Bundestagswahl 2025  Diese Besonderheiten gab es in ostfriesischen Wahlkreisen

| | 24.02.2025 16:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Musste seinen „Titel“ als Erstimmenkönig an die CDU abgeben: Johann Saathoff (SPD). Der Wahlkreis des Krummhörners hat aber dennoch einige Besonderheiten zu bieten. Foto: Banik
Musste seinen „Titel“ als Erstimmenkönig an die CDU abgeben: Johann Saathoff (SPD). Der Wahlkreis des Krummhörners hat aber dennoch einige Besonderheiten zu bieten. Foto: Banik
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Von der SPD-Hochburg Aurich-Emden bis zu den Erfolgen von CDU und AfD: Ostfrieslands Wahlkreise zeigen einige politische Verschiebungen und Besonderheiten.

Ostfriesland - Bei der Bundestagswahl 2021 war der Krummhörner Johann Saathoff (SPD) noch Erststimmenkönig in Deutschland. Diesen Titel musste er am Sonntag abgeben an Dorothee Bär (CSU), die in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen 50,5 Prozent der Stimmen holte. Saathoff kommt in Aurich-Emden „nur noch“ auf 41,2 Prozent.

Bundesweit hatte Ostfriesland dennoch einiges zu bieten bei dieser Wahl: So holte die SPD in Saathoffs Wahlkreis mit 28,6 Prozent der Zweitstimmen das deutschlandweit beste Ergebnis. Aber es gibt noch mehr ostfriesische Besonderheiten.

Bundestagswahl 2025: Freud und Leid liegen für die SPD nah beieinander

Niedersachsenweit ist der Wahlkreis 24 (Aurich-Emden) damit logischerweise auch ganz vorne – und auf Platz 2 der höchsten Stimmanteile für die SPD geht es zumindest ein bisschen ostfriesisch weiter. Denn hier kommt der Wahlkreis 26 (Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund) mit 25,5 Prozent der Stimmen.

Wie stark die SPD zuvor war, zeigt sich in einer anderen Auswertung des Landeswahlleiters. Denn den stärksten Stimmverlust im Vergleich zur Bundestagswahl 2021 verzeichnet die niedersächsische SPD mit 14,7 Prozent ebenfalls in Aurich-Emden. Freud und Leid liegen manchmal nah beieinander.

Die CDU in Niedersachsen: Des einen Leid ist des anderen Freud?

Der Wahlkreis Unterems ist für die CDU in Ostfriesland traditionell das, was der Wahlkreis Aurich-Emden für die SPD ist. Niedersachsenweit gab es hier dieses Jahr die drittmeisten Stimmen: 32,8 Prozent.

Und obwohl Aurich-Emden die untersten vier Plätze bei den CDU-Landesergebnissen einnimmt: Den größten Stimmenzuwachs im Vergleich zur Bundestagswahl 2021 gab es für die CDU auch hier, im SPD-Stammgebiet. 5,6 Prozent legte die SPD im Wahlkreis 24 zu.

Bundestagswahl 2025: Weniger Grün im Schwarz

Schaut man sich die Ergebnisse der Grünen an, liegt Ostfriesland oft eher im Mittelfeld. Ausnahme ist hier der Wahlkreis 25: Hier verloren die Grünen in Niedersachsen mit 3,5 Prozent fast die wenigsten Stimmen. Nur in Goslar-Northeim-Göttingen II fiel der Stimmen-Verlust mit minus 3,3 Prozent noch geringer aus. Im Wahlkreis Unterems gab es dafür aber auch das zweitschlechteste Ergebnis (7,2 Prozent) in ganz Niedersachsen.

Wahlkreis Aurich-Emden bleibt Phänomen

Je weiter man sich die Analysen des Landeswahlleiter anschaut, desto deutlicher wird, dass Aurich-Emden nahezu eine „Paraderolle“ in Niedersachsen innehat. Wobei es mal in die eine und mal in die andere Richtung rollt.

Bei der FDP rollte es am Sonntag eher bergab: Geringste Stimmanteile (3,3 Prozent) und gleichzeitig mit minus 5,6 Prozent die zweitgeringste Stimmabnahme im Land. Im Wahlkreis Unterems bewegten sich die Liberalen eher im Mittelfeld.

In die andere Richtung rollte es für die AfD: fünfhöchste Stimmanteile (21 Prozent) in Aurich-Emden, gefolgt vom Wahlkreis Unterems (20,9 Prozent). Dafür aber auch das größte Stimmplus in Niedersachsen im Vergleich zu 2021: um 12,8 Prozent legte die AfD in Aurich-Emden zu. Die Wahlkreise 25 und 26 folgen hier auf Platz 3 und 7.

Die Linke legte in Ostfriesland zu, aber hier gab es keine nennenswerten Besonderheiten im landesweiten Vergleich. Beim BSW reichte es immerhin für 4,2 Prozent und damit Platz 3 im Land (Wahlkreis Aurich-Emden) – und der Wahlkreis 26 mit 0,1 Prozent weniger auf Platz 4.

Wahlbeteiligung: Ostfriesland fing schwächer an, legte aber deutlich zu

Der Wahlkreis Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund hatte mit 81 Prozent die zweitniedrigste Wahlbeteiligung in Niedersachsen. Gleichzeitig stieg die Wahlbeteiligung hier aber gegenüber 2021 um 10,1 Prozent. Im Wahlkreis Aurich-Emden ebenso – sodass hier der stärkste Anstieg in Niedersachsen verzeichnet werden konnte. Im Wahlkreis Unterems stieg die Wahlbeteiligung um 9,8 Prozent – immerhin Platz 4 bei der größten Zunahme.

Spitzenreiter in Niedersachsen war übrigens der Wahlkreis Harburg mit 86,4 Prozent Wahlbeteiligung, das Schlusslicht bildete der Wahlkreis Helmstedt-Wolfsburg mit 80,5 Prozent.

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