Hannover Niedersachsen: Warum es im Landtag in Hannover bald einen „Escape Room“ gibt
Niedersachsens Landtagspräsidentin Hanna Naber hat ihre Amtszeit unter das Motto „Fragen an die Demokratie“ gestellt, nun steht das Programm für 2025 fest. Was ein „Escape Room“ mit Demokratie zu tun hat – und welche weiteren Formate geplant sind.
Das hätten sich die Gründer des Landes Niedersachsen vor knapp 80 Jahren wohl kaum vorstellen können: Im Niedersächsischen Landtag gibt es bald einen „Escape Room“, ein realitätsnahes Spiel, bei dem die Teilnehmer gemeinsam ein Rätsel lösen, um aus einem geschlossenen Raum zu entkommen. Das Team um Landtagspräsidentin Hanna Naber (SPD) hat sich das Format ausgedacht, um die Medienkompetenz von Schülern zu stärken. Es ist eines der Punkte auf der Agenda der Landtagspräsidentin, um für die repräsentative Demokratie zu werben.
Naber hat ihre Amtszeit unter das große Motto „Fragen an die Demokratie“ gestellt. Im Vorjahr hieß es „Echt jetzt Demokratie – hörst Du mir eigentlich zu?“ 2025 stehen die Veranstaltungen unter dem Motto „Und nun, Demokratie, wie halten wir zusammen?“. „Wir müssen feststellen, dass unsere Gesellschaft von vielen Spaltungslinien durchzogen ist – das hat sich auch im Bundestagswahlkampf gezeigt“, sagte Naber der Redaktion. Demokratie brauche Zusammenhalt. Dieser „kann und muss durch demokratische Entscheidungen geschaffen und erhalten werden“.
Start der Programmreihe ist am 7. März mit einer Veranstaltung zum Internationalen Frauentag. „Dabei wird es um das Thema Anti-Feminismus und den Zusammenhalt der Geschlechter gehen“, erläuterte Naber. „Auch gehen wir der Frage nach: Wie wirkt Anti-Feminismus demokratiezersetzend?“ Der Landtag wird sich mit einer Bühne auf dem Hannah-Arendt-Platz am „Abend der Begegnung“ beim Evangelischen Kirchentag beteiligen. Naber: „Dort gibt es nicht nur Poetry-Slam, sondern auch ein ‚offenes Mikrophon‘ für Kirchentagsbesucher und -besucherinnen.“
Sehr wichtig ist der Landtagspräsidentin das Programm für junge Menschen. Mit innovativen Formaten wie dem „Escape Room“ wolle man „positiv besetzte Begegnungen mit dem Landtag“ schaffen. Zudem setze sie auf „aufsuchende Demokratiearbeit“. Naber: „Seit Herbst 2023 haben die Vizepräsidenten und ich bei 35 Veranstaltungen mit insgesamt 2670 Schülerinnen und Schülern über den Zustand und die Zukunft unserer Demokratie diskutiert. Wir versuchen, auch mit diesem Format flächendeckend Präsenz zu zeigen.“ Die Rückmeldungen seien sehr groß.
Für August plant der Landtag dann eine Veranstaltung mit der Menschenrechtsaktivistin und Autorin Düzen Tekkal, Gründerin der Bildungsinitiative „German Dream“. Dabei gehe es um Zusammenhalt und Demokratie. Im 4. Quartal gibt es eine „Silent Party“: Hier können Besucher über Kopfhörer verschiedene Musik hören, feiern aber trotzdem gemeinsam. Und natürlich werde es eine Veranstaltung am 20. September zum „Tag der Demokratie“ geben.