Ostfriesische Inseln  So teuer ist der Quadratmeter Ferienwohnung von Borkum bis Wangerooge

| | 07.02.2025 17:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bei der Höhe der Immobilienpreise auf den Inseln spielt laut Gutachterausschuss für Grundstückswerte weniger die Größe der Wohnung als vielmehr die Lage eine Rolle. Symbolbild: Hanz/Archiv
Bei der Höhe der Immobilienpreise auf den Inseln spielt laut Gutachterausschuss für Grundstückswerte weniger die Größe der Wohnung als vielmehr die Lage eine Rolle. Symbolbild: Hanz/Archiv
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Am teuersten sind Ferienwohnungen auf Norderney: Im Schnitt 10.000 Euro mussten 2024 für den Quadratmeter gezahlt werden. Die Preise sind gegenüber 2023 leicht gesunken, belegen Vergleichszahlen.

Ostfriesland - Immobilien in Ostfriesland sind nicht nur für Einheimische attraktiv: Insbesondere auf den Inseln und an der Küste machen Auswärtige einen großen Teil der Käufer von Wohnungen und Häusern aus. Laut Grundstücksmarktdaten des Gutachterausschusses für Grundstückswerte (GAG) in Aurich kamen 2024 etwa zwei Drittel aller Käufer von Eigentumswohnungen im Bereich Küste und Inseln nicht aus Ostfriesland oder Friesland. Bei den Einfamilienhäusern lag der Anteil der Käufer von außerhalb demnach bei etwa 38 Prozent.

Der Gutachterausschuss hat beispielhaft für den Raum Norden – Stadt Norden und Küste sowie Inseln Norderney, Juist und Baltrum – Verkaufszahlen und Anteile der auswärtigen Käufer erhoben. Dort gingen etwa 2021 von 922 verkauften Häusern 350 (38 Prozent) an Auswärtige. Bei den 504 verkauften Eigentumswohnungen waren sogar 63 Prozent der neuen Eigentümer Auswärtige.

Insel-Ferienwohnungen: Preise leicht gesunken

Im Mittel drei Prozent weniger mussten Käufer von Ferienwohnungen 2024 auf den sieben Ostfriesischen Inseln zahlen. Von Insel zu Insel gibt es dabei erhebliche Preisunterschiede, zeigt die Aufstellung des Gutachterausschusses. Laut Martin Homes hat die Größe der Wohnungen auf den Inseln keinen Einfluss auf den Preis, wohl aber die Lage. Am teuersten sind Ferienwohnungen auf Norderney: Im Schnitt 10.000 Euro (mittlerer Kaufpreis - Median) kostete der Quadratmeter dort im vergangenen Jahr beim Weiterverkauf, 2023 mussten Käufer 12.500 Euro hinblättern. Dabei reichte die Preisspanne von 6.300 bis 21.500 Euro (2023: 3500 bis 23.500).

Nur wenig günstiger gab es 2024 gebrauchte Ferienwohnungen auf Juist zu kaufen: Im Schnitt 9700 (2023: 11.400) Euro kostete der Quadratmeter bei Preisspannen von 4300 bis 15.000 (6500 bis 21.900) Euro. Auf Platz 3 bei den Quadratmeterpreisen lag 2024 Spiekeroog mit 7800 (6900) Euro im Median und Preisspannen von 6600 bis 9500 (4700 bis 9000) Euro. Spiekeroog war die einzige Insel, auf der im vergangenen Jahr die Quadratmeterpreise gestiegen sind.

Die Medianpreise der übrigen Inseln: Langeoog mit 7500 (8400) Euro, Wangerooge 6900 (8200) Euro, Borkum 6800 (6900) Euro, Baltrum 5500 (kein Vorjahreswert) Euro.

Küste: Durchschnittlicher Quadratmeterpreis bei 3500 Euro

Eher uneinheitlich zeigte sich die Preisentwicklung 2024 bei den Ferienwohnungen an der Küste. In den Ferienorten war der höchste Quadratmeterpreis für gebrauchte Ferienwohnungen im Mittel in Norddeich mit 4730 Euro zu zahlen. 2023 lag der Median für eine gebrauchte Ferienwohnung dort bei 4570 Euro. Ebenfalls teurer als im Vorjahr wurden Ferienwohnungen in Bensersiel mit 4070 (2023: 3360) Euro für den Quadratmeter und in Horumersiel mit 3510 (3060) Euro gehandelt. Wenig Veränderung gab es dagegen in Neßmersiel (2023: 2970 Euro; 2024: 3070 Euro) und in Neuharlingersiel (4500/4520).

Gesunken sind die Preise in Carolinensiel (3600/3430), Dangast (3720/3310), Dornumersiel (3520/3460), Greetsiel (3780/3600) und Hooksiel (3050/2670). Im Schnitt kostete 2024 der Quadratmeterpreis in einem der ostfriesischen Ferienorte 3500 Quadratmeter.

Käufer aus den Niederlanden

Speziell im Rheiderland, grenznah zu den Niederlanden, geht stets ein gewisser Anteil an verkauften Immobilien an Niederländer: Laut den Zahlen des Gutachterausschusses waren 2007 im Landkreis Leer an 16 Prozent Verkäufe Niederländer beteiligt, im Rheiderland sogar 37 Prozent. Doch „nach stetigem Anstieg des Anteils der Erwerber aus den Niederlanden bis zum Jahr 2007 waren in den darauffolgenden Jahren die Vertragszahlen mit niederländischen Erwerbern bis zum Jahr 2023 kontinuierlich rückläufig“, heißt es im Bericht des Gutachterausschusses. 2023 kamen im Landkreis Leer nur noch 1 Prozent aller Käufer aus den Niederlanden und speziell im Rheiderland noch 4 Prozent.

Der Gutachterausschuss führt die Abnahme auf mittlerweile angeglichene finanzielle Rahmenbedingungen zurück: Bis 2007 hätten sowohl steuerliche Gründe als auch ein deutlich geringeres Preisniveau in Ostfriesland einen Eigentumserwerb von Niederländern in Ostfriesland attraktiv gemacht. Zudem sei das Potential der möglichen Übersiedler begrenzt durch Faktoren wie grenznahen Arbeitsplatz oder die Bereitschaft zum Umzug nach Deutschland.

Alle Grundstücksmarktdaten für Ostfriesland und Friesland: https://immobilienmarkt.niedersachsen.de

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