Bundestagswahl 2025  Drei Kandidatinnen aus Wahlkreis Unterems im Bundestag

Jonas Bothe
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Von Jonas Bothe
| 24.02.2025 15:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Gitta Connemann (CDU, links) gewann den Wahlkreis Unterems. Am Sonntagabend sah es so aus, als ob Anja Troff-Schaffarzyk (SPD) den Wiedereinzug verpassen wird. Foto: Ortgies
Gitta Connemann (CDU, links) gewann den Wahlkreis Unterems. Am Sonntagabend sah es so aus, als ob Anja Troff-Schaffarzyk (SPD) den Wiedereinzug verpassen wird. Foto: Ortgies
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Am Sonntag sah es sehr lange so aus, als ob Gitta Connemann (CDU) die einzige Kandidatin aus dem Wahlkreis Unterems im Bundestag ist. Nach dem Endergebnis kommen zwei weitere hinzu.

Leer - Der Wahlkreis Unterems ist im neuen Bundestag doch wieder mit drei Personen vertreten. Das geht aus dem vorläufigen amtlichen Endergebnis hervor, das die Bundeswahlleiterin gegen 4 Uhr in der Nacht zu Montag, 24. Februar 2025, veröffentlicht hat.

Landrat Matthias Groote (SPD) gratulierte Gitta Connemann (CDU) zum Sieg im Wahlkreis Unterems. Foto: Ortgies
Landrat Matthias Groote (SPD) gratulierte Gitta Connemann (CDU) zum Sieg im Wahlkreis Unterems. Foto: Ortgies

Am Sonntag schien es noch so, als ob nur Gitta Connemann (CDU), die den Wahlkreis gewonnen hatte, ein Mandat bekomme. Sie freute sich riesig „über den persönlichen Rückenwind“, den sie von den Wählerinnen und Wählern bekommen habe. Am Montag steht nun fest: Auch Anja Troff-Schaffarzyk (SPD) zieht wieder über die Landesliste ein. Hinzu kommt die Nordhornerin Martina Uhr, die für die AfD im Wahlkreis Unterems antrat.

Troff-Schaffarzyk auf Listenplatz 4 der SPD

Bei Anja Troff-Schaffarzyk war lange nicht klar, ob überhaupt Kandidaten der SPD-Landesliste in den Bundestag einziehen werden. Zwischenzeitlich sah es so aus, als ob es nicht einmal alle Wahlkreisgewinner der Sozialdemokratien aus Niedersachsen schaffen würden – aufgrund des neuen Wahlrechts. Anja Troff-Schaffarzyk ist auf der SPD-Landesliste auf Platz 4.

Doch durch weitere Wahlkreis-Ergebnisse, die gemeldet wurden, und das Scheitern des BSW an der Fünf-Prozent-Hürde bedeuteten, änderte sich dies. Die Landesliste kam zum Zuge und da die Kandidatinnen und Kandidaten vor ihr das Direktmandat gewonnen hatten, schaffte es die Uplengenerin wieder in den Bundestag. „Es war eine sehr kurze Nacht“, sagte Troff-Schaffarzyk am Montagvormittag im Gespräch mit dieser Zeitung. Gegen 2 Uhr habe sich abgezeichnet, dass die Landesliste doch noch zieht. Gegen 4 Uhr, als das vorläufige amtliche Endergebnis auf der Seite der Bundeswahlleiterin veröffentlicht wurde, stand fest, dass Troff-Schaffarzyk ein Mandat erhalten hat.

Anja Troff-Schaffarzyk (SPD) und Julian Pahlke (Grüne) tauschten sich bei der Wahlveranstaltung im Mariko über das Ergebnis aus. Foto: Ortgies
Anja Troff-Schaffarzyk (SPD) und Julian Pahlke (Grüne) tauschten sich bei der Wahlveranstaltung im Mariko über das Ergebnis aus. Foto: Ortgies

Am Montag machte sie sich bereits wieder auf den Weg nach Berlin. Am Abend steht ein Treffen der niedersächsischen SPD-Landesgruppe an. Am Dienstag folgt eine Fraktionssitzung. Dort sind dann auch ausscheidende und neue Abgeordnete dabei. „Wir werden dort das Wahlergebnis analysieren“, sagt die Sozialdemokratin. Sie persönlich schmerze auch das gute Ergebnis der rechtsradikalen AfD im Wahlkreis Unterems – und vor allem in ihrer Gemeinde Uplengen. „Natürlich tut das weh“, sagt sie. „Wir müssen jetzt in der demokratischen Mitte schauen, dass wir die AfD wieder kleinbekommen.“

Wie eine mögliche Koalition mit der CDU aussehen könnte, wollte Troff-Schaffarzyk noch nicht einschätzen. „Wir werden abwarten müssen, was die Verhandlungen bringen“, sagt sie – und fügt an: „Es wird nicht leicht werden.“

Martina Uhr auf Listenplatz 13 der AfD

Ähnlich sah es bei Martina Uhr aus. Die Nordhornerin ist auf Platz 13. Lange schien es so, als hole die AfD in Niedersachsen nur maximal 12 Mandate. In der Nacht änderte sich dies. Die niedersächsische AfD bekommt 13 Mandate und Martina Uhr zieht in den Bundestag ein. „Ich bin mit dem Gedanken ins Bett gegangen, dass es ein tolles Ergebnis für die Partei ist“, sagte sie am Montagmittag. „Ich hatte es für mich so angenommen, dass ich es nicht geschafft habe.“ Dann sei sie aber am frühen Morgen aufgewacht. „Um 5.23 Uhr habe ich aufs Handy geguckt und hatte zahlreiche Nachrichten von unterschiedlichen Menschen, auf verschiedenen Kanälen, dass ich doch in den Bundestag eingezogen bin“, sagt die Nordhornerin, die den Wahlkreis Unterems für ihre Partei betreuen wird.

Die Nordhornerin Martina Uhr von der AfD wird ebenfalls dem neuen Bundestag angehören. Foto: Ortgies/Archiv
Die Nordhornerin Martina Uhr von der AfD wird ebenfalls dem neuen Bundestag angehören. Foto: Ortgies/Archiv

Gemeinsam mit Danny Meiners aus Geeste, der im Wahlkreis Mittelems für die AfD antrat, sei sie am Montag auf dem Weg nach Berlin. „Um 18 Uhr haben wir die konstituierende Sitzung der Niedersachsen AfD.“ Am Dienstag folgt dann die erste Fraktionssitzung. Dort werde sie erstmal „hinschauen, zuhören und lernen“, sagt sie. „Wir haben in der Fraktion einige gute Kandidaten, die ihre Arbeit bereits gut gemacht haben.“

Listenplatz 10 bei den Grünen reicht für Julian Pahlke nicht

Nicht geschafft hat es hingegen Julian Pahlke. Der Grüne liegt auf Platz 10 der Landesliste. Allerdings holte seine Partei nur acht Mandate aus Niedersachsen. In einem Video auf Instagram verabschiedete er sich von der Politik. „Das werden jetzt echt spannende Jahre hier im Bundestag, aber ohne mich“, sagt er im Video. „Klar, ich hätte mir am liebsten selbst ausgesucht wie und wann ich mal mit der Politik aufhöre, aber so ist es nun mal.“ Viele würden ihn jetzt fragen, wie es für ihn weitergehe. „Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Ich schaue mal“, sagt Pahlke.

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Der Liveticker aus dem Wahlkreis Unterems zum Nachlesen

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