Bundestagswahl 2025  Mehr beschädigte Wahlplakate in Ostfriesland?

| | 15.02.2025 10:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Beschmierte Plakate, wie dies von Gitta Connemann (CDU) in Ihrhove, sieht man in den vergangenen Wochen häufiger in Ostfriesland. Foto: Archiv
Beschmierte Plakate, wie dies von Gitta Connemann (CDU) in Ihrhove, sieht man in den vergangenen Wochen häufiger in Ostfriesland. Foto: Archiv
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In den vergangenen Wochen mehrt sich die Zahl der gemeldeten beschädigten Wahlplakate in Ostfriesland. Wie war die Situation bei früheren Wahlen?

Ostfriesland - Sie gehören seit ein paar Wochen wieder zum Straßenbild: Wahlplakate. Doch zumindest gefühlt, ist eine Sache in diesem Jahr anders: Viele Wahlplakate werden beschmiert oder abgerissen. Das kennt man aus anderen Wahlkämpfen, aber in diesem Jahr scheint es besonders häufig zu passieren. Doch stimmt das?

Diese Zeitung hat die Polizei angefragt, inwieweit es belastbare, also angezeigte Fälle von Wahlplakat-Vandalismus gibt und wie das bei vergangenen Wahlen war. Für die aktuelle Bundestagswahl ist dies natürlich nur eine Momentaufnahme.

Mehr Vandalismus an Wahlplakaten? Polizei liefert Zahlen

Das Landeskriminalamt hat auf Anfrage landesweite Zahlen zur Verfügung gestellt. Da nicht alle mutwillig beschädigten Plakate zur Anzeige gebracht werden, gibt es hier eine Dunkelziffer.

Mit Stand 31. Januar wurden landesweit 363 Fälle bei der Polizei angezeigt – 2021 waren es landesweit 676 Fälle. Das ist nicht gleichbedeutend mit der Zahl der beschädigten Wahlplakate, da unter einem Fall mehrere Plakate beispielsweise in einem Straßenzug zusammengefasst sein können. Hinzu kommt laut Landeskriminalamt: „Einzelne Fälle können sich gleichzeitig gegen mehrere Parteien richten.“ Auch hier das Beispiel mit dem Straßenzug: Werden dort CDU- und SPD-Plakate beschmiert, zählt dies unter Umständen als ein Fall.

Wahlplakat-Schmierereien in Ostfriesland: Hier wurden besonders viele Fälle gemeldet

In den vergangenen Wochen sind mehrere Fälle von zerstörten oder beschmierten Wahlplakaten in Ostfriesland bekannt geworden. 2021 lag die Gesamtzahl der registrierten Sachbeschädigungen in Ostfriesland bei 32, davon 15 im Bereich Aurich/Wittmund und 17 im Bereich Emden/Leer. Auch hier ist die Zahl der Fälle nicht mit der Zahl der beschädigten Plakate gleichzusetzen.

In diesem Jahr wurden Wahlplakate unter anderem in Aurich, Ihrhove, Weener, Uplengen und der Stadt Leer beschmiert oder beschädigt. Auch in der Gemeinde Krummhörn gab es mindestens einen solchen Fall, hier wurde ein Plakat der SPD beschmiert.

Parteien unterschiedlich betroffen: AfD und Grüne am häufigsten Ziel von Vandalismus

Auch in der Stadt Aurich wurden Plakate verschiedener Parteien beschädigt. In den anderen Fällen konzentrieren sich die Schmierereien vor allem auf Plakate der AfD und seit der Brandmauer-Debatte auf Plakate der CDU. Eine genaue Auflistung, welche Parteien in diesem Wahlkampf besonders betroffen sind, gibt es von der Polizei bislang nur aufs Land bezogen.

Wie auch bei der Bundestagswahl 2021 ist die AfD mit oben genanntem Stichtag besonders betroffen, gefolgt von den Grünen, der SPD und der CDU. Die Reihenfolge ist ähnlich wie 2021, nur CDU und SPD haben die Plätze getauscht. Bei der Europawahl im vergangenen Jahr war laut Polizei in Ostfriesland „tendenziell zu erkennen, dass die Parteien SPD, Bündnis 90/Die Grünen und die AFD in der genannten Reihenfolge am häufigsten Opfer von beschädigten oder zerstörten Wahlplakaten gewesen sind.“

Neue Muster bei Beschädigungen: Mehr politische Botschaften statt einfacher Zerstörung

Nach Auskunft der Polizei könnte sich unterdessen abzeichnen, dass sich die Art der Beschädigungen verändert hat. „Bei den Landtagswahlen 2022 konnte beispielsweise festgestellt werden, dass Plakate überwiegend durch Abreißen beschädigt wurden. Darüber hinaus wurden die Plakate (die abgebildeten Personen) in wenigen Fällen mit einem sogenannten ‚Hitler-Bart‘ besprüht. Auch kam es in wenigen Fällen zu einem Übersprühen der Personen oder der abgebildeten Wahlversprechen. Zu aufgesprühten politischen Botschaften kam es in ganz wenigen Fällen.“

Dies ist in diesem Jahr zumindest in Ostfriesland oft anders – oder zumindest werden mehr andere Fälle gemeldet. Das Besprühen von Plakaten – von Durchstreichungen bis zu Kommentaren oder politischen Botschaften – ist in diesem Wahlkampf deutlich sichtbarer als in den Jahren zuvor.

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