IHK-Umfrage Aussicht für ostfriesische Firmen bleibt düster
Viele Unternehmen in Ostfriesland schätzen ihre Perspektive laut aktueller IHK-Umfrage als unsicher ein. Schuld daran ist nicht nur die anstehende Bundestagswahl, sondern auch Donald Trump.
Emden/Hannover - Die Stimmung in der ostfriesischen Wirtschaft bleibt düster: Im vierten Quartal 2024 erholte sich der Konjunkturklimaindex in der Region zwar leicht von 71 auf 79 Punkte, doch viele Unternehmen bleiben skeptisch, was die Zukunftsaussichten, wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg am Freitag mitteilte. „Das letzte Quartal 2024 verlief besser als erwartet. Dennoch blicken die Betriebe weiterhin mit großer Sorge in die Zukunft“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Max-Martin Deinhard laut Mitteilung. „Mit den Bundestagswahlen im Februar muss die politische Hängepartie nun ein Ende haben. Was die Wirtschaft benötigt, sind Erleichterungen, Bürokratieabbau und endlich wieder Planungssicherheit.“
In der aktuellen IHK-Umfrage hätten 20 Prozent der mehr als 200 teilnehmenden Unternehmen ihre Lage als „gut“ bewertet, 53 Prozent als „befriedigend“ und 27 Prozent als „schlecht“. 38 Prozent der befragten Betriebe gingen von einer sich verschlechternden Geschäftslage aus, 58 Prozent von einer etwa gleichbleibenden. Positiv in die Zukunft würden nur vier Prozent der ostfriesischen Unternehmen blicken, heißt es von der IHK.
Anstehender Antritt von Donald Trump verunsichert Unternehmen
„Die wirtschaftliche Situation bleibt weiter angespannt“, so Deinhard. „Gerade die Nachrichten um die Meyer Werft und Volkswagen haben die Region im letzten Jahr beschäftigt und die Betriebe verunsichert.“
Als größte Risiken für ihre Geschäftsentwicklung nennen die Unternehmen in der Region laut IHK die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, gefolgt von der Inlandsnachfrage sowie den Energie- und Rohstoffpreisen. Deinhard sieht angesichts dessen ein größeres Engagement der Politik nach der Bundestagswahl am 23. Februar. „Wir erwarten von der neuen Bundesregierung eine wirtschaftsnahe Politik, die die Wirtschaft in Deutschland und bei uns in der Region wieder in ruhigere Fahrwasser lenkt und wieder eine mittel- und langfristige Planung ermöglicht“, so der IHK-Chef.
Auch bei der IHK Niedersachsen betont man die in der Wirtschaft vorherrschende Unsicherheit mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl und den Wechsel im Weißen Haus. „Angesichts der Ungewissheit nach dem vorzeitigen Ampel-Aus und vor dem Amtsantritt Donald Trumps ist sowohl die deutsche als auch die europäische Politik umso stärker gefragt, konjunkturelle Impulse zu setzen und vor allem die überfälligen Strukturreformen anzugehen“, sagte IHKN-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt laut Mitteilung. „Beides fehlt – wie Wind und Sonne in einer Dunkelflaute.“