Hamburg  Analyse für das Jahr 2024: So lange haben Deutsche täglich Medien genutzt

Moritz Büscher
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Von Moritz Büscher
| 13.02.2025 17:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Fernsehen gehört weiterhin zu den beliebtesten Medien der Deutschen. Foto: dpa/Monika Skolimowska
Fernsehen gehört weiterhin zu den beliebtesten Medien der Deutschen. Foto: dpa/Monika Skolimowska
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Medien sind aus dem Alltag der Deutschen nicht mehr wegzudenken. Das unterstreicht eine Analyse für das Jahr 2024. Wie lange die deutsche Bevölkerung täglich analoge sowie digitale Inhalte konsumierte – und welches Medium am beliebtesten war.

Ob im Internet, vor dem Fernseher oder am Radio: Die Menschen in Deutschland haben 2024 täglich fast elf Stunden Medien genutzt – genauer gesagt zehn Stunden und 53 Minuten. Das geht aus der aktuellen Mediennutzungsanalyse des Privatsenderverbands Vaunet hervor, die Personen im Alter zwischen 14 und 69 Jahren untersucht hat. Im Vergleich zum Vorjahr gab es demnach beim Medienkonsum einen Rückgang von 16 Minuten.

Audio- und audiovisuelle Formate bildeten mit mehr als neuneinhalb Stunden und somit fast 90 Prozent den Großteil der Mediennutzung: Dazu gehören Podcasts, Fernseher, Videospiele, Online-Video-Formate, CDs sowie Schallplatten, Radio, DVD und Blu-ray, Musikstreaming, Kino und Hörbücher.

Der Anteil dieser Medien am Gesamtpaket ist in den vergangenen Jahren konstant gestiegen – gegenüber dem Jahr 2023 nochmal um 0,9 Prozent. Jedoch ging der Konsum dieser Inhalte um acht Minuten zurück. Allein das lineare Fernsehen und das Radio nahmen mit täglich sechs Stunden und elf Minuten den größten Platz ein.

Eine große Rolle spielte die Bewegtbild- und TV-Nutzung: Hier lag der tägliche Konsum bei rund fünfeinhalb Stunden. Davon schauten die Deutschen pro Tag durchschnittlich zwei Stunden und 51 Minuten fern – lediglich bei der TV-Nutzung wurde das Alter ab drei Jahren berücksichtigt. Die Online-Video-Nutzung in der Altersgruppe der 14- bis 69-Jährigen betrug 98 Minuten pro Tag, gefolgt von Videospielen mit 37 Minuten. DVDs und Blu-rays wurden täglich lediglich zwei Minuten konsumiert.

Auch Audioinhalte wurden häufig genutzt, jedoch eine Stunde weniger als Bewegtbild. Der Wert lag innerhalb eines Tages bei mehr als vier Stunden. Das dominierende Medium war hierbei das Radio, das täglich knapp über drei Stunden gehört wurde. Die 14- bis 69-Jährigen streamten rund 49 Minuten pro Tag Musik, gefolgt von Podcasts bei zehn Minuten und Hörbüchern bei sieben Minuten. CDs und Schallplatten nahmen hierbei mit vier Minuten den letzten Platz ein.

Hinter der Audionutzung einordnen musste sich im Jahr 2024 der Internetkonsum: Die 14- bis 69-Jährigen waren rund drei Stunden und zwölf Minuten digital unterwegs. Davon entfielen zwei Stunden und 37 Minuten auf die audio- und audiovisuellen Formate wie Online-Video, Musikstreaming und Podcasts.

Interessant zu beobachten ist, dass Bücher, Zeitungen und Zeitschriften immer mehr an Bedeutung verloren haben: Bei der täglichen Mediennutzung von zehn Stunden und 53 Minuten wurden davon lediglich 40 Minuten die analogen Formate konsumiert.

Im durchschnittlichen Tagesverlauf variierte die Nutzung der verschiedenen Medien sehr stark, insbesondere beim Radio und Internet. In den Morgenstunden und über den Vormittag hinweg im Zeitraum zwischen 6 und 12 Uhr erreichte das Radio Spitzenwerte bis zu einer durchschnittlichen Reichweite von 34 Prozent.

Weniger als zehn Prozent der deutschen Bevölkerung nutzten bis zum Mittag das Fernsehen. Ab dem Nachmittag nahm die TV-Reichweite stetig zu und steigerte sich innerhalb der Abendstunden enorm. Am Abend zwischen 20 und 24 Uhr erreichte das Fernsehen eine Reichweite von 63 Prozent – und war damit das meistgenutzte Medium.

Die Internetnutzung blieb ab 9 Uhr unverändert bei etwas mehr als 50 Prozent. Tageszeitungen erreichten in den Morgenstunden zwischen 6 und 9 Uhr rund 15 Prozent, wobei die Reichweite danach abflachte.

Johannes Leibiger, Leiter Medienwirtschaft und Forschung, und Vaunet-Geschäftsführer Frank Giersberg ordnen den Medienkonsum der Deutschen wie folgt ein: „Die intensive Nutzung der Audio- und audiovisuellen Medien unterstreicht die große gesellschaftliche, aber auch wirtschaftliche Relevanz von privaten Medien in Deutschland. Mit ihren journalistischen Qualitätsinhalten wirken sie den Gefahren von Desinformation im demokratischen Meinungsbildungsprozess verlässlich entgegen.“

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