Einkaufen und mehr  So sollen Leerstände am Papenburger Hauptkanal verhindert werden

Michael Kierstein
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Von Michael Kierstein
| 22.02.2025 08:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Seit Jahren kämpft das Citymanagement in Papenburg dafür, den Hauptkanal als Innenstadt attraktiver zu gestalten. Foto: Jule Rumpker
Seit Jahren kämpft das Citymanagement in Papenburg dafür, den Hauptkanal als Innenstadt attraktiver zu gestalten. Foto: Jule Rumpker
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Überall in den Innenstädten gibt es Leerstände. Auch am Papenburger Hauptkanal ist das so. Die Papenburg-Locals haben Pläne, diese zu füllen.

Papenburg - Es ist eine der drängendsten Fragen der heutigen Innenstadtentwicklung: Was kann man tun, um Leerstände zu verhindern oder möglichst schnell wieder zu füllen? Auch Papenburg kommt an dieser Frage nicht vorbei. Ein Blick am Hauptkanal entlang zeigt, dass es Ladenlokale gibt, die leer stehen. Einige schon länger.

Sabine Pinkernell, Geschäftsführerin der städtischen Tochtergesellschaft Papenburg-Locals GmbH, sieht die Fehnstadt allerdings auf einem guten Weg. „Wenn man vom Kreisel bei Bunte bis zum Bahnhof schaut, haben wir neun Prozent Leerstände. Das sind sieben Läden. Deutschlandweit verzeichnen die Innenstädte zwischen 10 und 15 Prozent Leerstände.“

Am ehemaligen Blumenhaus Lüken soll sich was tun

Dass man sich darauf aber nicht ausruhen darf, zeigt der Blick in derzeit nicht genutzte Ladenlokale. Beispielsweise das ehemalige Blumenhaus Lüken. Hier werden die Schaufenster seit einiger Zeit genutzt, um Kunst auszustellen. „Da wird sich etwas tun“, verrät die Citymanagerin. Ins Detail gehen will sie jedoch nicht.

Kümmern sich um die Leerstände in Papenburg: Sabine Pinkernell (links) und Petra Jordan von den Papenburg-Locals. Foto: Michael Kierstein
Kümmern sich um die Leerstände in Papenburg: Sabine Pinkernell (links) und Petra Jordan von den Papenburg-Locals. Foto: Michael Kierstein

Andere Flächen sind verwaist. Die gute Nachricht: Es sei nicht absehbar, dass weitere dazukommen. Doch was wird für die Papenburger Flaniermeile eigentlich gesucht? „Wir suchen vor allem Gastronomie. Vielleicht etwas Unkonventionelles, wie ein Familien-Café. Aber auch etwas in der gehobenen Küche. Generell geht es um etwas für den Abend“, sagt sie. Da stimmt Petra Jordan zu. Auch sie arbeitet bei den Papenburg-Locals. „Die Nachfrage ist da“, sagt sie. Das sehe man vor allem am Cafe Central, das sich kinderfreundlich ausgerichtet habe.

Typische Ketten sollen nicht kommen

Klar ist für beide, dass die klassischen Filialketten wie Depot oder Esprit nicht nach Papenburg kommen. „Die klassischen Geschäfte gab es aber in jeder Innenstadt. Die Standardprodukte kaufen die meisten zudem im Internet“, sagt Jordan. Der inhabergeführte Einzelhandel sei dennoch ein wichtiger Aspekt der Papenburger Innenstadt. Es gehe darum, Alleinstellungsmerkmale zu kreieren und das gehe nur mit den bestehenden Geschäften. Viele von ihnen hätten bereits Angebote, die über den reinen Produktverkauf hinausgehen, seien es Modenschauen bei Böckmann oder Grillkurse bei Rüther.

„Man muss die Leute in die Innenstadt locken“, sagt Jordan. Und dafür müsse man etwas bieten, was über das reine Einkaufen hinausgehe. „Heute will man etwas erleben, auch den persönlichen Kontakt“, so Jordan.

Problematisch seien vor allem Leerstände, die schon länger andauerten. „Wenn etwas lange leersteht, denken Interessenten, dass mit der Immobilie etwas ist“, so Pinkernell. Und hier sind die Papenburg-Locals eingesprungen. Sie haben sich genau deshalb für lange Leerstände als eigene Standorte entschieden. „Wenn wir drin sind, wird es wieder interessanter“, sagt sie. Einfach dadurch, dass das Lokal belebt sei.

Händler sollen mitgenommen werden

Es gehe aber auch darum, bestehende Einzelhändler mitzunehmen. Dafür wurde das Konzept „Schnack in the City“ gegründet. „Wir wollen mit Bürgern, Gästen, Politik und Händlern ins Gespräch kommen. Dafür gibt es regelmäßig das Netzwerktreffen“, erklärt Pinkernell. Bei den Treffen soll darüber gesprochen werden, wie die Papenburger Innenstadt 2035 aussehen soll. „Leerstandsmanagement ist ein Marathon und kein Sprint“, sagt Sabine Pinkernell.

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