Hamburg Angebliches Telefonat mit Putin: Welchen Plan hat Trump? Hat er überhaupt einen?
Trump sendet mehrdeutige Signale an Kiew und Moskau. In der kommenden Woche will sein Ukraine-Sondergesandter Keith Kellogg den US-Friedensplan auf der Münchener Sicherheitskonferenz diskutieren. Auf Europa könnte deutlich mehr Engagement zukommen.
Die 24 Stunden, in denen Donald Trump den Krieg in der Ukraine beenden wollte, sind seit Amtsantritt schon lange verstrichen. Doch nun soll Bewegung in die Sache kommen: Schon in wenigen Tagen könnte Trumps Ukraine-Sondergesandter Keith Kelloggs den sogenannten „Friedensplan“ des US-Präsidenten auf der Münchener Sicherheitskonferenz vorstellen. Trump selbst berichtete zuletzt in einem Interview, er habe bereits mit Putin telefoniert – wann genau und wie oft, ließ er offen.
Zuletzt waren mehrdeutige Signale aus Washington gekommen: Von Selenskyj, mit dem Trump sich bald treffen will, forderte er die Lieferung Seltener Erden im Gegenzug für die US-Waffenhilfe. Zuvor hatte er aber auch deutliche Kritik an Wladimir Putin geäußert. Offensichtlich will Trump den Druck auf beide Seiten erhöhen, um einen Frieden in der Ukraine zu erreichen.
Man könnte ihn jetzt als Meister der strategischen Ambiguität preisen – also als jemanden, der es versteht, sein jeweiliges Gegenüber über die nächsten Schritte im Unklaren zu lassen, um ein optimales Verhandlungsergebnis zu erzielen. Oder als jemanden, der in Wahrheit gar keine Idee hat und deshalb rhetorisch in alle Richtungen laviert.
Fest steht derzeit nur: Niemand kennt Trumps Plan zu Beendigung des Krieges in der Ukraine. Gleichzeitig ist niemand so wichtig für einen Friedensschluss wie der amerikanische Präsident. Weil das uneinige Europa bislang keine strategische Idee für den Umgang mit Moskau entwickelt hat und sich militärisch weiter in der selbstverschuldeten Abhängigkeit von den USA befindet, dürfte das für alle also eine spannende Woche werden – an deren Ende die Forderung nach deutlich mehr europäischem Engagement stehen dürfte.
Denn was mit der erneuten Präsidentschaft Donald Trumps ebenfalls klar ist: Die Zeiten, in denen sich Europa sicherheitspolitisch und militärisch hinter den USA verstecken konnte, sind ein für allemal vorbei.