Feier für den Ehrenbürger Festakte zum 100. Geburtstag von Albrecht Weinberg geplant
Der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg ist Ehrenbürger der Gemeinde Rhauderfehn und der Stadt Leer – und Namensgeber des Gymnasiums in Rhauderfehn. Zum 100. Geburtstag sind zwei Festakte geplant.
Rhauderfehn/Leer - Der 99 Jahre alte Albrecht Weinberg, der den Holocaust überlebt hat, hat das Grauen der NS-Zeit seit 80 Jahren im Kopf. Der gebürtige Rhauderfehner, der jetzt in Leer in einer Wohngemeinschaft mit Gerda Dänekas wohnt und die ihn zu allen Terminen begleitet, hat die Lager Auschwitz, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen überlebt - und auch drei Todesmärsche. Seit 2013 erzählt Weinberg bei verschiedenen Anlässen seine bewegende Geschichte. Der heute 99-Jährige besucht unter anderem auch jetzt noch immer Schulen und berichtet den Jugendlichen von seinen grauenvollen Erlebnissen nach der Machtübernahme von Adolf Hiltler am 30. Januar 1933.
Weinberg ist mittlerweile Ehrenbürger der Gemeinde Rhauderfehn und auch der Stadt Leer und Namensgeber des Rhauderfehner Albrecht-Weinberg-Gymnasiums. Die Verantwortlichen der Schule, der Gemeinde und der Stadt richten aktuell ihren Blick auf Freitag, 7. März 2025. Dann feiert Albrecht Weinberg seinen 100. Geburtstag. In Abstimmung mit der Gemeinde Rhauderfehn richtet die Stadt Leer an dem Tag für ihren Ehrenbürger Albrecht Weinberg eine Feier mit geladenen Gästen im Historischen Rathaussaal in Leer aus. „Rund 100 geladene Gäste werden dazu erwartet. Für musikalische Unterhaltung sorgt ,Chillitime‘ aus Rhauderfehn/Ostrhauderfehn“, teilte Edgar Behrendt, Pressesprecher der Stadt Leer, auf Anfrage mit. Laut Behrendt hatte die Stadt auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil eingeladen. Steinmeier, so der Pressesprecher, hatte abgesagt. Stephan Weil, der am 7. März, am Geburtstag von Weinberg, terminlich verhindert ist, wird allerdings einige Tage vorher zu einem Teeempfang mit Albrecht Weinberg ins Rathaus nach Leer kommen.
Feier am Albrecht-Weinberg-Gymnasium geplant
Das Albrecht-Weinberg-Gymnasium in Rhauderfehn und die Gemeinde Rhauderfehn stimmen sich bereits seit einiger Zeit ab und planen zum 100. Geburtstag des Ehrenbürgers und Namensgebers der Schule ebenfalls eine Feier. Nach Auskunft von Lehrerin Anke Chudzinski-Schubert, die unter anderem zuständig ist für die Erinnerungskultur am Albrecht-Weinberg-Gymnasium, und die mit Albrecht Weinberg befreundet ist, ist für Donnerstag, 13. März 2025, ab 13.30 Uhr ein Festakt mit geladenen Gästen im Albrecht-Weinberg-Gymnasium geplant. Zu Ehren des Holocaustüberlebenden soll dann auch die Ausstellung „Gegen das Vergessen“ in der Schule eröffnet werden. Dabei handelt es sich um ein Projekt des Künstlers Luigi Toscano. In der Ausstellung werden rund 20 Portraits von Überlebenden der NS-Verfolgung gezeigt. Darunter ist auch das Portrait von Albrecht Weinberg. Nach Auskunft von Chudzinski-Schubert soll es während des Festaktes noch einige Überraschungen für Albrecht Weinberg geben. Deshalb soll zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht mehr verraten werden.