Bundestagswahl 2025 So blau ist Ostfriesland – hier gab es die meisten AfD-Stimmen
Die AfD zählt in Ostfriesland zu den Wahlgewinnern. In manchen Kommunen war die Partei besonders stark. Ein detaillierter Blick auf die Wahlergebnisse in den ostfriesischen Wahlkreisen.
Ostfriesland - Die in Teilen rechtsextreme AfD gehört auch in Ostfriesland zu den Wahlgewinnern. Die Partei, die in zwei von drei ostfriesischen Wahlkreisen künftig Bundestagsabgeordnete stellen wird, hat zwar kein Direktmandat geholt – aber in vielen Kommunen mischte die AfD auf den vorderen Plätzen mit.
Doch wo sind die Hochburgen für die blaue Partei in Ostfriesland? Ein Blick auf die Zahlen.
Eine Vorbemerkung zu den Zahlen
Die Zahlen beziehen sich auf die Kommunen, das bedeutet: Die Mitgliedsgemeinden von Samtgemeinden werden nicht separat betrachtet. Das liegt auch daran, dass die über den „Votemanager“ abrufbaren Zahlen in diesen Mitgliedsgemeinden nicht überall stimmen. Bei manchen Mitgliedsgemeinden werden durch die Software die Briefwahlergebnisse zugeordnet, bei anderen nicht – eine Vergleichbarkeit wäre also nicht gegeben. Auf Ebene der Samtgemeinden und restlichen Kommunen klappt die Zuordnung allerdings.
Auf Wahlkreisebene: Hier wurden die AfD-Kandidaten häufig gewählt
Erstmals seit 2017 trat in jedem der drei ostfriesischen Wahlkreise jemand für die AfD an. Im Wahlkreis 24 (Aurich-Emden) holte Direktkandidat Arno Arndt 20,2 Prozent der Stimmen. Martina Uhr kam im Wahlkreis 25 (Unterems) auf 20,3 Prozent. Das schlechteste Wahlkreisergebnis der AfD bei den Erststimmen holte der Bundestagsabgeordnete Martin Sichert im Wahlkreis 26 (Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund): 19,7 Prozent der Wählerinnen und Wähler machten bei ihm das Kreuz.
Wahlkreis 24 (Aurich-Emden): So sehen die Prozente bei der Erststimme aus
Arno Arndt wohnt in Nortmoor, trat aber für den Landkreis Aurich und die Stadt Emden als Direktkandidat an. In mehreren Kommunen konnte Arndt, der mit der AfD-Europaabgeordneten Anja Arndt verheiratet ist, 20 Prozent oder mehr der Erststimmen auf sich vereinen: Großefehn (20 Prozent), Großheide (26,9 Prozent), Südbrookmerland (26,5 Prozent), Brookmerland (25,8 Prozent), Hage (21,4 Prozent) und Emden (20,3 Prozent). Die schlechtesten Ergebnisse gab es für Arndt auf den Inseln: 9,7 auf Juist und 9,5 Prozent auf Norderney.
Wahlkreis 24 (Aurich-Emden): Hier holte die AfD diese Zweitstimmen-Ergebnisse
Deutlich mehr Ergebnisse über 20 Prozent gab es für die AfD bei den Zweitstimmen. Arno Arndt wird davon nicht profitieren, da er ohne Listenplatz angetreten ist. Von den elf Kommunen – 16 gibt es im Wahlkreis insgesamt – mit mehr als 20 Prozent Zweitstimmen gab es die meisten in Südbrookmerland: 28,4 Prozent holte die AfD hier und liegt damit auf Platz 2, knapp hinter der SPD mit 29,4 Prozent der Stimmen. In Großheide gab es zwar prozentual weniger Zweitstimmen (27,9 Prozent), dafür ist die AfD hier bei den Zweitstimmen stärkste Kraft.
Wahlkreis 25 (Unterems): Auf Borkum ist für die AfD am wenigsten zu holen
Im Wahlkreis 25 trat Martina Uhr aus Nordhorn als Direktkandidatin an. Sie holte das Direktmandat nicht, zieht aber über die Landesliste ein.
Die meisten Erststimmen holte Uhr in Westoverledingen: Rund ein Viertel der Wähler (25,2 Prozent) machten das Kreuz bei der Nordhornerin. In den 21 Kommunen des Wahlkreises schaffte Uhr in zwölf mindestens 20 Prozent. Die wenigsten Stimmen im Wahlbezirk verzeichnete Uhr auch in Ostfriesland: Auf Borkum waren nur 13,2 Prozent der Meinung, sie sei eine passende Direktkandidatin. Insgesamt schnitt Uhr im ostfriesischen Teil des Wahlkreises etwas besser ab als im emsländischen.
Wahlkreis 25 (Unterems): So schnitt die AfD bei den Zweitstimmen ab
Auch bei den Zweitstimmen konnte die AfD in Westoverledingen stark punkten – die Gemeinde liegt aber mit 25,3 Prozent der Zweitstimmen für die AfD nur auf Platz 2 im Wahlkreis Unterems. Die meisten Stimmen holte die rechtsextreme Partei mit 25,8 Prozent in Ostrhauderfehn. Hier ist die AfD bei den Zweitstimmen auch stärkste Kraft, mit einer Stimme mehr als die CDU.
Das schlechteste Zweitstimmenergebnis geht wieder nach Borkum: 13,9 Prozent der Stimmen gab es hier für die AfD. Wie bei den Erststimmen ist das Platz 4, noch hinter den Grünen.
Wahlkreis 26 (Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund): So sehen die Erststimmen-Ergebnisse der AfD aus
Martin Sichert, der bereits für die AfD im Bundestag sitzt, holte im Wahlkreis 26 sein bestes Ergebnis im ostfriesischen Teil des Wahlkreises. 24,9 Prozent gab es in der Samtgemeinde Holtriem. Sogar noch hinter der FDP landete Sichert bei seinem schlechtesten Ergebnis auf Spiekeroog. Hier gab es nur 8,1 Prozent der Stimmen.
Wahlkreis 26 (Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund): So viele Zweitstimmen gab es für die AfD
Das gleiche Bild bei den Zweitstimmen im Wahlkreis 26. In der Samtgemeinde Holtriem schafft die AfD den Sprung über die 25-Prozent-Marke (25,8 Prozent), bleibt damit aber hinter SPD und CDU zurück. Auf Spiekeroog gab es eine Zweitstimme mehr, als es Erststimmen für die AfD gab: 39 Zweitstimmen sorgen für 8,3 Prozent.