Nachruf Vielfach vorbildlich: Zum Tod von August Keseling
Der emsländische Bundesverdienstkreuzträger August Keseling ist im Alter von 94 Jahren verstorben.
Papenburg - „Eigentlich hätte er es doch längst schon haben müssen.“ Das sagte der heutige Ehrenlandrat des Landkreises Emsland, Hermann Bröring, als er August Keseling im Dezember 2006 in Papenburg das Bundesverdienstkreuz ans Revers heftete. Am 15. Januar ist Keseling gestorben. Er wurde 94 Jahre alt.
August Keseling zeichnete sich ehrenamtlich durch politisches, aber auch soziales Engagement aus, hängte es aber nie selbst an die große Glocke. Unter anderem mit Unterstützung des Katholischen Frauenbundes in Aschendorf organisierte er vornehmlich in den 1990er-Jahren zahlreiche humanitäre Hilfstransporte nach Rumänien, Polen, Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Tonnenweise wurden unter seiner Regie Kleidung und Lebensmittel befördert.
Chorsänger und „Vater“ der Waldjugendspiele
Das wurde in den eigenen vier Wänden mitunter zu einer logistischen Herausforderung. Dann standen in dem Haus von August Keseling und seiner Frau Johanna, die Ende September 2024 ebenfalls im Alter von 94 Jahren verstarb, Garage, Keller und Bügelzimmer voller Kartons. So erzählte es das Ehepaar anlässlich seiner diamantenen Hochzeit im Mai 2018. Zeitweise seien sogar die Garagen der Nachbarn in Beschlag genommen worden.
Keseling, der zuletzt in einer Pflegeeinrichtung in Papenburg lebte, war lange in Aschendorf zu Hause. Er selbst war gebürtiger Lingener. Nach einem Landwirtschaftsstudium ging es über verschiedene berufliche Stationen in die frühere Kreisstadt. Zunächst fand er dort eine Anstellung an der damaligen Landwirtschaftlichen Fachschule, später an den Berufsbildenden Schulen in Papenburg. 1992 ging er in Pension.
20 Jahre (1981 – 2001) lang war Keseling Naturschutzbeauftragter des Landkreises Emsland. Umwelt und Natur seien seine große Leidenschaft gewesen, hebt der amtierende Landrat Marc-André Burgdrof (CDU) in einem Nachruf hervor.
Jahrelang war der Verstorbene überdies Vorsitzender des Kreisverbandes „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“. Keseling gilt außerdem als „Vater“ der Waldjugendspiele. Im Aschendorfer Männergesangverein „Liedertafel Erholung“, dem er seit 1968 angehörte, war er Ehrenmitglied.
Zum Zusammenwachsen beigetragen
Auch kommunalpolitisch hat August Keseling Akzente gesetzt. In den 1970er-Jahren war er für die CDU, der er seit 1949 angehörte, unter anderem im Kreisausschuss, im Sozial- und Krankenhausausschuss sowie im Schulausschuss aktiv. „Vorbildlich“ nannte Bröring bei der Bundesverdienstkreuz-Verleihung Keselings Einsatz für das Zusammenwachsen der drei emsländischen Altkreise (Aschendorf-Hümmling, Meppen und Lingen) im Zuge der Kreisreform.
In diesem Zusammenhang würdigte Bröring die ausgleichende und kompetente Art des Aschendorfers, was die Beziehung zwischen der früheren Kreisstadt und Papenburg betreffe.
„Seine freundliche Art und seine Persönlichkeit werden uns fehlen“, betonen Jens Willerding (Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Aschendorf-Hümmling) und Andreas Thomes (Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Papenburg-Aschendorf) in einem gemeinsamen Nachruf.