Aufreger im Kreis Leer Wieder Müll an Sammel-Containern – auf Kosten aller
An Containern im Landkreis Leer türmen sich immer wieder Säcke und Müll. Unter anderem in Weener ist es kürzlich schon wieder passiert. Wie wird das geregelt – und was ist denn da los?
Weener - Säcke stapeln sich, dazwischen liegt nasse und dreckige Wäsche, Unrat kommt hinzu und im schlimmsten Falle Ungeziefer: Kaum etwas scheint illegal abgeladenen Müll so anzuziehen wie Containerplätze. In der vergangenen Woche erreichten die Redaktion einige Fotos aus dem Kreis Leer, auf denen bergeweise Altkleidersäcke und weiterer Unrat an Altkleider-Containerstellen türmte. Unter anderem beim Combi in Weener. Das Problem wurde flott gelöst. Wir haben diesen Fall aber zum Anlass genommen, einmal nachzuhaken, wer zuständig ist und wie die Lage generell ist.
Wie wurde das akute Problem gelöst?
Vom Unternehmen Bünting, dem das Grundstück gehört, kam sehr schnell eine Antwort auf unsere Anfrage: „Die Thematik ist uns bekannt und wir nehmen jeden Hinweis auf mögliche Missstände ernst. Allerdings sind dies nicht unsere Container, trotzdem haben wir uns umgehend darum gekümmert, dass der Entsorger den Müll beseitigt“, teilte Bünting-Pressesprecherin Dr. Christiane A. Kolass auf Nachfrage mit. Leider sei der Missbrauch von Altkleidercontainern als illegale Müllkippe ein Dauerproblem, das in vielen Kommunen seit Jahren zunehme.
Von der Stadt Weener kam ebenso zeitnah der Hinweis, dass die Zustände bekannt seien, wie Stadtsprecherin Kerstin Beier schrieb. „Die Zustände lassen sich offenkundig nur mit engmaschiger Kontrolle und regelmäßiger Abfuhr eindämmen.“ Die Stadt selbst könne dann tätig werden, wenn von den entsprechenden Müllbergen Gefahren für die Allgemeinheit ausgingen, die abgewehrt werden müssten. Generell sehe man sich aber nicht in der Verantwortung, sondern den Kreis Leer als zuständige Behörde – in Kombination mit den Grundstückseigentümern.
Was sagt der Landkreis?
„Generell gebe es zwischen Grundstückseigentümer und der jeweiligen Firma, die die Altkleidercontainer stellt, eine Vereinbarung über die Entsorgung von Abfall und die Reinigung der Plätze“, sagt Klaus Anneken, Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises Leer. Die Untere Abfallbehörde könne bei Missständen, die ihr mitgeteilt werden, versuchen, auf den Grundstücksbesitzer einzuwirken. Aber der Abfallwirtschaftsbetrieb werde auf Privatgrundstücken nicht tätig. „Das würde dann auf Kosten aller Leeraner gehen“, sagt er. Aus dem Topf der Müllentgelte, die alle Bürgerinnen und Bürger zahlen, würde also der Unrat weggeschafft.
Die eckigen grünen Müll-Container beim Combi seien tatsächlich durch Gewerbetreibende vom Landkreis angemietet, sie stünden nun woanders – „auch das ließ sich mit unseren Kunden schnell lösen“, so Anneken. Bei Altglassammelstellen im Kreis Leer und bei den Stellen, an denen die orangenen Altkleidercontainer des Kreises stehen, sei der Abfallwirtschaftsbetrieb zuständig und entsorge, was das Zeug hält. Das eigentliche Problem liege auch nicht in den Zuständigkeiten, sagt Anneken.
Wo liegt das Problem?
Das krasseste Beispiel für Verschmutzungen war seinerzeit die Containersammelstelle am Hoheellernweg in Leer. Der Stellplatz ist heute Geschichte, die Altglas- und Kleidercontainer des Kreises Leer sind im Oktober 2024 abgebaut worden. Der Abfallwirtschaftsbetrieb habe dort die Reißleine ziehen müssen, so Anneken. „Das Angebot für die Bürgerinnen und Bürger, dass sie nah am Wohnort Glas und Kleidung abgeben können, ist uns wichtig. Aber es ging nicht mehr. Wir mussten so häufig reinigen und das geht alles auf Kosten der Allgemeinheit“, sagt er. Bei einer Reinigung des Standortes Hoheellernweg sei im Spätsommer 2024 allein eine halbe Tonne illegal abgelagerter Abfälle angefallen, teilte der Kreis seinerzeit mit. An den rund 120 Containerstellen des Kreises sind in den vergangenen Jahren eine große Menge Unrat illegal abgeladen worden – bis zu 120 Tonnen im Jahr. „Die Konsequenz kann nicht sein, dass wir problematische Standorte abbauen müssen, es muss sich im Verständnis der Menschen etwas tun. Wir wollen dafür sensibilisieren“, so Anneken.