Schottergarten-Kampagne  Wie die Stadt Cloppenburg „steinbeetfrei“ werden will

Friedrich Niemeyer
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Von Friedrich Niemeyer
| 22.01.2025 07:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Lebensfeindlich: Stein- und Schottergärten bieten so gut wie keinen Lebensraum für Tiere und Insekten. Symbolfoto: Annette Riedl/dpa
Lebensfeindlich: Stein- und Schottergärten bieten so gut wie keinen Lebensraum für Tiere und Insekten. Symbolfoto: Annette Riedl/dpa
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Die Stadt hält an ihrem Ziel fest, Cloppenburg von den verbotenen Stein- und Schottergärten zu befreien. Das Gebiet „Alte Kämpe“ ist schon „steinbeetbefreit“ – und jetzt geht es woanders weiter.

Cloppenburg - „Wenn im kommenden Frühjahr die Natur wieder aufblüht“, schreibt die Cloppenburger Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung, „sollte auch die Zeit trister Schotterflächen vor der Haustür enden.“ In der Mitteilung ruft die Stadt erneut alle Bürgerinnen und Bürger mit Steinbeeten in ihren Gärten dazu auf, sie naturnah umzugestalten. Bei einem bloßen Aufruf aber belässt die Stadt es schon seit Längerem nicht mehr. Seit August 2023 schreibt sie Schottergarten-Besitzer an und fordert sie dazu auf, ihre Schottergärten zu beseitigen. Wer sich weigert, dem droht Zwangsgeld und ein Verfahren. Denn Schottergärten sind verboten.

Wie weit ist die Stadt mit ihrer „Schottergarten-Kampagne“?

Angefangen hat die Stadt in der Siedlung „Alte Kämpe“. Die Bauaufsicht hat 103 Grundstückseigentümer angeschrieben und sie aufgefordert, „ihre Schotterflächen gemäß den Vorgaben der Niedersächsischen Bauordnung“ umzugestalten. Nach und nach seien die Eigentümer der Aufforderung gefolgt. Bis zum Herbst seien alle Schotterflächen in der Siedlung entfernt worden. „Das Gebiet ist nun praktisch steinbeetfrei“, hatte die Verwaltung im vergangenen Herbst festgestellt.

Wie geht die Stadt jetzt weiter vor?

Die Verwaltung hat sich zum Ziel gesetzt, dass die jeweiligen Eigentümer nach und nach alle Schottergärten in der Stadt beseitigen. Hierzu werde die Stadt alle Wohngebiete überprüfen. Wo genau sie als Nächstes prüft, kündige sie im Vorfeld nicht an, heißt es auf Nachfrage aus dem Rathaus. In den kommenden Wochen würden jedoch weitere Kontrollen folgen. Dazu überprüft das zuständige Team auch Luftaufnahmen. Zudem fahren Mitarbeiter der Bauaufsicht durch alle Straße eines ausgewählten Kontrollgebietes „und erfassen die Schottergärten mit Fotobeleg und entsprechender Textnotiz.“

Was müssen Besitzer von Schottergärten erwarten?

„Die Umsetzung der Schottergarten-Kampagne erfolgt ab diesem Jahr kontinuierlich und in wechselnden Teilgebieten der Stadt“, teilt die Stadt mit. Sie schreibe die ermittelten Grundstückseigentümer an und bitte darum, die Stein- und Schottergärten umzugestalten. Die Stadtverwaltung geht also genauso vor, wie im ersten Kontrollgebiet „Alte Kämpe“.

Den Eigentümern, die die Stadt als Nächstes anschreibt, setzt sie eine Frist bis Anfang Mai. In begründeten Einzelfällen könne sie noch etwas verlängert werden. Später im Jahr kontrolliere die Stadt nach, ob die Stein- und Schottergärten entfernt worden sind. „Reagiert ein Eigentümer nicht oder verweigert eine Umgestaltung, wird ein förmliches und kostenpflichtiges Verwaltungsverfahren eingeleitet.“ Es drohen Zwangsgelder. Im vergangenen Jahr hätten sich aber die meisten Betroffenen einsichtig gezeigt. „Nur einzelne brauchten eine nachdrücklichere Motivation.“

Welche Vorteile hat ein grüner Garten?

Ein grüner Garten bietet laut Stadt zahlreiche Vorteile: Er verbessert die Luft durch Sauerstoffproduktion und Feinstaubbindung, fördert die Oberflächenentwässerung und reduziert so die Gefahr von Überschwemmungen bei Starkregen. Gleichzeitig sorgt mehr Grün für kühlere Temperaturen im Sommer und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Naturnahe Gärten seien Erholungsräume – für Mensch und Tier. Sie fördern die Artenvielfalt und schaffen wertvolle Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Lebewesen. Und: Geschickt gemacht, muss auch ein grüner und bunter Garten nicht übermäßig arbeitsintensiv ein. „Die Stadt Cloppenburg bedankt sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die mithelfen, unsere Stadt grüner, schöner und nachhaltiger zu machen!“

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