Schlechte Zuwegung  Wird die Bohrinsel Dyksterhusen wirklich zu einer Insel?

Tatjana Gettkowski
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Von Tatjana Gettkowski
| 12.01.2025 11:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wohnmobil, Auto, Motorrad: Mit so manchem motorisiertem Gefährt kommen Besucher zur Bohrinsel. Manche übernachten dort sogar. Foto: Gettkowski/Archiv
Wohnmobil, Auto, Motorrad: Mit so manchem motorisiertem Gefährt kommen Besucher zur Bohrinsel. Manche übernachten dort sogar. Foto: Gettkowski/Archiv
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Die Bohrinsel in Dyksterhusen ist bei Einheimischen und Touristen beliebt. Die Zuwegung ist allerdings so schlecht, dass sie immer wieder saniert werden muss. Wie lange geht das noch gut?

Dyksterhusen - Die Bohrinsel in Dyksterhusen ist bei Urlaubern und Einheimischen gleichermaßen beliebt. An heißen Sommertagen kann man dort bei Flut baden und surfen, an trüben Herbstnachmittagen die absolute Ruhe mit Blick auf den Dollart genießen oder sich zu einem romantischen Date treffen. Der Weg zur Bohrinsel stellt Besucher aber immer wieder vor Herausforderungen.

Nach den Winterstürmen sind die Schlaglöcher so tief, dass Autofahrer um die Ölwannen und Auspuffanlagen bangen müssen. Wenn die Schäden eines Tages nicht mehr zu reparieren sind, könnte die Bohrinsel wirklich zu einer Insel werden. Annegret Bommelmann, Vorsitzende des Verkehrsvereins Ems-Dollart, wird nicht müde, immer wieder die Reparatur der Buckelpiste zu fordern. „Die wenigen touristischen Highlights, die wir haben, müssen wir pflegen.“

Bohrinsel entstand 1964

Die Bohrinsel in Dyksterhusen war 1964 für Probebohrungen nach Erdgas aufgeschüttet worden. Die Bohrinsel ist das Relikt aus dieser Zeit. „In den ersten Jahren hat es immer wieder Bedenken gegen die öffentliche Nutzung gegeben, weil sie mitten im Nationalpark liegt und von Vogelschutzgebieten umgeben ist“, so Jemgums Bürgermeister Hans-Peter Heikens.

Die Zuwegung zur Bohrinsel im Deichvorland gehöre der Rheider Deichacht. Der Deichverband selbst nutzt diese Zuwegung aber gar nicht. Zuständig für die Verkehrssicherungspflicht ist aber die Gemeinde. „Ich habe absolutes Verständnis dafür, dass die Leute gerne dort hinfahren“, sagt der Bürgermeister. Nach den Winterstürmen ist die etwa 800 Meter lange Zuwegung zur Insel in einem besonders schlechten Zustand. Mehr, als den Schotterweg immer wieder vom Bauhof ausbessern und die Schlaglöcher füllen zu lassen, könne die Gemeinde nicht leisten.

Auch wenn der Boden etwas schlickig ist: Im Sommer ist die Bohrinsel bei Badegästen beliebt. Sie ist neben dem Badesee in Jemgum die einzig verbliebene offizielle Badestelle in Jemgum. Baden kann man nach den Worten des Bürgermeisters aber auch beim Schöpfwerk im alten Kutterhafen von Pogum. Foto: Gettkowski/Archiv
Auch wenn der Boden etwas schlickig ist: Im Sommer ist die Bohrinsel bei Badegästen beliebt. Sie ist neben dem Badesee in Jemgum die einzig verbliebene offizielle Badestelle in Jemgum. Baden kann man nach den Worten des Bürgermeisters aber auch beim Schöpfwerk im alten Kutterhafen von Pogum. Foto: Gettkowski/Archiv

Der Boden unter der Zuwegung sei butterweich. „Ich schätze, dass es eine Million Euro kosten würden, den Weg zu einer vernünftigen Straße auszubauen“, so Heikens und macht deutlich: „Bei einem Haushalt mit einem Loch von 3,2 Millionen Euro ist das für uns einfach nicht drin.“ Mehr als eine regelmäßige Unterhaltung könne die Gemeinde nicht leisten. „Das machen wir jedes Jahr vor Ostern.“ Noch sei eine Sperrung der Zuwegung zwar kein Thema, doch der Unterhaltungsaufwand werde zunehmend höher. Selbst eine neue Straße würde vermutlich schnell wieder Schäden aufweisen. Das Gebiet steht bei Sturmfluten im Herbst und Winter häufig unter Wasser.

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