momenten des Verlusts ein Gespräch sucht. Es kann um Trennung, Tod oder die Kündigung eines Arbeitsplatzes gehen – Beimdieck und ihre Kolleginnen hören zu.

Die Geschichten dieser Menschen zu lesen, ist schon beeindruckend. Ich kann es Ihnen nur empfehlen! In den genannten Beispielen finden Sie weitere Porträts verlinkt. Sie zeigen, wie vielfältig das Ehrenamt ist: Vom Sportler über den Koch, vom Ersthelfer bis zum Naturschützer bringen sich junge und erfahrene Männer und Frauen auf verschiedenste Arten und Weisen ein.

Sie alle eint, dass sie ihre Zeit und ihre Energie in den Dienst anderer stellen. Ich finde: Das ist Balsam für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und eine Stärkung für unsere Demokratie, gerade in politisch so schwierigen Zeiten.

Die „Herzensdienstler“ auf großer Bühne über ihr Engagement sprechen zu hören, war dementsprechend etwas ganz Besonderes. Und es war sicher nicht das letzte Mal, dass wir Ehrenamt in das Scheinwerferlicht rücken, das es verdient hat.

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