Osnabrück  Faktencheck? Mit diesen fünf Tipps machen Sie ihn selbst!

Louisa Riepe
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Von Louisa Riepe
| 13.01.2025 09:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mark Zuckerberg verkündete das Ende der Zusammenarbeit mit Faktenprüfern bei Meta. Foto: DPA/Godofredo A. Vásquez
Mark Zuckerberg verkündete das Ende der Zusammenarbeit mit Faktenprüfern bei Meta. Foto: DPA/Godofredo A. Vásquez
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Die großen Internetkonzerne folgen dem vermeintlichen Ruf der Zeit und verabschieden sich nach und nach von Faktenprüfern. Chefredakteurin Louisa Riepe zeigt, wie man im Dschungel der Falschnachrichten trotzdem den Durchblick behält.

Mark Zuckerberg kapituliert im Kampf gegen Desinformationen und Hetze. So könnte man zusammenfassen, was der Gründer von Facebook in dieser Woche per Video verkündet hat. Die Regelwerke der Social-Media-Plattformen von Meta sollen vereinfacht und freie Meinungsäußerung wiederhergestellt werden, kündigte Zuckerberg an. Unter anderem werde der Konzern dazu seine Zusammenarbeit mit Faktencheckern in den USA beenden.

Zuckerbergs Kurswechsel löste weltweite Kritik aus und dürfte die Sorgen vieler Internetnutzer bestärken. Zur Erinnerung: Fast die Hälfte der Deutschen (48 Prozent oder 27,8 Millionen Personen von 16 bis 74 Jahren) findet nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf Webseiten oder Social-Media-Plattformen bereits heute Informationen vor, die nach eigener Einschätzung unwahr oder unglaubwürdig sind.

Ich persönlich finde Zuckerbergs Einlassungen wenig überraschend. Eher waren es seine Bemühungen der Vergangenheit, den Einfluss von Fake News auf Wahlen und Meinungsbildung zu minimieren, die auf mich unglaubwürdig wirkten. Haben andere Plattformen wie X oder TikTok Beschränkungen doch längst aufgehoben oder gleich ganz unterlassen. Hinter den sozialen Medien stecken eben Wirtschaftsunternehmen, die vor allem zum Ziel haben, den eigenen Gewinn zu maximieren – und sich deshalb an gesellschaftliche wie politische Veränderungen anpassen.

Experten erwarten zwar, dass es in Europa nicht zu Deregulierungen nach US-amerikanischem Vorbild kommen wird. Immerhin sind hierzulande die EU-Kommission und die Bundesnetzagentur für die Kontrolle der Plattformen zuständig. Diese müssten transparent vorhalten, wie sie Informationen selektieren, aggregieren und bereitstellen, sagte Eva Flecken, die Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten im Podcast Table.Today. Plattformen sind über den Digital Services Act (DSA) verpflichtet, rechtswidrige Inhalte zu löschen. 

Faktisch habe die Abschaffung des Fact-Checkings zumindest bei X zu mehr Hassrede und Desinformation geführt, so Matthias Kettemann vom Leibniz Institut für Medienforschung gegenüber dem Science Media Center. Es liegt also mehr denn je beim Nutzer, bei Ihnen selbst, in den sozialen Medien Wahres von Unwahrem zu unterscheiden. Als Journalistin, die von Berufs wegen täglich Fakten überprüft und sich der Wahrheit verpflichtet fühlt, kann ich Ihnen vielleicht einige hilfreiche Tipps geben:

Empfehlen kann ich Ihnen zudem die Datenbank von „Use the News“, die Lehrmaterial, Erklärvideos, und Onlinespiele zum Thema Medienkompetenz bündelt. Hinter der Initiative stehen unter anderem die Deutsche Presseagentur und der Bundesverband der Digitalpublisher und Zeitungsverleger. Im Unterschied zu den sozialen Medien halten die Mitglieder der Branche und auch wir bei NOZ / mh:n Medien uns an die Pressegesetze, den Pressekodex und unsere publizistischen Leitlinien. Sie können sie hier transparent nachlesen und dürfen uns auch gerne daran messen.

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