Krise bei E-Autos VW Emden spart nun auch am Personal in der Produktion
Wie alle anderen Standorte der Volkswagen AG muss auch VW Emden die E-Autos günstiger produzieren. Das hat Folgen für die Mitarbeiter – und die Zukunft der erhofften Batteriezellfabrik.
Emden - Am VW-Standort in Emden soll das Sparprogramm nun auch bei den Arbeitern in der Montage Anwendung finden. Nachdem zunächst den Mitarbeitern im indirekten Bereich, also in der Verwaltung, Altersteilzeitangebote unterbreitet wurden, sind solche Angebote nun für den direkten Bereich in Vorbereitung.
„Die Vorbereitungen sind in vollem Gange, und wir setzen alles daran, den Prozess im direkten Bereich bestmöglich umzusetzen“, sagte der neue Werksleiter von VW Emden im Gespräch mit unserer Redaktion. „Natürlich gibt es auch bei uns Personalziele, die wir erreichen müssen, aber das geschieht im Wesentlichen sozialverträglich über Demografie und Altersteilzeitangebote.“
Was wird aus den Menschen?
Die Volkswagen AG war im vergangenen Jahr in die wohl größte Krise ihrer Unternehmensgeschichte gerutscht. Zwischenzeitlich war sogar die Schließung des Werks in Emden im Gespräch. Nach harten Tarifverhandlungen und mehreren Warnstreiks einigten sich das Management sowie die Betriebsräte und die IG Metall unter anderem auf Nullrunden und den Abbau von 35.000 der insgesamt 125.000 Arbeitsplätze in den nächsten sechs Jahren.
Nach Lage der Dinge ist VW Emden relativ glimpflich davongekommen. Aber auch am ostfriesischen Standort mit seinen noch 8000 Beschäftigten gelten nun strikte Sparvorgaben. „Es geht jetzt darum, in den nächsten zwei Jahren die Fabrikkosten zu reduzieren“, sagte Fehse. „Dann kommen auch die Nachfolgeprodukte. Das ist entscheidend für unsere Perspektive hier am Standort Emden.“
Was wird aus den Investitionen in die Zukunft?
Zugleich erteilte Ostfrieslands neuer VW-Chef Hoffnungen eine Absage, in Emden könnte in nächster Zeit eine Batteriezellfabrik gebaut werden. „Das Thema steht nicht auf der Agenda“, sagte Fehse unserer Zeitung. „Ich habe auch Zweifel, dass sich eine Batteriezellenfabrik hier in Emden rechnet.“
Das dürfte in Emden auf wenig Begeisterung stoßen. Vor ziemlich genau einem Jahr hatte der damalige IHK-Präsident Bernhard Brons die VW-Führung aufgefordert, über die Ansiedlung einer Batteriefabrik in Emden zu entscheiden. „Wir brauchen die Batteriezell-Fertigung hier in Emden“, sagte Brons damals im Interview mit unserer Zeitung. Die Batteriezell-Fertigung sei ein „ganz wichtiger Baustein“ für Ostfriesland. „Wir sind wohl die grünste Region in ganz Deutschland“, so Brons. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), zugleich Mitglied im VW-Aufsichtsrat, hatte sich seinerzeit für den Bau einer Batteriezellfabrik in der Seehafenstadt ausgesprochen.