Jahrelanges Engagement Ihrenerin Annegret Krause fliegt mit Spenden nach Kenia
Für ihr Engagement in der Entwicklungshilfe bekam die Ihrenerin 2021 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Auch mit 81 Jahren bleibt Krause engagiert. Anfang März startet ihre jährliche Kenia-Reise.
Ihren - Wie jedes Jahr fliegt Annegret Krause auch in diesem Frühjahr nach Nyeri, in den Süden Kenias. Die heute 81-Jährige hat vor mehr als 20 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Bertholt Krause die Nyeri Kinderhilfe gegründet. Für ihren Einsatz bekam die Ihrenerin vor vier Jahren das Bundesverdienstkreuz verliehen. Der Kinderhilfe gehört sie heute nicht mehr an, aber trotzdem reist sie seit Jahren von sich aus nach Kenia – und hilft Menschen vor Ort. Für die anstehende Reise hat Krause wieder Spenden in der Region gesammelt.
Sachspenden und Geld in Ihren gesammelt
Über 2000 Euro seien wieder an Spendengeldern zusammengekommen, sagt Krause bei einem Besuch in der Redaktion. Dafür habe sie in den vergangenen Monaten immer wieder einen Flohmarkt bei sich zu Hause oder in der Nachbarschaft veranstaltet. „Die Einnahmen lege ich mir dann immer beiseite“, so Krause. Ein anderer Teil der Spenden komme hingegen direkt von Privatpersonen. „Die Leute wissen von meiner Arbeit und stecken mir das dann zu“, sagt die 81-Jährige.
Anfang März steht die nächste Reise nach Nyeri an. Das Spendengeld nehme Krause mit, um es vor Ort für die Menschen auszugeben. Ihre Reise- und Unterbringungskosten trägt sie jedes Mal aus eigener Tasche.
Langjährige Erfahrung in der Entwicklungshilfe
Krause war bereits früh beruflich im Ausland tätig. Ende der 60er Jahre war sie als Krankenschwester in Kenia, in den 70ern mitunter auf Sumatra in Indonesien. Dort habe sie bei einem Genossenschaftsprojekt der Friedrich-Ebert-Stiftung Familienplanungsstellen aufgebaut, die Frauen unter anderem zum Thema Verhütung aufklären. Heute fliegt Krause als Einzelperson nach Kenia, ohne eine Organisation im Hintergrund. Vor Ort hat sie sich über die Jahre ein Netzwerk aufgebaut. „Es gibt dort immer Menschen, die Hilfe brauchen“, sagt Krause.
Untergebracht ist die 81-jährige bei ihrer Bekannten Esther in Nyeri - sie besitzt ein Haus mit mehreren Apartments. Esther begleite und unterstütze sie vor Ort, so Krause.
Bei vergangenen Reisen konnte die ehemalige Krankenschwester bereits einige Projekte mit den selbst gesammelten Spendengeldern aus der Region umsetzen. Einer Frau habe sie beispielsweise ein neues Dach bezahlen können, inklusive Regenrinne und Regentonne. „Die Frau konnte das erste Mal in ihrem Leben das Regenwasser auffangen“, sagt Krause. Auch die Kindergarten-Kosten eines Jungen habe sie einmal bezahlt oder Kosten für Schulbücher.
Besuch des Kinderheims der Nyeri-Kinderhilfe
Aber auch Sachspenden würden die Menschen in Nyeri von Krause bekommen. Dafür kaufe sie über das gesamte Jahr verteilt immer wieder Dinge, von denen sie weiß, dass sie vor Ort gebraucht würden. Zusätzlich bringe sie Spenden aus Deutschland mit nach Kenia. Krause erinnert sich beispielsweise an gespendete Herrenhemden, die sie vorab gebügelt und vor Ort verteilt hat – unter anderem an einen Mann, der auf Esthers Golfplatz tätig ist.
Ein ganz bestimmter Termin steht auch für die Reise im März schon fest: Bei jeder Kenia-Reise besucht Krause an einem Nachmittag das Kinderheim der Nyeri-Kinderhilfe. Auch für die Kinder habe die 81-Jährige immer etwas dabei. „Wir trinken dann gemeinsam Kakao und essen Kuchen“, sagt Krause. Für die Kinder sei das jedes Mal ein besonders schöner Nachmittag.
Besonderes Vorhaben bei der nächsten Kenia-Reise
Die Menschen in Nyeri seien laut Krause immer wieder dankbar über die Hilfe, die ihnen entgegengebracht wird. „Die sind sehr glücklich dort. Das können wir uns gar nicht vorstellen, bei allem was wir haben“, sagt Krause.
Für die anstehende Reise hat die Ihrenerin bereits ein Ziel: „Die Hütte von Oma muss gemacht werden“. Eine ältere Frau, die Krause in Nyeri kennengelernt hat und über die letzten Jahre immer besucht. Die Stufen am Eingang ihres kleinen Hauses seien mittlerweile viel zu hoch und für eine ältere Frau nicht mehr zu schaffen. „Wenn Sie die Oma dann strahlen sehen, wissen Sie, dass sich das alles lohnt“, sagt Krause.