Bundestagswahl 2025 Schafft es eine Ostfriesin ins Merz-Kabinett?
Politiker mögen keine Personalspekulationen. Das ist in Ostfriesland nicht anders als in Berlin. Unsere Redaktion hat trotzdem mal nachgefragt, was alles möglich sein könnte.
Ostfriesland/Berlin - Bereits einen Tag nach der Bundestagswahl hagelte es Personalentscheidungen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zieht sich doch nicht aufs Altenteil zurück und setzt sich stattdessen als Abgeordneter in den Bundestag; Grünen-Kandidat Robert Habeck will nicht mehr in der ersten Reihe stehen; und nach FDP-Chef Christian Lindner wirft auch der designierte Generalsekretär Marco Buschmann das Handtuch.
Weitere personelle Veränderungen sind wahrscheinlich – selbstverständlich auch Aufstiege. Aus ostfriesischer Sicht gelten drei Politiker in einer möglichen schwarz-roten Koalition als ministrabel.
Gitta Connemann, CDU
Vorneweg ist die Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion zu nennen: Gitta Connemann (CDU, Hesel). Sie hat sich in den vergangenen Jahren auf bundespolitischem Parkett vor allem als Wirtschaftsexpertin einen Namen gemacht. Auf die Frage unserer Redaktion, ob sie sich auf die Zusammenarbeit mit der SPD freue oder ob das eher harte Arbeit werde, antwortete sie: „Beides!“ Und auch zu der Frage, ob sie sich vorstellen könne, in einem Merz-Kabinett eine tragende Rolle, etwa als Wirtschaftsministerin, vorstellen könne, fiel die Antwort kurz und knapp aus: „Diese Frage stellt sich für mich nicht.“
Dennoch dürften noch wichtige Aufgaben auf die Ostfriesin zukommen. Connemann nimmt wohl nicht an den nun anstehenden Sondierungsverhandlungen zwischen der Union und der SPD teil. „Nach jetzigem Stand wird nur ein Dreierteam für uns sondieren: Friedrich Merz, Carsten Linnemann, Thorsten Frei“, so Connemann. „Bei Koalitionsverhandlungen wäre ich demgegenüber dabei.“
Siemtje Möller, SPD
Auch auf SPD-Seite kann es spannend werden. Siemtje Möller (SPD, Varel) war bereits für die Ampel als Verteidigungsministerin gehandelt worden. Welche Ambitionen hat sie nun? „Es war mir eine große Ehre und Freude, unseren Verteidigungsminister Boris Pistorius als Parlamentarische Staatssekretärin zu unterstützen – und ich habe diese Aufgabe sehr gerne gemacht!“, teilte Möller unserer Redaktion auf Anfrage mit. Die Vergabe der einzelnen Ministerien und die damit verbundenen Personalentscheidungen stünden jedoch am Ende möglicher Koalitionsverhandlungen, sodass sich die Frage zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht stelle.
Auch an den wohl bald startenden Sondierungsgesprächen wird sie wohl nicht teilnehmen. „Ich gehe zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon aus, da die Sondierungsgespräche aller Voraussicht nach in einem sehr kleinen Kreis zwischen den Partei- und Fraktionsspitzen geführt werden“, so Möller. „Zwar unterscheiden sich unsere Positionen in vielen Punkten erheblich, und es wird sicherlich ein hartes Stück Arbeit, diese Positionen miteinander in Einklang zu bringen“, teilte die Sozialdemokratin weiter mit. „Dennoch bin ich überzeugt, dass wir Demokraten gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen finden müssen und können – das erwarten die Menschen zu Recht von uns.“
Johann Saathoff, SPD
Ähnlich sieht es bei Johann Saathoff (SPD, Pewsum) aus, der als ausgewiesener Energieexperte und zusätzlich als Russland-Kenner gilt. „Erstmal muss Herr Merz zu Sondierungsgesprächen einladen und dann werden wir weitersehen“, teilte er mit. Zunächst würden die Gespräche vom Parteivorsitzenden geführt, alles andere werde sich erst in den nächsten Tagen entscheiden. Als Landesgruppenvorsitzender gebe es nun viel zu organisieren.
„Über meine persönliche Zukunft im Deutschen Bundestag denke ich noch gar nicht nach, weil es dafür viel zu früh ist“, meinte Saathoff. „Ich freue mich erstmal darüber, den Wahlkreis wieder gewonnen zu haben und stehe sonst natürlich unter dem Eindruck des SPD-Ergebnisses.“